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Tipps und Tricks fürs Internet

Online-Nachrichten Tipps und Tricks fürs Internet

Achim Killer berichtet über neue Trends im Internet, interessante Downloads und Probleme durch aktuelle Viren. Die Online-Nachrichten hören Sie samstags um 7.40 Uhr und als Wiederholung um 9.40 Uhr in B5 aktuell.

Themen am 28. Februar

Werbemüll

Wie vergangene Woche gemeldet, hat der größte PC-Hersteller Lenovo die Werbe-Software Superfish auf Laptops vorinstalliert. Das ist schon ein bisschen kleinkariert für einen Weltkonzern, für ein paar Dollar seinen Kunden Reklamemüll auf den Rechner zu packen. Damit aber nicht genug: Superfish entschlüsselt auch gesicherte Web-Verbindungen, packt Reklame hinein und verschlüsselt sie dann wieder. Und das macht dieses lausig geschriebene Stück Software äußerst schlampig: Web-Verbindungen werden üblicher Weise gesichert, indem sie mit einem öffentlichen, also allgemein bekannten Schlüssel verschlüsselt werden und dann mit einem wirklich geheimen beim Empfänger wieder entschlüsselt. Und was macht die Reklame-Firma? Packt ein- und dasselbe Schlüsselpaar auf Millionen von Rechnern.

Werbemüll

Für Anwender ist das übel. Für Internet-Kriminelle klasse. Die müssen nur einmal einen geheimen Schlüssel aus der Werbe-Software schälen und schon können sie nicht nur Werbemüll verbreiten, sondern auch vermeintlich verschlüsselte Passwörter abgreifen und Online-Konten leerräumen. Geht es noch schlimmer, fragt man sich da doch. Es geht: Über ein Dutzend anderer Werbeprogramme verfährt so ähnlich. Das sagen die Leute vom US-Cert, dem dortigen IT-Frühwarn-System. Man sollte seinen Rechner checken. Das geht auf:

Feuer unterm Hintern

Der Firefox Nummer 36 kann jetzt das neue Hypertext Transfer Protocol Nummer 2. Auf Deutsch: Richtig schnell geht's damit. Aber den Download-Helper, das Plug-in, mit dem man Filme etwa von Youtube herunterladen kann, unterstützt er jetzt nicht mehr. Mal sehen, vielleicht wird es ja noch angepasst.

Zombies

Europol und das BKA haben ein Bot-Netz Namens Ramnit ausgehoben. Über 3 Millionen Rechner waren mit der gleichnamigen Schad-Software verseucht, haben sich so in Zombies verwandelt, in PCs, die von Kriminellen ferngesteuert und dann ausgeweidet werden, durchsucht nach allen Daten, die sich zu Geld machen lassen. Jetzt hat die Polizei den Zombie-Hirten die Steuerungsrechner weggenommen.

Zombies

Ein anderes Bot-Netz hat das FBI ausgehoben, allerdings schon im vergangenen Mai: Game oder Zeus. 75 Millionen Dollar sollen diese Zombies mit Online-Bankraub gemacht haben, 27 Millionen mit Online-Erpressung. Der oberste Zombie-Hirte ist noch nicht gefasst. 3 Millionen Dollar Belohnung hat das FBI jetzt ausgesetzt.

Aus für Routerzwang

Das Bundeswirtschaftministerium hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, wonach Telekommunikationsunternehmen einem nicht vorschreiben dürfen, mit welchem Router man ins Netz geht. Das versuchen die nämlich immer wieder.

De-Mail schwächelt

Die angeblich sichere De-Mail wird nicht so angenommen, wie es die Regierung gerne hätte. Das geht aus ihrem Zwischenbericht hervor. Sie habe noch nicht die "kritische Masse" erreicht, heißt es darin. Die De-Mail funktioniert im Prinzip so wie die Werbe-Software Superfish. Die verschlüsselten Mails werden beim Dienstleister entschlüsselt, allerdings nicht um Reklame reinzupacken, sondern angeblich um nachzuschauen, ob Schad-Software drinsteckt. Ja, und natürlich lesen auch Strafermittler gerne etwas Interessantes, Verfassungsschützer und deren Kollegen von der NSA. Eigentlich klar, dass die De-Mail kein Renner ist.