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Vorgestellt // Boy Android Eingängig, nicht gefällig

Boy Android: Das ist ein Roboter im Körper eines Jungen. Das sind aber auch vier Münchner, die vermeintlich perfekte Popmusik in ein wunderschönes Gefühlskorsett packen.

Stand: 30.09.2009 | Archiv

Die Münchner Band Boy Android | Bild: Pär Kjellen

Boy Android stellen mit ihrer Musik den Sinn ihres Namens auf den Kopf: Perfektion anstreben - ohne steril zu klingen! Hinter den durchdachten Arrangements und technischen Maschinen stehen immer (noch) Menschen, Geschichten, Gefühle. Ruhige, repetitive Gitarrenmuster à la American Analog Set bereiten den Weg für eine sanfte Stimme und englische Texte. Ab und an folgt der Tritt auf den Footswitch für ein kleines Verzerrer-Intermezzo: alles aber wohltemperierte und dosierte Ausbrüche, die den Wohlklang und den Song nie aus den Augen verlieren.

In der Summe bleiben Boy Android stets ihrer Linie treu: schöne Songs, klar produziert. Aus der Ferne grüßen die musikalischen Ziehväter Death Cab For Cutie und The Weakerthans.

Der Android ist ein Arbeiter mit Hang zur Perfektion. Bei Boy Android behält aber immer das bübische Element, die Melodie, das Gefühl, das Ruhige und Romantische die Oberhand. Boy Android schreiben keine dreiminütigen Singalongs, aber wunderschön verträumte Indiepop-Stücke, die sich unbewusst und nachhhaltig ins Großhirn einschleifen. Eingängig, nicht gefällig! Den Seiltanz zwischen Pathos und Gefühlskitsch meistern Boy Android mit Leichtigkeit.


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