Wissen - Sternenhimmel


206

Mondfinsternis am 7. August Partielle MoFi verdunkelte den Mond

Wer am 7. August einen wolkenfreien Himmel hatte, konnte eine kleine Mondfinsternis beobachten. In der frühen Abenddämmerung, kurz nach dem Aufgang des Mondes, war ein Teil der Mondscheibe vom Erdschatten angeknabbert.

Stand: 08.08.2017

Am Abend des 7. August gab es eine partielle Mondfinsternis. Den Höhepunkt verpassten wir leider, denn als der Mond am tiefsten in den Erdschatten gedrungen war, schien bei uns in Bayern noch die Sonne und der Mond war noch gar nicht aufgegangen.

Ablauf der partiellen Mondfinsternis am 7. August

Doch bis Viertel nach neun Uhr zog die Mondscheibe durch den Kernschatten der Erde, dann stand der Vollmond schon ein paar Fingerbreit über dem Horizont in der Abenddämmerung und seine Scheibe war am unteren Rand sichtlich angeknabbert. Im Nordwesten Deutschlands, etwa auf Sylt, ging der Mond erst auf, als er den Kernschatten gerade verließ.

Auch die übrige Mondscheibe war leicht verdunkelt: Sie lag vollständig im Halbschatten der Erde, der sich wie ein zarter, grauer Schleier über den Mond legte. Bis der Mond den Halbschatten komplett verließ, vergingen noch fast zwei Stunden. Für das bloße Auge war das schwer wahrnehmbar, aber die Mondscheibe war um fast eine Größenklasse dunkler als normal.

Mondfinsternis am 7. August 2017
UhrzeitEreignis
17.50 UhrEintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde beginnt
19.23 UhrEintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde beginnt
20.22 Uhrpartielle Mondfinsternis maximal
20.24 UhrMondaufgang in Berchtesgaden
20.34 UhrSonnenuntergang in Berchtesgaden
20.43 UhrMondaufgang in Würzburg
20.52 UhrSonnenuntergang in Würzburg
21.18 UhrMond hat den Kernschatten der Erde verlassen
22.51 UhrMond hat den Halbschatten der Erde verlassen

Von Afrika bis Australien sichtbar

Wo ist die MoFi zu sehen?

Bei dieser MoFi saßen wir in Bayern einfach am falschen Ende: Weiter im Osten, wo der Mond entsprechend früher aufging, war die Mondfinsternis in voller Länge zu sehen. Vom Osten Afrikas über die arabische Halbinsel, Asien, Teile Russlands bis nach Australien konnte der komplette Ablauf der Verfinsterung bestaunt werden. Aber trösten Sie sich: In gut einem Jahr gibt es wieder eine MoFi bei uns - eine totale Mondfinsternis, bei der die Mondscheibe glutrot wird. Und das fast zwei Stunden lang!

Foto-Tipps: So machen Sie tolle MoFi-Bilder!

Zeit & Übung

Eine Mondfinsternis lässt sich recht gut fotografieren, auch mit einer "ganz normalen" Digitalkamera. Sie brauchen auch keine speziellen Filter wie bei einer Sonnenfinsternis. Doch alle nächtlichen Himmelsobjekte sind eine Herausforderung. Hier ein paar Tipps, falls Sie die Jagd mit der Kamera versuchen wollen. Bringen Sie Zeit und Geduld mit, um sich mit der Kamera erst einmal auf die Nachtfotografie "einzuschießen". Die Mondfinsternis selbst dauert lang genug, um unterschiedliche Einstellungen zu versuchen.

Noch besser: Testen Sie Standort, Blickrichtung und Einstellungen der Kamera schon am Abend vor der Mondfinsternis! Aber Vorsicht: Am Abend vor der Mondfinsternis befindet sich der Mond etwa 50 Minuten früher dort, wo er zur MoFi sein wird.

grundlegende Tipps

Nachtfotografien müssen Sie so lange belichten, dass Sie die Bilder nicht mehr aus der Hand machen können. Das gilt selbst für den hellen Mond.

