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Mondfinsternis am 27. Juli 2018 Das wird die perfekte MoFi!

Freitagabend vor den Ferien, ein lauer Sommerabend und dann geht der Riesen-Sommer-Vollmond auf. Noch besser: Kurz drauf wird der Mond glutrot - totale Mondfinsternis! Und zwar die längste des ganzen Jahrhunderts. Unbedingt vormerken: 27. Juli 2018.

Stand: 19.01.2018

Romantisches Dinner geplant? Einen Heiratsantrag? Oder eine Full-Red-Moon-Party? Wir haben in jedem Fall den perfekten Termin dafür: den Abend des 27. Juli 2018, Freitag vor Beginn der Sommerferien in Bayern. An diesem Abend sorgt die Natur selbst für die romantischste Beleuchtung, die man sich vorstellen kann: Der Sommer-Vollmond färbt sich glutrot, bei der längsten totalen Mondfinsternis dieses Jahrhunderts - von halb zehn bis Viertel nach elf Uhr abends.

Ablauf der totalen Mondfinsternis am 27.07.2018

Erst kurz davor erscheint der Mond überhaupt am Firmament: Zehn Minuten vor neun Uhr geht der Vollmond im Südosten auf, da ist die Sonne noch gar nicht untergegangen (Zeiten für München). Aber so richtig nach Vollmond sieht er gar nicht aus: Etwa die halbe Mondscheibe ist bereits in den Schatten der Erde getaucht, eine etwas ungewöhnliche Mondsichel geht auf - und schrumpft in der nächsten halben Stunde gehörig zusammen. Wohl dem, der sich weiter südöstlich befindet: Dort geht die Sonne früher unter und der Mond früher auf. Je nordwestlicher Sie sich befinden, umso länger müssen Sie auf den Mond warten. Wählen Sie in jedem Fall einen Standort mit freier Sicht zum Horizont im Südosten!

Zeiten der Mondfinsternis am 27. Juli 2018
UhrzeitEreignis
19.15 UhrEintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde beginnt
20.25 UhrEintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde beginnt
20.41 UhrMondaufgang in Berchtesgaden
20.50 UhrSonnenuntergang in Berchtesgaden
21.01 UhrMondaufgang in Würzburg
21.09 UhrSonnenuntergang in Würzburg
21.30 UhrBeginn der Totalität
22.23 Uhrtotale Mondfinsternis maximal
23.13 UhrEnde der Totalität
00.19 UhrMond hat den Kernschatten der Erde verlassen
01.29 UhrMond hat den Halbschatten der Erde verlassen

Längste Totalität - eindreiviertel Stunden Glutmond

Glutroter Mond bei einer totalen Mondfinsternis

Um halb zehn Uhr ist die Mondscheibe komplett vom Kernschatten der Erde bedeckt und vollständig verfinstert. Ab jetzt sehen Sie eine totale Mondfinsternis mit dem typisch glutroten Mond. Der Vollmond ist erst eine gute Handbreit über den Horizont geklettert und sieht bei der richtigen Perspektive riesengroß aus, ganz typisch für den Sommer-Vollmond. Dafür sorgt die Horizontnähe durch die Mondtäuschung, denn in Wirklichkeit ist dieser Vollmond der kleinste des ganzen Jahres, weil der Mond auf seiner elliptischen Bahn um die Erde gerade den größten Abstand zu uns hat. Aus diesem Grund dauert diese Mondfinsternis auch länger, die Totalität endet erst um Viertel nach elf Uhr. Mit eindreiviertel Stunden ist das die längste totale Mondfinsternis des ganzen Jahrhunderts!

