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Mondfinsternis 10./11. Februar 2017 Halbschatten-MoFi verschleiert den Mond

In der Nacht vom 10. auf den 11. Februar ist in ganz Deutschland eine Mondfinsternis zu sehen. Doch Sie müssen genau gucken, denn der Mond tritt nur in den Halbschatten der Erde und hüllt sich in einen zarten, grauen Schleier. Genaue Zeiten und unsere besten Tipps.

Stand: 10.02.2017

Wenn der Vollmond am 10. Februar um kurz nach fünf Uhr abends aufgeht, ist ihm noch nichts anzusehen. Doch ein paar Stunden später verdunkelt sich unser Begleiter ein wenig: Ab kurz nach halb zwölf Uhr schiebt sich der Mond in den Erdschatten der Erde, bis kurz vor vier Uhr morgens. Wenn Sie davon nichts wissen, dann merken Sie es vermutlich nicht einmal. Um eine Halbschatten-Finsternis zu sehen, müssen Sie nämlich genau hinschauen.

Höhepunkt der MoFi und beste Beobachtungszeit

Ablauf der Halbschatten-Mondfinsternis am 10./11. Februar 2017

Um den Eintritt der Vollmond-Scheibe in den Halbschatten der Erde ab 23.34 Uhr beobachten zu können, brauchen Sie ein Fernglas. Nur so ist der zarte, graue Schleier zu erkennen, der sich von links über die Mondscheibe schiebt. Sobald sich der Mond zu zwei Dritteln im Halbschatten befindet, ist die MoFi auch fürs bloße Auge sichtbar. Um Viertel vor zwei Uhr nachts ist die Halbschatten-Mondfinsternis am größten. Die komplette Mondscheibe ist in den Halbschatten der Erde gerückt und um fast eine Größenklasse dunkler als normal. Der obere Rand der Mondscheibe berührt fast den Kernschatten der Erde, hier wird die Verfinsterung am deutlichsten.

Mondfinsternis am 10./11. Februar 2017 (Zeiten für München)
UhrzeitEreignis
23.34 UhrEintritt in den Halbschatten der Erde beginnt
1.33 Uhrexakter Vollmondtermin
1.45 UhrHalbschatten-Mondfinsternis maximal,
Mondscheibe komplett im Halbschatten der Erde
3.53 UhrAustritt aus dem Halbschatten endet

Optimale Bedingungen

Auch wenn eine Halbschattenfinsternis lange nicht so spektakulär ist wie eine normale Mondfinsternis, sind diesmal wenigstens die Bedingungen ideal zur Beobachtung: Der Mond steht während der ganzen Finsternis hoch am Himmel, der zu dieser Zeit auch ganz dunkel ist.

Beinahe weltweit sichtbar

Hier ist die Halbschatten-Mondfinsternis am 10./11. Februar zu sehen

Fast die ganze Welt hat Gelegenheit, diese MoFi zu sehen: Vom äußersten Osten Nordamerikas über ganz Europa und Afrika bis zu weiten Teilen Russlands ist die Mondfinsternis in voller Länge zu sehen. Der größte Teil Asiens kann zumindest den Beginn noch sehen, wenn dort der Mond gerade untergeht. Umgekehrt ist auf beiden amerikanischen Kontinenten das Ende der MoFi beim dortigen Mondaufgang sichtbar. Nur über Australien bleibt der Vollmond die ganze Nacht makellos.

Mondfinsternis - ein seltenes Schauspiel

So kommt eine Mondfinsternis zustande

Eine Mondfinsternis gibt es immer nur bei Vollmond, wenn der Mond - von der Sonne aus gesehen - hinter der Erde vorbeizieht. Das macht er alle vier Wochen. Doch weil die Mondbahn leicht zur Erdbahn geneigt ist, zieht er dabei meist etwas ober- oder unterhalb der Achse Sonne-Erde vorbei und wird deshalb voll von der Sonne angestrahlt - Vollmond.

Das Wetter für Nord- und Südbayern heute und in den kommenden 2 Tagen
  Heute Morgen Mittwoch
Nord leicht bewölkt; zum Wetter in Bayern heute stark bewölkt; zum Wetter in Bayern morgen 2° | 9° stark bewölkt; zum Wetter in Bayern übermorgen 5° | 8°
Süd wolkenlos; zum Wetter in Bayern heute -3° Regen; zum Wetter in Bayern morgen 2° | 6° wolkig; zum Wetter in Bayern übermorgen 5° | 9°

Kreuzt die Mondbahn jedoch zum Vollmond-Zeitpunkt die Erdbahn, liegen Sonne, Erde und Mond genau auf einer Achse und der Vollmond gerät in den Schatten der Erde - eine Mondfinsternis findet statt. Aus Sicht des Mondes schiebt sich die Erde vor die Sonnenscheibe und der Mann im Mond freut sich, denn er erlebt eine Sonnenfinsternis.

