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Sozialkompetenzen Kommunikation

Von: Katharina Putz, Matthias Schranner

Stand: 03.08.2017

Schau dir zunächst das Video auf die folgenden Fragen hin an:

  • Um welche soziale Kompetenz geht es in diesem Film?
  • Was ist die erste kommunikative Herausforderung, die Trainerin Belle hat?
  • Warum ist es wichtig, dass Belle die Ziele für ihre Gruppe kommuniziert?

Weiter unten findest du die Antworten auf die Fragen im Lerncheck und vertiefende Informationen.

Lerncheck: Kommunikation

1

Um welche soziale Kompetenz geht es in diesem Film?

Antwort

Es geht um die Kommunikationsfähigkeit.

2

Was ist die erste kommunikative Herausforderung, die Trainerin Belle hat?

Antwort

Sie muss ihre Tänzerinnen und Tänzer motivieren.

3

Warum ist es wichtig, dass Belle die Ziele für ihre Gruppe kommuniziert?

Antwort

Die Gruppe ist motivierter, wenn sie weiß, wofür sie trainiert, sich anstrengt und so viel Zeit aufwendet. Das stärkt auch das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe.

Was versteht man unter Kommunikationsfähigkeit?

Kommunikationsfähig ist ein Mensch, der z. B. in der Lage ist

  • Themen sachlich zu besprechen, zu diskutieren und zu verhandeln
  • Leistungen anderer zu beurteilen sowie auch anderen die Möglichkeit zu geben, ihre Meinung zu äußern und deren Feedback und Kritik anzunehmen
  • andere zu motivieren
  • einfühlsam zuzuhören
  • persönliche Vorwürfe und Beleidigungen zu vermeiden
  • mit sozialer und kultureller Heterogenität umzugehen
  • die richtige Körpersprache einzusetzen.

Nonverbale Kommunikation

Ein wesentlicher Beitrag der Kommunikation ist der nonverbale Bereich. Es ist entscheidend, wie ein Satz von einer Person gesprochen wird. Über den Inhalt entscheidet der Tonfall (Ärger, Lob, Zufriedenheit, Ironie, ...), die Körpersprache und vor allem die Konnotation der Aussage (der Satzzusammenhang). Je besser ein Mensch in der Lage ist, diese Signale zu deuten, desto genauer nimmt dieser die kommunikative Variante der Aussage wahr und kann sie folgerichtig deuten und einschätzen. Das ist ebenfalls eine soziale Kompetenz, die Empathiefähigkeit, d. h. ich kann mich in die Gefühlslage meines Gegenübers hineinversetzen. Je besser ich dies kann, desto besser kann ich dessen Aussage dekodieren.

Einen weiteren Bereich der nonverbalen Kommunikation kennt jeder Schüler, der z. B. während des Unterrichts ohne laute Worte in Kontakt tritt. Sei es durch Zeichensprache oder Symbolik. Oft reicht ein Gesichtsausdruck, um genau zu verstehen, was mein Gegenüber in dieser Situation meint. Bei der Sprache über soziale Netzwerke wie z. B. WhatsApp verwenden wir gerne Emoticons – Gesichter, die bestimmte Gefühle ausdrücken. So kann ich meiner Botschaft eine emotionale Note geben und meinem Gegenüber meine Stimmungslage zeigen, ohne sie groß beschreiben zu müssen.

Kommunikationsmodelle

Das Nachrichten-Quadrat nach Friedemann Schulz von Thun

Hinter jeder Nachricht verstecken sich vier Aspekte, die wir mehr oder weniger bewusst senden beziehungsweise empfangen. Schulz von Thun nennt das "Nachrichten-Quadrat".

Mehr Informationen dazu findest du in der Deutsch-Lektion zur "Kommunikation: Vier Seiten einer Nachricht".

Das Eisbergmodell nach Freud

"Man sieht nur die Spitze des Eisbergs": Das Modell besteht im Wesentlichen darin, dass es auch bei einer Kommunikation einen sichtbaren und einen unsichtbaren Bereich gibt. Ein relativ kleiner Teil sind Sachbotschaften, die ich gut wahrnehmen kann. Ein sehr großer Teil ist eine Ebene der Kommunikation, die unbewusst, "auf der Beziehungsebene" abläuft.

Mehr Informationen dazu findest du z. B. hier auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung.

Das Sender-Empfänger-Modell nach Shannon und Weaver

Sender-Empfänger-Modell (nach W. Weaver/C. E. Shannon: The Mathematical Theory of Communication, Illinois 1949)

Wenn Menschen miteinander kommunizieren, werden sie zu Sendern und Empfängern. Der Sender möchte etwas mitteilen, zum Beispiel Gefühle, Ansichten, Wünsche oder eine Sachinformation. Das geschieht "codiert" über Sprache, Schrift oder Körpersignale. Sie "transportieren" die Botschaft zum Empfänger. Es wird also ein Signal ausgesendet. Der Empfänger muss das Signal wieder entschlüsseln, also "decodieren". Erst wenn er den Code "geknackt" und die Botschaft interpretiert hat, kann er darauf reagieren und selbst zum Sender werden.

Mehr Informationen dazu findest du in der Deutsch-Lektion zur "Kommunikation: Sender-Empfänger-Modell".

Gesetzmäßigkeiten der Kommunikation nach Paul Watzlawick

Paul Watzlawick und seine Kollegen Janet H. Beavin und Don D. Jackson haben 5 Axiome, also 5 Grundsätze, der Kommunikation formuliert. Er möchte damit zeigen, wie eng unsere sprachliche Kommunikation mit Beziehungen und Emotionen verbunden ist.

1. Axiom

Es ist unmöglich, nicht zu kommunizieren.

2. Axiom

Die Beziehungsseite der Kommunikation bestimmt, wie der Inhalt gesendet und empfangen wird.

3. Axiom

Kommunikation beruht auf einem Wechselspiel aus Aktion und Reaktion.

4. Axiom

Es kann digital (ohne Interpretationsspielraum) und analog (mit Interpretationsspielraum) kommuniziert werden.

5. Axiom

Die Kommunikation kann symmetrisch (Gleichheit der Partner) oder komplementär (Unterschiedlichkeit der Partner) sein.

Mehr Informationen und genauere Erläuterungen zu den 5 Axiomen findest du in der Deutsch-Lektion zur "Kommunikation: Paul Watzlawicks Axiome".