  • Verwenden Sie Stativ und Fernauslöser (oder Selbstauslöser) für unverwackelte Bilder.
  • Schalten Sie den Blitz aus und stellen Sie die Belichtungszeiten, wenn möglich, manuell ein.
  • Fokussieren Sie lieber manuell, der Autofokus kommt bei einer Mondfinsternis oft an seine Grenzen.
  • Machen Sie immer Belichtungsreihen mit unterschiedlichen Einstellungen.
  • Verwenden Sie lieber kleine ISO-Werte, damit die Bilder klar werden; mit höheren ISO-Werten können Sie zwar die Belichtungszeiten verkürzen, in Ihrer Aufnahme entsteht aber immer mehr Bildrauschen.
  • Stellen Sie eine möglichst offene Blende (kleine Blendenzahl wie 2.8 oder 4) ein, dann fällt mehr Licht in Ihr Objektiv und Sie können kleinere Belichtungszeiten wählen.

Weitwinkel oder Tele?

Versuchen Sie beides! Einfacher ist die Weitwinkel-Aufnahme. Details der Mondoberfläche werden aber erst ab 200 mm Brennweite eindrucksvoll.

  • Kleine Brennweiten (Weitwinkel) wie 28 oder 35 mm eignen sich für stimmungsvolle Panorama-Aufnahmen einer Mondfinsternis. Suchen Sie sich einen schönen Bildvordergrund! Der Mond selbst wird in der Aufnahme allerdings recht klein erscheinen.
  • Bei kleinen Brennweiten gelangt mehr Licht in die Kamera. Sie können kürzer belichten, die ISO-Zahl verringern oder die Blende für höhere Bildschärfe weiter schließen (größere Blendenzahl).
  • Längere Brennweiten ziehen bei einigen Kameras geschlossenere Blenden nach sich (die kleinste Blendenzahl ist dann z.B. 8 statt 4), dann müssen Sie die Belichtungszeit oder den ISO-Wert erhöhen
  • Je länger die Brennweite, umso stärker macht sich die Erddrehung bemerkbar, der Mond bewegt sich schneller durch Ihren Bildausschnitt (etwa 1/2 Mondbreite pro Minute). Bei 28 mm können Sie den Mond getrost 25 Sekunden lang belichten, bei 300 mm Brennweite verschmiert er schon ab 1 bis 2 Sekunden Belichtungszeit.

Belichtungswerte

Bei einer totalen Mondfinsternis ändert sich die Helligkeit des Mondes sehr stark, Sie müssen die Kamera-Einstellungen ständig anpassen. Während der unverfinsterte Vollmond so hell ist, dass er schnell überbelichtet wird (am besten in der Dämmerung fotografieren!), ist er bei der Totalität kaum noch zu sehen. Eine grobe Orientierung:

  • heller Vollmond vor/nach der Mondfinsternis: ISO 100, Belichtungszeiten um 1/100 bei geschlossenen Blenden (große Blendenzahl)
  • Halbschattenphase: Belichtungszeiten oder ISO-Werte verdoppeln
  • partielle Mondfinsternis: anfangs wie Halbschattenphase, dann immer länger belichten, offenere Blenden (kleinere Blendenzahlen) oder höhere ISO
  • totale Mondfinsternis: je nach Mondfinsternis wird die Mondscheibe unterschiedlich dunkel; Sie brauchen ISO-Werte zwischen 400 und 800 und Belichtungszeiten von 1-10 Sekunden bei weit offener Blende
  • Wenn Sie die Brennweite ändern (zoomen), ändern sich bei manchen Kameras auch Ihre Blendenwerte!

Mondfinsternis - ein seltenes Schauspiel

Eine Mondfinsternis gibt es immer nur bei Vollmond, wenn der Mond - von der Sonne aus gesehen - hinter der Erde vorbeizieht. Das macht er alle vier Wochen. Doch weil die Mondbahn leicht zur Erdbahn geneigt ist, zieht er dabei meist etwas ober- oder unterhalb der Achse Sonne-Erde vorbei und wird deshalb voll von der Sonne angestrahlt - Vollmond.

Kreuzt die Mondbahn jedoch zum Vollmond-Zeitpunkt die Erdbahn, liegen Sonne, Erde und Mond genau auf einer Achse und der Vollmond gerät in den Schatten der Erde - eine Mondfinsternis findet statt. Aus Sicht des Mondes schiebt sich die Erde vor die Sonnenscheibe und der Mann im Mond freut sich, denn er erlebt eine Sonnenfinsternis.

