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Welt-Tollwut-Tag Reisende sollten sich gegen Tollwut impfen lassen

In Deutschland trat der letzte Tollwut-Fall 2006 auf. In Osteuropa und den Tropen besteht aber weiterhin Infektionsgefahr. Überträger sind je nach Region beispielsweise Säugetiere wie Füchse, Hunde, Waschbären oder auch Fledermäuse. Der einzige Schutz ist eine Impfung.

Stand: 28.09.2020

Fuchs | Bild: picture alliance/Zoonar

Tollwut - auch Rabies genannt - ist eine der gefährlichsten Infektionserkrankungen sowohl für den Menschen als auch für Tiere. Sie ist in vielen Teilen der Welt verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weltweit jährlich rund 59.000 Menschen an Tollwut sterben. Dabei ist eine hohe Dunkelziffer zu vermuten - besonders für die stark betroffenen Kontinente Asien und Afrika.

Deutschland gilt als tollwutfrei

Deutschland gilt seit 2008 als tollwutfrei. Durch systematische Bekämpfungsmaßnahmen wie zum Beispiel eine orale Immunisierung von Füchsen konnte das erreicht werden, so das Robert-Koch-Institut (RKI). Der letzte Fall bei einem Wildtier (außer Fledermäusen) trat hierzulande im Februar 2006 bei einem Fuchs auf. Auch viele andere europäischen Länder wie die Schweiz, Finnland, die Niederlande, Italien, Luxemburg, Frankreich, Belgien, Slowenien, die Tschechische Republik, Spanien, Portugal, Großbritannien, Irland und die skandinavischen Länder, gelten als tollwutfrei. Die aktuelle Situation kann man auf den Seiten der WHO Rabies Bulletin Europe einsehen. In etwa 100 Ländern in Asien, Mittel- und Südamerika, Afrika und Osteuropa kommt die Tollwut noch vor.

Auf Reisen steckt man sich an

Menschen, die im beruflichem oder sonstigem engen Kontakt zu Fledermäusen stehen und Personen, die in Laboratorien mit Tollwutviren arbeiten, sollten sich impfen lassen, empfiehlt das RKI. Das gilt ebenso für Menschen, die in einem Risikogebiet leben oder dort einen Urlaub planen, denn Tollwut verläuft tödlich. Die wenigen Personen, die sich hierzulande in den vergangenen Jahren eine Tollwut-Infektion zuzogen, hatten sich alle auf Reisen in Risikogebieten angesteckt.

Säugetiere können Tollwut übertragen

Mit Tollwut infizierte Tiere können mit ihrem Speichel den Menschen, aber auch andere Wild- oder Haustiere anstecken. Das Tollwut- oder Lyssa-Virus ist extrem anpassungsfähig, weshalb nahezu kein Säugetier vor ihm sicher ist.

Die bloße Berührung tollwütiger Tiere führt allerdings noch nicht zur Übertragung. Auch wenn Speichel der Tiere mit unserer Haut in Berührung kommt, können die Erreger lediglich durch kleine Verletzungen wie Kratzer oder Schürfungen eindringen. Meist erfolgt die Übertragung jedoch durch einen Biss.

Tollwut

Verbreitung

Tollwut wird von Tieren übertragen. In Deutschland trat die letzte Infektion 2006 auf, in vielen Entwicklungsländern dagegen besteht noch ein Infektionsrisiko. Tollwut ist für Menschen unbehandelt tödlich.

Alle Säugetiere - und sehr selten auch Vögel - können an Tollwut erkranken. In den USA wird die Krankheit vor allem von Fledermäusen und Waschbären übertragen, in Indien - dem Land mit der höchsten Tollwutrate bei Menschen - sind es streunende Hunde. Anstecken kann man sich auch an infizierten Tierkadavern, die noch Wochen infektiös sein können.

Ansteckung

Menschen infizieren sich hauptsächlich durch den Biss eines infizierten Tieres oder durch dessen Speichel, der auf durchlässige Hautstellen gelangt (z.B. Hautverletzungen, Schleimhäute). Im Körper wandert der Tollwutvirus dann über das Rückenmark zum Gehirn und löst dort eine Entzündung aus. Unbehandelt sterben Betroffene wenige Tage oder Wochen nach Krankheitsbeginn.

Symptome

Zu den ersten meist uncharakteristischen Krankheitsanzeichen gehören Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit, manchmal Fieber. Dann stellen sich eine ausgeprägte Wasserscheu ein, aggressive und depressive Verstimmungen oder Lähmungen. Unbehandelt fallen Patienten spätestens nach sieben Tagen ins Koma und sterben.

Impfung

Für eine vorbeugende Impfung muss man sich über einen Zeitraum von 28 Tagen insgesamt dreimal impfen lassen und den Impfschutz nach zwölf Monaten auffrischen. Die vorbeugende Impfung schützt zwar zuverlässig vor Tollwut, hält aber nur etwa fünf Jahre vor.

Wer Kontakt mit einem tollwutverdächtigen Tier hatte oder gebissen wurde, aber über keinen Impfschutz verfügt, muss mit fünf oder sechs Impfungen rechnen. Zusätzlich wird ein Antiserum gespritzt (Passivimpfung). Geimpft werden muss in den ersten Stunden nach dem Biss.

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen der Impfung sind im Allgemeinen gering. Es können auftreten: Rötungen, Schwellungen, Juckreiz an der Einstichstelle sowie Kopfschmerzen.

Was tun nach einem Biss?

Nach dem Kontakt mit einem auffälligen Tier bietet eine sofortige Impfung nahezu hundertprozentigen Schutz, versichern Mediziner. Fünf- bis sechsmal muss man dafür zum Arzt, dann ist der Impfschutz vollständig. Allerdings sollte man sich nicht darauf verlassen, in einem Risikogebiet auch unmittelbar ärztliche Hilfe zu bekommen - zumal man nicht sicher weiß, ob man einen Vorfall auch richtig einstuft.

Eine Impfung schützt bei Reisen in Risikogebiete

Besser ist es, sich vorher impfen zu lassen: Für eine vorbeugende Impfung muss man sich über einen Zeitraum von 28 Tagen insgesamt dreimal impfen lassen und den Impfschutz nach zwölf Monaten auffrischen. Die vorbeugende Impfung schützt zwar zuverlässig vor Tollwut, hält aber nicht das ganze Leben lang.

Welt-Tollwut-Tag am 28. September

Über 160 Menschen sterben täglich weltweit an Tollwut. Das entspricht rund 59.000 Todesfällen pro Jahr - und das sind nur die erfassten Fälle. Um das zu ändern, setzen sich am 28. September Hunderttausende Menschen auf der ganzen Welt für die Bekämpfung der Tollwut und eine bessere Aufklärung ein. Ihr Ziel ist es, die Zahl der Humaninfektionen zu reduzieren.

Welche Impfung für welches Land?:

Impfempfehlungen für die Reise finden Sie auf folgenden Seiten:


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