MoFi und Mars - Opposition zu zweit

Rings um die MoFi

Während der Totalitätsphase der MoFi treten plötzlich rings um den Mond die Sterne wieder hervor, die vom Mondlicht überstrahlt wurden. Rings um den verfinsterten Vollmond treten die Sternbilder Steinbock und Wassermann wieder hervor, über dem Mond steht das auffälligere Sternbild Adler. Wenige Minuten nach Beginn der Totalität taucht genau unter der Mondfinsternis ein besonders helles Licht auf: unser Nachbarplanet Mars geht auf. Er ist viel heller als alle Sterne ringsum, denn Mars steht am 27. Juli genau in Opposition, der Sonne gegenüber wie der Vollmond drei Fingerbreit über dem Planeten. Drei Handbreit weiter rechts ist ein weiterer heller Planet zu sehen: Saturn schimmert auf dem Band der Milchstraße.

Von Afrika bis Indien sichtbar

Hier können Sie die MoFi am 27.07.2018 sehen

Vom Süden und Osten Afrikas über die Türkei und die arabische Halbinsel bis nach Indien kann der komplette Ablauf der MoFi bestaunt werden, während wir den Eintritt in den Halbschatten und Kernschatten der Erde nicht sehen. Allerdings verpassen damit nicht allzuviel. Und: Sie können sich beides ja im Anschluss an die Totalität ansehen, wenn Sie etwas länger wach bleiben. Von Viertel nach elf bis kurz vor halb ein Uhr nachts schiebt sich die Mondscheibe langsam wieder aus dem Kernschatten der Erde hinaus, ist dann nur noch vom Halbschatten grau überschleiert und strahlt ab halb zwei Uhr nachts wieder als ungetrübte Vollmondscheibe am Himmel.

Foto-Tipps: So machen Sie tolle MoFi-Bilder!

Zeit & Übung

Eine Mondfinsternis lässt sich recht gut fotografieren, auch mit einer "ganz normalen" Digitalkamera. Sie brauchen auch keine speziellen Filter wie bei einer Sonnenfinsternis. Doch alle nächtlichen Himmelsobjekte sind eine Herausforderung. Hier ein paar Tipps, falls Sie die Jagd mit der Kamera versuchen wollen. Bringen Sie Zeit und Geduld mit, um sich mit der Kamera erst einmal auf die Nachtfotografie "einzuschießen". Die Mondfinsternis selbst dauert lang genug, um unterschiedliche Einstellungen auszuprobieren.

Noch besser: Testen Sie Standort, Blickrichtung und Einstellungen der Kamera schon am Abend vor der Mondfinsternis! Aber Vorsicht: Am Abend vor der Mondfinsternis befindet sich der Mond etwa 50 Minuten früher dort, wo er zur MoFi sein wird.

grundlegende Tipps

Nachtfotografien müssen Sie so lange belichten, dass Sie die Bilder nicht mehr freihändig machen können. Das gilt selbst für den hellen Mond.

  • Verwenden Sie Stativ und Fernauslöser (oder Selbstauslöser) für unverwackelte Bilder.
  • Schalten Sie den Blitz aus und stellen Sie die Belichtungszeiten, wenn möglich, manuell ein.
  • Fokussieren Sie lieber manuell, der Autofokus kommt bei einer Mondfinsternis oft an seine Grenzen.
  • Machen Sie immer Belichtungsreihen mit unterschiedlichen Einstellungen.
  • Verwenden Sie lieber kleine ISO-Werte, damit die Bilder klar werden; mit höheren ISO-Werten können Sie zwar die Belichtungszeiten verkürzen, in Ihrer Aufnahme entsteht aber immer mehr Bildrauschen.
  • Stellen Sie eine möglichst offene Blende (kleine Blendenzahl wie 2.8 oder 4) ein, dann fällt mehr Licht in Ihr Objektiv und Sie können kleinere Belichtungszeiten wählen.

Weitwinkel oder Tele?

Versuchen Sie beides! Einfacher ist die Weitwinkel-Aufnahme. Details der Mondoberfläche werden aber erst ab 200 mm Brennweite eindrucksvoll.