Im Halbschatten der Erde

So kommt eine Mondfinsternis zustande

Schatten ist aber nicht gleich Schatten: Fällt nur der Halbschatten der Erde auf den Mond, wie es zu Beginn und am Ende jeder MoFi der Fall ist, ist er kaum wahrnehmbar. Die Mondscheibe wird nur leicht angegraut. Beginn und Ende einer Halbschatten-Finsternis sind nur mit einem Fernglas sichtbar. Erst wenn etwa zwei Drittel der Mondscheibe in den Halbschatten der Erde eingetreten sind, werden Sie den grauen Schleier mit bloßem Auge wahrnehmen.

Totale Mondfinsternis - in glutrotem Schimmer

Kupferroter Mond bei der totalen Mondfinsternis über Bayern am 15. Juni 2011

Tritt der Mond auch in den Kernschatten der Erde, wird die Mondfinsternis unübersehbar: Der Erdschatten frisst sich in die Mondscheibe und lässt sie zur Sichel schrumpfen. Jetzt spricht man von einer partiellen Mondfinsternis. Eine totale Mondfinsternis ist es erst dann, wenn die gesamte Mondscheibe in den Kernschatten der Erde eintaucht. Dann wird der Mond stark abgedunkelt und müsste eigentlich sogar komplett aus unserem Blick verschwinden, verschluckt vom Kernschatten der Erde. Doch stattdessen erstrahlt der Mond plötzlich in glutrotem Schimmer, was die totale Mondfinsternis gerade so sehenswert macht.

Der Mond leuchtet 10.000-mal schwächer als vorher, doch Streulicht aus der Erdatmosphäre färbt ihn ein: Das langwellige, rote Lichtspektrum wird genau in den Schattenkegel abgelenkt. Der Mond wird gewissermaßen ins irdische Abendrot getaucht und bleibt damit während seiner totalen Verfinsterung gut sichtbar - anders als bei einer Sonnenfinsternis, bei der die Sonne vom Mond völlig verdeckt wird. Da die Leuchtkraft des Mondes während der totalen Mondfinsternis jedoch deutlich abnimmt, treten zum Zeitpunkt der Totalität plötzlich die Sterne um ihn hervor, die das helle Mondlicht sonst überstrahlt.

MoFi im Teleskop? Fragen Sie die Sternwarte in Ihrer Nähe!

Wenn der Vollmond als Sichel aufgeht

Vollmond in Sichelform

Bei einer partiellen Mondfinsternis, bei der nur ein Teil des Mondes in den Kernschatten der Erde rückt, kommt es nie zu diesem rostroten Schein. Dennoch ist der Anblick einer Teilfinsternis sehenswert: Der Vollmond erscheint als Sichel, die zunächst schrumpft und dann von Minute zu Minute anwächst. Die Halbschatten-Finsternis fällt dagegen kaum auf.

Zweimal im Jahr - aber eben nicht überall

Nur wenn der Vollmond genau durch den Schnittpunkt zwischen Mondbahn und Erdbahn wandert, durch einen der Drachenpunkte, wird er vom Erdschatten getroffen. Das passiert in jedem Jahr zweimal. Daher gibt es jährlich zwei Mondfinsternisse, irgendwo auf der Erde. Zwei Wochen vor oder nach einer MoFi kommt es immer auch zu einer Sonnenfinsternis - so auch diesmal: Am 21. August schiebt sich der Neumond vor die Sonne und sorgt damit für eine spektakuläre totale Sonnenfinsternis - allerdings nicht bei uns.

Die nächste Mondfinsternis für uns

MoFi-Termine für Bayern

  • 27.07.18: totale Mondfinsternis
  • 21.01.19: totale Mondfinsternis
  • 16.07.19: partielle Mondfinsternis

In einem Jahr gibt es wieder eine totale Mondfinsternis, am 27. Juli 2018. Aber auch diese MoFi sehen wir nur teilweise: Der Mond geht auf, wenn die Totalität gerade beginnt. Nicht ganz so schlimm, denn es ist immerhin die Mondfinsternis mit der längsten Totalitätsphase des ganzen Jahrhunderts: Eindreiviertel Stunden lang wird der Mond blutrot. Wer den ganzen MoFi-Verlauf unter optimalen Bedingungen sehen will, der sollte eine Reise in den Osten planen: Von der Türkei bis Indien, von Kasachstan bis in den Süden Afrikas wird diese Mondfinsternis in voller Länge zu sehen sein.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


206