Im Halbschatten

Schatten ist aber nicht gleich Schatten: Zunächst fällt nur der Halbschatten der Erde auf den Mond und ist kaum wahrnehmbar. Die Mondscheibe wird nur leicht angegraut. Beginn und Ende einer Halbschatten-Finsternis sind nur mit einem Fernglas sichtbar. Erst wenn etwa zwei Drittel der Mondscheibe in den Halbschatten der Erde eingetreten sind, werden Sie den grauen Schleier mit bloßem Auge wahrnehmen.

Totale Mondfinsternis - in glutrotem Schimmer

Kupferroter Mond bei der totalen Mondfinsternis über Bayern am 15. Juni 2011 (Bild: Markus Dähne)

Tritt der Mond auch in den Kernschatten der Erde, wird die Mondfinsternis unübersehbar: Der Erdschatten frisst sich in die Mondscheibe und lässt sie zur Sichel schrumpfen. Jetzt spricht man von einer partiellen Mondfinsternis. Eine totale Mondfinsternis ist es erst dann, wenn die gesamte Mondscheibe in den Kernschatten der Erde eintaucht. Dann wird der Mond stark abgedunkelt und müsste eigentlich sogar komplett aus unserem Blick verschwinden, verschluckt vom Kernschatten der Erde. Doch stattdessen erstrahlt der Mond plötzlich in glutrotem Schimmer, was die totale Mondfinsternis gerade so sehenswert macht.

Der Mond leuchtet 10.000-mal schwächer als vorher, doch Streulicht aus der Erdatmosphäre färbt ihn ein: Das langwellige, rote Lichtspektrum wird genau in den Schattenkegel abgelenkt. Der Mond wird gewissermaßen ins irdische Abendrot getaucht und bleibt damit während seiner totalen Verfinsterung gut sichtbar - anders als bei einer Sonnenfinsternis, bei der die Sonne vom Mond völlig verdeckt wird. Da die Leuchtkraft des Mondes während der totalen Mondfinsternis jedoch deutlich abnimmt, treten zum Zeitpunkt der Totalität plötzlich die Sterne um ihn hervor, die das helle Mondlicht sonst überstrahlt.

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Wenn der Vollmond als Sichel aufgeht

Vollmond in Sichelform

Bei einer partiellen Mondfinsternis, bei der nur ein Teil des Mondes in den Kernschatten der Erde rückt, kommt es nie zu diesem rostroten Schein. Dennoch ist der Anblick einer Teilfinsternis sehenswert: Der Vollmond erscheint als Sichel, die zunächst schrumpft und dann von Minute zu Minute anwächst. Die Halbschatten-Finsternis fällt dagegen kaum auf.

Zweimal im Jahr - aber eben nicht überall

Nur wenn der Vollmond genau durch den Schnittpunkt zwischen Mondbahn und Erdbahn wandert, durch einen der Drachenpunkte, wird er vom Erdschatten getroffen. Das passiert in jedem Jahr zweimal. Daher gibt es jährlich zwei Mondfinsternisse, irgendwo auf der Erde. Zwei Wochen vor oder nach einer MoFi kommt es immer auch zu einer Sonnenfinsternis - so auch diesmal: Am 26. Februar schiebt sich der Neumond vor die Sonne und sorgt damit für eine spektakuläre ringförmige totale Sonnenfinsternis - allerdings nicht bei uns. Für jeden einzelnen Ort der Erde sind Sonnen- und Mondfinsternisse jedoch lange nicht so häufig. Zuletzt gab es bei uns im Bayern im September 2015 eine totale Mondfinsternis.

Die nächste Mondfinsternis für uns

MoFi-Termine für Bayern

  • 07.08.17: partielle Mondfinsternis
  • 27.07.18: totale Mondfinsternis

In einem halben Jahr können wir wieder eine "echte" MoFi bestaunen, zum Teil zumindest: Am 7. August 2017 gibt es eine partielle Mondfinsternis, von der wir hier in Bayern aber nur den Schluss bei Mondaufgang sehen.

Ein Jahr darauf gibt es dann wieder eine totale Mondfinsternis am 27. Juli 2018. Aber auch diese MoFi sehen wir nur teilweise: Der Mond geht auf, wenn die Totalität gerade beginnt. Nicht ganz so schlimm, denn es ist immerhin die Mondfinsternis mit der längsten Totalitätsphase des ganzen Jahrhunderts: Eindreiviertel Stunden lang wird der Mond wieder blutrot. Wer den ganzen MoFi-Verlauf unter optimalen Bedingungen sehen will, der sollte eine Reise in den Osten planen: Von der Türkei bis Indien, von Kasachstan bis in den Süden Afrikas wird diese Mondfinsternis in voller Länge zu sehen sein.


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