  • Kleine Brennweiten (Weitwinkel) wie 28 oder 35 mm eignen sich für stimmungsvolle Panorama-Aufnahmen einer Mondfinsternis. Suchen Sie sich einen schönen Bildvordergrund! Der Mond selbst wird in der Aufnahme allerdings recht klein erscheinen.
  • Bei kleinen Brennweiten gelangt mehr Licht in die Kamera. Sie können kürzer belichten, die ISO-Zahl verringern oder die Blende für höhere Bildschärfe weiter schließen (größere Blendenzahl).
  • Längere Brennweiten ziehen bei einigen Kameras geschlossenere Blenden nach sich (die kleinste Blendenzahl ist dann z.B. 8 statt 4), dann müssen Sie die Belichtungszeit oder den ISO-Wert erhöhen
  • Je länger die Brennweite, umso stärker macht sich die Erddrehung bemerkbar, der Mond bewegt sich schneller durch Ihren Bildausschnitt (etwa 1/2 Mondbreite pro Minute). Bei 28 mm können Sie den Mond getrost 25 Sekunden lang belichten, bei 300 mm Brennweite verschmiert er schon ab 1 bis 2 Sekunden Belichtungszeit.

Belichtungswerte

Bei einer totalen Mondfinsternis ändert sich die Helligkeit des Mondes sehr stark, Sie müssen die Kamera-Einstellungen ständig anpassen. Während der unverfinsterte Vollmond so hell ist, dass er schnell überbelichtet wird (am besten in der Dämmerung fotografieren!), ist er bei der Totalität kaum noch zu sehen. Eine grobe Orientierung:

  • heller Vollmond vor/nach der Mondfinsternis: ISO 100, Belichtungszeiten um 1/100 bei geschlossenen Blenden (große Blendenzahl)
  • Halbschattenphase: Belichtungszeiten oder ISO-Werte verdoppeln
  • partielle Mondfinsternis: anfangs wie Halbschattenphase, dann immer länger belichten, offenere Blenden (kleinere Blendenzahlen) oder höhere ISO
  • totale Mondfinsternis: je nach Mondfinsternis wird die Mondscheibe unterschiedlich dunkel; Sie brauchen ISO-Werte zwischen 400 und 800 und Belichtungszeiten von 1-10 Sekunden bei weit offener Blende
  • Wenn Sie die Brennweite ändern (zoomen), ändern sich bei manchen Kameras auch Ihre Blendenwerte!

Mondfinsternis - ein seltenes Schauspiel

Eine Mondfinsternis gibt es immer nur bei Vollmond, wenn der Mond - von der Sonne aus gesehen - hinter der Erde vorbeizieht. Das macht er alle vier Wochen. Doch nicht jedesmal wandert er dabei auch durch den Erdschatten. Weil die Mondbahn leicht zur Erdbahn geneigt ist, zieht er dabei meist etwas ober- oder unterhalb der Achse Sonne-Erde vorbei und wird deshalb voll von der Sonne angestrahlt - Vollmond.

Kreuzt die Mondbahn jedoch zum Vollmond-Zeitpunkt die Erdbahn, liegen Sonne, Erde und Mond genau auf einer Achse und der Vollmond gerät in den Schatten der Erde - eine Mondfinsternis findet statt. Aus Sicht des Mondes schiebt sich die Erde vor die Sonnenscheibe und der Mann im Mond freut sich, denn er erlebt eine Sonnenfinsternis.

Im Halbschatten der Erde

So kommt eine Mondfinsternis zustande

Schatten ist aber nicht gleich Schatten: Fällt nur der Halbschatten der Erde auf den Mond, wie es zu Beginn und am Ende jeder MoFi der Fall ist, ist er kaum wahrnehmbar. Die Mondscheibe wird nur leicht angegraut. Beginn und Ende einer Halbschatten-Finsternis sind nur mit einem Fernglas sichtbar. Erst wenn etwa zwei Drittel der Mondscheibe in den Halbschatten der Erde eingetreten sind, werden Sie den grauen Schleier mit bloßem Auge wahrnehmen. Auch wenn das bloße Auge das schwer wahrnimmt: die Mondscheibe ist im Halbschatten um etwa eine Größenklasse dunkler als normal.

