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Vorgestellt // Mexican Elvis Auf den Spuren von John Frum Alaska

Auf ihrem ersten Album begeben sich Mexican Elvis auf die Spuren von "John Frum Alaska", so der Titel der Platte. Teil der musikalischen Mischung aus Pop und Folk mit Elektrospielerei ist on3-Moderator Laury.

Stand: 29.07.2010 | Archiv

Mexican Elvis | Bild: kyr records

Der gebürtige Sänger und Londoner Peter Hall lebt seit einigen Jahren in München und ist einer der vier Köpfe von Mexican Elvis. Als sich Peter und Laury Reichart, Moderator bei on3-radio und on3-startrampe, vor fünf Jahren in einem Münchner Club kennenlernen, geht alles flott: Beide wollen Musik machen. Also jammen sie zunächst ein paar Mal in Peters Schlafzimmer. Sie holen Laurys Schwester Maxi dazu, die Bass spielt und singt. Dann stößt Schlagzeuger Christoph Brandner dazu, der schon bei Lali Puna, Console und Saroos trommelt und heute dem Schlachthofbronx-Trio angehört. Das Schlafzimmer wird zu klein und sie mieten als Mexican Elvis einen Proberaum.

Sie wollen nicht nur dein Herz, sie wollen auch deinen Verstand

Mexican Elvis sind mehr als eine x-beliebige Indieband, die mit simplen Mitteln die große Gefühlsmaschine zu befeuern versucht. Die vier gehen den schweren Weg. So heißen die musikalischen Vorbilder nicht Blur oder Supergrass. Viel wohler fühlen sich Mexican Elvis mit Radiohead, dEUS und Sigur Ros, um nur einige abstraktere Indiebands zu nennen.

Musikalisch kann man ihre Musik als eine Mischung aus Folk, Elektronik und Pop beschreiben: Wunderbar weiche Gesangsharmonien und Melodien treffen da auf klare Gitarren- und Bassstimmen, auf Getrommel und Elektroschnipsel, die immer wieder abrupte Wendungen in die Songs bringen und sie auf den Boden zurück holen. Inhaltlich spiegelt sich dieser Stil wieder: Da geht es um die großen Dinge im Leben - um die Liebe und die Freundschaft -, aber eben auch um ganz Alltägliches.

"I'm still breating underneath the Schimmel-ceiling"

Mexican Elvis in ihrem etwas modrigen Proberaumkeller, dem sie auch schon einen Song gewidmet haben.

Fünf Jahre nach der ersten Bandprobe erscheint das Debütalbum, nach zwei EPs und einer Doppel-Single. "John Frum Alaska" heißt es, benannt nach einer Anbetungsfigur des im letzten Jahrhundert entstandenen "Cargo-Kults", einer Art Religion, die mit der Wiederkehr der Ahnen rechnet, die westliche Konsumgüter mitbringen sollten. Zwar hätte es auch schon früher genug Songs für ein Album gegeben, aber Mexican Elvis haben sich die Zeit gelassen, um neue Lieder zu schreiben und sich über ihren Sound den Kopf zu zerbrechen.

Zu hören gibt es auf "John Frum Alaska" nicht nur die Stimmen und Instrumente von Mexican Elvis, sondern auch einige Gäste: Den Cellisten und Kontrabassisten Volker Zander von Calexico, den Drummer und Violinisten Nico Sierig von der befreundeten Band Missent To Denmark und Pjotr Fijalkowski, Sänger der in den Neunzigern legendären Band Adorable.


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