Wissen - Sternenhimmel


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Meteore im Juli Wann Sternschnuppen funkeln

Anfang Juli flitzen sie nur vereinzelt, dann tauchen die ersten Sternschnuppen der Perseiden in der Sommernacht auf. Und in den letzten Julinächten tun sich mehrere Meteorströme zusammen und schicken reichlich Sternschnuppen.

Von: Heike Westram

Stand: 30.06.2017

In den ersten Julinächten sind Sternschnuppen noch rar und es ist auch nur kurze Zeit dunkel genug, um Meteore flitzen zu sehen. Zur Monatsmitte erhöhen sich Ihre Chancen auf Sternschnuppen allmählich, denn dann sind schon die ersten Perseiden unterwegs. Doch die beste Zeit für Wünschewünscher ist Ende Juli, wenn die Nächte auch länger sind: Dann streifen drei größere Ströme unseren Nachthimmel - und das auch noch fast gleichzeitig.

Juli-Aquariden: Sternschnuppen aus dem Wassermann

Drei Sternschnuppenströme auf einmal

Ende Juli erreichen die Südlichen Delta-Aquariden ihren Höhepunkt. Sie sind nach dem Wassermann benannt, in dem ihr Radiant liegt: Von hier scheinen die Sternschnuppen auszuströmen. Vom 12. Juli bis zum 23. August ist dieser Meteorstrom aktiv, mit hohen Fallraten bereits am 29. Juli, noch vor dem Maximum des Schwarms. Der Höhepunkt der Südlichen Delta-Aquariden ist am 30. Juli: 25 recht flotte Sternschnuppen pro Stunde flitzen dann durch die Nacht.

Ausstrahlungspunkt (Radiant) eines Meteor-Stroms

Dazu kommen noch ein paar vereinzelte Sternschnuppen der Piscis-Austriniden aus dem Südlichen Fisch, die am 28. Juli zu ihrem Höhepunkt etwa fünf Sternschnuppen pro Stunde schicken. Doch der Radiant dieser eher blassen Meteore liegt noch unter dem Wassermann dicht am Horizont, weswegen wir in Bayern nur einzelne von ihnen zu Gesicht bekommen.

Die beste Beobachtungszeit für beide Meteorströme ist nach Mitternacht. Der Radiant der Juli-Aquariden hat dann fast seinen höchsten Punkt über dem Horizont erreicht. Für die Piscis-Austriniden gilt: je später, desto besser - bis zum Anbruch der Morgendämmerung. Nach Mitternacht ist aus einem weiteren Grund eine gute Zeit: Alle drei Sternschnuppennächte bleiben dann vom Mond ungestört, dessen zunehmende Sichel erst kurz vor, dann bald nach Mitternacht untergeht.

Sternschnuppen-Infos

Wie viel Sie sehen

Die maximalen Fallraten, in Fachliteratur als ZHR angegeben, sind eine theoretische Größe. Die könnten Sie dann sehen, wenn der Radiant eines Meteorschauers senkrecht über Ihnen im Zenit wäre. Ist er tiefer, sinkt die Zahl deutlich. 
Und: Etwa ein Drittel des Himmels können Sie mit dem Blick umfassen. Sternschnuppen außerhalb dieses Drittels entgehen Ihnen.

Was sind Sternschnuppen?

Kreuzt die Erde eine alte Schweifspur eines Kometen, bringen deren winzige Staubteilchen beim Eintritt die Erdatmosphäre zum Glühen: Aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit regen die Teilchen die Atome unserer Atmosphäre zum Leuchten an. Was Sie am Nachthimmel aufblitzen sehen, ist also meist nicht das Teilchen selbst, sondern nur ein "Leuchtkanal" - die Bewegungsspur der Sternschnuppe. Auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne begegnet die Erde immer wieder den gleichen Kometenspuren, daher treten viele Meteor-Schwärme periodisch zum gleichen Datum auf.

Meteor oder Meteorit?

Ein Meteor ist der Lichtstrahl, der entsteht, wenn ein Himmelskörper in die Erdatmosphäre eintritt und mit seiner kinetischen Energie deren Atome zum Leuchten anregt. Das Wort stammt vom griechischen metéōron ab, der "Himmelserscheinung". Den eintretenden Körper, der diese Leuchterscheinung verursacht, nennt man Meteoroid (gelegentlich auch Meteorid). Als Meteoriten werden die Bruchstücke bezeichnet, die tatsächlich am Erdboden anlangen.
Sternschnuppen werden von Körpern verursacht, die so klein sind (zwischen einem Millimeter und einem Zentimeter), dass sie vollständig in der Erdatmosphäre verglühen. Wir nehmen nur deren Lichtstrahl wahr: Meteore.

