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Wüste - was ist das? Heiß, kalt und fast immer trocken

Die Minimaldefinition von Wüste: extreme Hitze und Wassermangel durch wenig oder gar keine Niederschläge. Diese beiden Faktoren bewirken wiederum wenig oder keine Vegetation.

Stand: 18.11.2019

Wüste pur: Wenig Regen, viel Hitze: Erg Chebbi in der marokkanischen Sahara-Wüste | Bild: picture-alliance/dpa

Theorien darüber, was eine Wüste ist, gibt es zwar nicht wie Sand am Meer, aber doch einige. Manche Wissenschaftler definieren sie als eine große vegetationslose bzw. -arme Fläche, für andere sind geomorphologische Merkmale ausschlaggebend: Zusammenhängende Sand-, Stein-, Schotter- oder Salzareale bezeichnen sie als Wüste.

Wüstenformen: Sand, Stein, Salz - Landschaften der Wüste

Klima in der Wüste: Hitze, Kälte und beides auf einmal

Infografik: Niederschlag in mm/Jahr: So viel Regen gibt es in den verschiedenen Wüsten | Bild: BR zur Infografik Trockenheit der Wüsten Niederschlagsmengen in mm/Jahr

Semiarid, arid, hyperarid: der Trockenheitsindex für Wüsten. "Arid" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "trocken", semiarid dementsprechend halbtrocken und hyperarid sehr trocken. [mehr]

Weitgehend einig ist man sich darüber, dass man von einer Trockenwüste spricht, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: extreme Hitze und Wassermangel durch wenig oder gar keine Niederschläge.

Hinzu kommt meistens aber noch ein weiterer Faktor, der Menschen, Tieren und Pflanzen das Leben in diesen Zonen schwer macht: die hohen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. So liegt in manchen Gebieten der Sahara die mittlere Tagestemperatur bei 45 °C und fällt in der Nacht auf bis zu -20 °C ab. Grund: Wegen fehlender Wolken strahlt die aufgestaute Hitze nachts ungehindert zurück in die Atmosphäre.

Naturkunst aus Stein: Wie Erosion die Wüste formt

Typisch Wüste: Der Regen erreicht den Boden nicht

Durch Trockenheit aufgerissener Lehmboden in der Syrischen Wüste

Fehlende Niederschläge ergeben sich nicht nur durch die Abwesenheit von Regenwolken, sondern auch aus der Verdunstungsrate. Sie ist in Wüsten zum Teil so hoch, dass der Regen sich verflüchtigt, bevor er auf den Boden fällt.

Die Abwesenheit von Wolken und die fehlende Vegetation begünstigen eine hohe Verdunstungsrate. Vor allem aber ist die Sonneneinstrahlung in den meisten Wüstenregionen intensiver: In Äquatornähe steht die Sonne oft zumindest fast senkrecht - wie ein zielgenau ausgerichteter Heizstrahler.

Halbwüsten - etwas feuchter als "echte" Wüsten

Die steppenähnliche Vegetation des Panamint Valley in der kalifornischen Wüste

Gegenden, die etwas feuchter als "echte" Wüsten und mit schütterer Strauch- und Grasvegetation bedeckt sind, bezeichnet man als Halbwüsten, auch als Wüsten-Steppen oder Wüsten-Savannen. Darunter fallen zum Beispiel die Kalahari in Botswana, Teile der Great Sandy Desert in Australien oder die Patagonische Wüste von Argentinien.

Wie Sanddünen entstehen

Experte für die "Wüsten der Erde"

Wüsten-Experte Michael Martin

Der Münchner Michael Martin hat weltweit fast alle Wüsten bereist, zumeist mit dem Motorrad. Aus den Expeditionen des Geografen ist unter anderem für den Bayerischen Rundfunk die zwölfteilige Filmreihe "Die Wüsten der Erde" sowie die 16-teilige Reihe "Planet Wüste" entstanden, die vom BR Fernsehen oder von ARD-alpha ausgestrahlt wurde.

  • Sendereihe Planet Wüste, Folge 1 bis 16 vom 24.12.2018 bis 01.01.2019 jeweils um 12.00 Uhr und 12.30 Uhr, ARD-alpha.
  • Sendereihe Wüsten der Erde, Folge 1 bis 12 vom 13.09. bis 18.10.2014 jeweils um 21.00 Uhr und 21.30 Uhr, ARD-alpha.

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