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Der Wald Multikulti statt Monotonie - der Waldumbau

Jahrhundertelang wurde der Wald zu Wirtschaftszwecken quasi "ausgebeutet". Waldflächen wurden stark dezimiert, öde und anfällige Monokulturen entstanden. Zurück zum naturnahen Mischwald lautet nun das Motto. Doch das ist nicht einfach.

Stand: 16.03.2017

1971 stellte der damalige bayerische Landwirtschaftsminister Hans Eisenmann (CSU) seinen "Waldfunktionsplan" vor. Er sah - auch unter dem vom Bund Naturschutz ausgeübten Druck - umfassende Ziele zum Schutz von Wäldern, zu ihrer nachhaltigen Pflege und ihrer Funktion als Holzlieferant vor. 1974 mündete das Ganze in das erste bayerische Waldgesetz. Ein Jahr später folgte das Bundeswaldgesetz, in dem der Schutz sämtlicher Waldfunktionen verankert ist.

Die Neuregelung markierte ein spätes politisches Umdenken, war doch bis dahin der Wald seit Jahrhunderten in erster Linie Wirtschaftsfaktor - mit immensen Folgen für das Landschaftsbild. Die Waldfläche war stark dezimiert worden. Widerstandsfähige Mischwälder hatte man durch wirtschaftlich ertragreiche, aber anfällige Monokulturen ersetzt - nicht nur im Flachland, auch in den Bergen, wo dadurch die Schutzfunktion verloren ging.

Buchen und Eichen, die einst für den Mythos des "Deutschen Waldes" herhalten mussten, sucht man daher heute in vielen Regionen mit der Lupe. Förster und Ökologen arbeiten nun verzweifelt daran, das Rad wieder etwas zurückzudrehen und naturnahe Mischwälder anzupflanzen, Bergwälder zu retten, Auwälder zu renaturieren.


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