Alpha-Capricorniden: Ein ganzer Monat voller Meteore

Ein Bolide

Zur gleichen Zeit hat noch ein dritter Sternschnuppenstrom sein Maximum: Die Alpha-Capricorniden sind schon ab dem 3. Juli aktiv und erreichen am 30. Juli ihren Höhepunkt, der bis zum 31. Juli dauern kann. Sie schicken nur rund fünf Sternschnuppen in der Stunde, in Ausnahmejahren zehn. Doch diese Meteore sind sehenswert: Sie leuchten hell in gelbem Licht und sind relativ langsam unterwegs. Manche erscheinen wie richtige Feuerbälle und ziehen eine lange Bahn hinter sich her: sogenannte Boliden.

Aus dem Steinbock

Von den schnellen Delta-Aquariden lassen sich die langsamen Capricorniden eigentlich nur durch ihre Geschwindigkeit unterscheiden, denn der scheinbare Ausstrahlungspunkt beider Sternschnuppenströme liegt dicht beieinander. Eine Karte finden Sie weiter oben auf dieser Seite.

Die Alpha-Capricorniden kommen scheinbar aus dem Sternbild Steinbock (lat: Capricornus), das im Juli etwa um elf Uhr abends im Südosten aufgeht, bald gefolgt vom Wassermann. Gegen Mitternacht steht dann der scheinbare Ausstrahlungspunkt beider Sternschnuppen-Schwärme hoch genug am Himmel für die Suche.

Tipps zum Fotografieren von Sternschnuppen

Zeit, Geduld & Übung

Sternschnuppen sind mit 35 bis 70 km/s ausgesprochen schnelle Objekte und daher schwer zu fotografieren. Bringen Sie Zeit und Geduld mit, um sich mit der Kamera erst einmal auf die Nachtfotografie "einzuschießen". Hier ein paar Tipps, falls Sie die Jagd mit der Kamera versuchen wollen.

Ausrüstung

Nachtfotografien müssen Sie so lange belichten, dass Sie die Bilder nicht mehr aus der Hand machen können.

  • Verwenden Sie Stativ und Fernauslöser (oder den Selbstauslöser), um die Bilder nicht zu verwackeln.
  • Sie benötigen eine Kamera, bei der Sie den Blitz ausschalten und Belichtungszeiten manuell einstellen können.
  • Benutzen Sie ein Objektiv mit möglichst kurzer Brennweite (Weitwinkel).

... und dann Licht, Licht, Licht

Sternschnuppen sind ausgesprochen lichtschwach. Um sie überhaupt abzulichten, hilft nur eins: So viel Licht wie möglich muss auf den Film! Die übrigen Objekte wie Bäume, Sterne etc. werden Sie damit überbelichten, allerdings sollte der Himmel dabei nicht allzu hell werden.

  • lange Belichtungszeiten wählen (bis zu 3 Minuten und mehr!)
  • Blende weit öffnen (kleine Blendenzahl)
  • hohe ISO-Werte einstellen

Die ersten Perseiden: Der größte Meteor-Strom des Jahres

Eine Perseiden-Sternschnuppe

Dazwischen flitzen auch immer schon ein paar ganz berühmte Sternschnuppen: Um den 17. Juli beginnt der Perseiden-Schauer. Zu seinem Maximum fliegen hundert bis dreihundert Schnuppen pro Stunde - doch das ist erst in der Nacht zum 13. August. Bis zum 24. August blitzen die berühmten Schnuppen immer wieder auf.

Daneben gibt es im Juli noch einige sehr schwache Ströme, die sich so sehr überschneiden, dass Sie in dunklen, mondfreien Nächten sicher oft die eine oder andere Sternschnuppe sehen werden. Also schnappen Sie sich Ihre Wunschliste und eine Decke - und viel Spaß beim Zählen! Vielleicht entdecken Sie bei der Gelegenheit auch die so seltenen leuchtenden Nachtwolken, die im Juli manchmal auftreten.

Meteor, Meteoroid oder Meteorit?

Ein Meteor ist der Lichtstrahl, der entsteht, wenn ein Himmelskörper in die Erdatmosphäre eintritt und mit seiner kinetischen Energie deren Atome zum Leuchten anregt. Das Wort stammt vom griechischen metéōron ab, der "Himmelserscheinung". Den eintretenden Körper, der diese Leuchterscheinung verursacht, nennt man Meteoroid (gelegentlich auch Meteorid). Als Meteoriten werden die Bruchstücke bezeichnet, die tatsächlich am Erdboden anlangen.

Sternschnuppen werden von Körpern verursacht, die so klein sind (zwischen einem Millimeter und einem Zentimeter), dass sie vollständig in der Erdatmosphäre verglühen. Wir nehmen nur deren Lichtstrahl wahr: Meteore.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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