Totale Mondfinsternis - in glutrotem Schimmer

Kupferroter Mond bei der totalen Mondfinsternis über Bayern am 15. Juni 2011

Tritt der Mond auch in den Kernschatten der Erde, wird die Mondfinsternis unübersehbar: Der Erdschatten frisst sich in die Mondscheibe und lässt sie zur Sichel schrumpfen. Jetzt spricht man von einer partiellen Mondfinsternis. Eine totale Mondfinsternis ist es erst dann, wenn die gesamte Mondscheibe in den Kernschatten der Erde eintaucht. Dann wird der Mond stark abgedunkelt und müsste eigentlich sogar komplett aus unserem Blick verschwinden, verschluckt vom Kernschatten der Erde. Doch stattdessen erstrahlt der Mond plötzlich in glutrotem Schimmer, was die totale Mondfinsternis gerade so sehenswert macht.

Der Mond leuchtet 10.000-mal schwächer als vorher, doch Streulicht aus der Erdatmosphäre färbt ihn ein: Das langwellige, rote Lichtspektrum wird genau in den Schattenkegel abgelenkt. Der Mond wird gewissermaßen ins irdische Abendrot getaucht und bleibt damit während der totalen Mondfinsternis gut sichtbar - anders als bei einer Sonnenfinsternis, bei der die Sonne vom Mond völlig verdeckt wird. Da die Leuchtkraft des Mondes während der totalen Mondfinsternis jedoch deutlich abnimmt, treten zum Zeitpunkt der Totalität plötzlich die Sterne um ihn hervor, die das helle Mondlicht sonst überstrahlt.

In Bildern erklärt

MoFi im Teleskop? Fragen Sie die Sternwarte in Ihrer Nähe!

Wenn der Vollmond als Sichel aufgeht

Vollmond in Sichelform

Bei einer partiellen Mondfinsternis, bei der nur ein Teil des Mondes in den Kernschatten der Erde rückt, kommt es nie zu diesem rostroten Schein. Dennoch ist der Anblick einer Teilfinsternis sehenswert: Der Vollmond erscheint als Sichel, die zunächst schrumpft und dann von Minute zu Minute anwächst. Die Halbschatten-Finsternis fällt dagegen kaum auf.

Zweimal im Jahr - aber eben nicht überall

Nur wenn der Vollmond genau durch den Schnittpunkt zwischen Mondbahn und Erdbahn wandert, durch einen der Drachenpunkte, wird er vom Erdschatten getroffen. Das passiert in jedem Jahr zweimal. Daher gibt es jährlich zwei Mondfinsternisse, irgendwo auf der Erde. Zwei Wochen vor oder nach einer MoFi kommt es immer auch zu einer Sonnenfinsternis - so auch diesmal: Am 13. Juli schiebt sich der Neumond vor die Sonne und sorgt damit für eine partielle Sonnenfinsternis - allerdings nicht bei uns.

Die nächste Mondfinsternis für uns

MoFi-Termine für Bayern

  • 21.01.19: totale Mondfinsternis
  • 16.07.19: partielle Mondfinsternis
  • 10.01.20: Halbschatten-Mondfinsternis

Schon in einem halben Jahr gibt es wieder eine totale Mondfinsternis, am 21. Januar 2019. Allerdings findet sie am frühen Morgen statt und wir werden ihr Ende verpassen, weil der Mond bei uns dann bereits untergeht. Doch die gut eine Stunde dauernde Totalitätsphase werden wir sehen können. Allerdings nicht an einem lauen Sommerabend, sondern einem eisigen Wintermorgen.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.

  • Faszination Wissen: Im Bann des Monde - Wie es zu einer Mondfinsternis kommt. 28.09.2015, 22:00 Uhr, BR Fernsehen

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