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Stern von Bethlehem Geheimnis des Weihnachtssterns

Denken wir an den Stern von Bethlehem, haben wir einen Kometen mit einem langen Schweif vor Augen. Möglicherweise war es aber kein Komet, sondern eine besondere Konstellation von Jupiter und Saturn, die den Weisen aus dem Morgenland den Weg gewiesen hat.

Stand: 09.12.2015

Sterne und Kometen über Nachthimmel | Bild: picture-alliance/dpa

Die Suche nach dem Stern, von dem das Matthäus-Evangelium berichtet, ist fast so alt wie das Christentum selbst. Schon im zweiten Jahrhundert versuchten die Christen herauszufinden, was damals am Himmel stand. Jahrhundertelang hielt man einen Kometen für den Wegweiser am Himmel. Doch dagegen sprechen mehrere Argumente.

Komet mit Schweif - Wegweiser für die Weisen aus dem Orient

Das Wichtigste lautet: In der Antike galten Kometen nicht als Heilsboten, sondern waren mit Unheil verbunden. Warum sollte so ein Himmelskörper die Ankunft eines neuen Königs verkünden? Außerdem gibt es neben der Bibel keine anderen Quellen, die von einem Kometen berichten. Als Weihnachtsstern in Frage käme nur der Halleysche Komet, aber dieser war nur im Jahr zwölf vor Christus zu sehen. Jesu Geburt wird jedoch heute auf das Jahr sieben bis vier vor Christus datiert. Dieser Komet kann also nicht der Stern von Bethlehem gewesen sein.

Supernova als Weihnachtsstern

Eine Supernova - ist das die Erkärung für den Weihnachtsstern?

Im späten Mittelalter kam eine andere Weihnachtsstern-Theorie auf: Danach sollten zwei Planeten bei Christi Geburt gemeinsam wie ein Stern gestrahlt haben. Auch der Astronom, Mathematiker und Theologe Johannes Kepler vertrat diese Hypothese. Am Weihnachtsmorgen im Jahr 1603 beobachtete er von seinem Fenster in Prag aus eine Konjunktion, eine Begegnung von Merkur, Jupiter und Saturn am Himmel. Kepler rechnete zurück und kam zu dem Ergebnis: Im Jahr sieben vor Christus waren sich Jupiter und Saturn im Sternbild Fische sehr nahe gekommen. Als er am 9. Oktober 1604 eine Supernova beobachtete, die alle Sterne am Himmel überstrahlte, sah er dies als Bestätigung seiner Annahmen. Er vermutete: Im Jahr sieben vor Christus leuchtete ebenfalls eine Supernova am Firmament. Heute ist jedoch klar, dass die beiden Himmelsphänomene nichts miteinander zu tun haben.

Begegnung der zwei Riesenplaneten

Der Astronom Johannes Kepler will eine Konjunktion von Jupiter und Saturn berechnet haben.

Es sprechen noch weitere Gründe für die Annahme, der Stern von Bethlehem sei das gemeinsame Leuchten von Jupiter und Saturn gewesen. Jupiter galt als Königsplanet, Saturn soll der "Planet des Volkes Israel" und das Sternbild Fische Sinnbild für das Land Judäa gewesen sein. Eine so außergewöhnliche Konstellation hätte für die drei Weisen aus dem Morgenland, vermutlich Sternkundige aus Babylonien, nur eines bedeuten können: Ein neuer König der Juden ist geboren. Es gibt jedoch Zweifel, ob die babylonischen Astronomen den Planeten Saturn und das Sternbild Fische wirklich mit Israel und Judäa identifizierten. Babylonische Keilschrifttafeln legen außerdem nahe, dass die antiken Sterngucker der Konjunktion von Jupiter und Saturn keine besondere Bedeutung beimaßen.

Alles nur Legende?

War es nun ein Komet, eine Supernova oder eine besondere Planetenkonjunktion, die in den Jahren um Christi Geburt besonders hell leuchtete? Für die meisten Theologen spielt das keine Rolle: Sie halten den Stern von Bethlehem für eine Legende ohne realen Hintergrund. Matthäus hat ihn wohl in sein Evangelium aufgenommen, weil Prophezeiungen aus dem Alten Testament die Ankunft des Messias mit dem Leuchten eines Sterns ankündigen.


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