Telekolleg - Informatik


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Technologie - 7. Regelungstechnik 1. Alltagsbeispiele für Steuern und Regeln

Bei den spektakulären Rennen um den Admirals-Cup werden keine Kosten und Mühen gescheut, um den optimalen Kurs zu finden. Bei Schiffen ist der Begriff "Steuern" angebracht.

Stand: 13.04.2017 | Archiv

Die Crew der Rubin XIV beim Admiral's Cup 1997 | Bild: BR

Bei Schiffen ist der Begriff "Steuern" angebracht, denn die Auswirkung einer Entscheidung wird erst nach einiger Zeit erkennbar.

Beim Auto wird das Ergebnis einer "Steuerung" sofort spürbar.

Anders bei Autos und Motorrädern, hier werden die Auswirkungen von Lenkbewegungen innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde erfahrbar und müssen sofort passend verstärkt oder korrigiert werden.

Ein Auto wird also eigentlich "geregelt".

Autos und Motorräder werden deshalb eigentlich entgegen dem üblichen Sprachgebrauch nicht gesteuert, sondern "geregelt".

Ein Verkehrsleitsystem "regelt" den Verkehr mit Rückmeldungen.

Dazu ein anderes Beispiel: Ein Satelliten-Navigationssystem steuert den Verkehrsfluss. Es wäre gut, wenn das Navigationssystem Rückmeldungen von Fahrzeugen erhält, die sich gerade auf dieser Strecke befinden. Dies erlaubt ein Agieren, wo vorher nur ein Reagieren möglich war. Eine Rückkopplung ist genau der Übergang vom Steuern zum Regeln.

Für Dampfmaschinen wurde der erste "Regler" erfunden.

Regelungssysteme wurden in der Geschichte erst relativ spät eingeführt. Die erste Anwendung war vermutlich die Dampfmaschine. Wenn die Dampfmaschine z.B. eine Pumpe antreibt, wird ihr mehr abverlangt. Damit senkt sich ihre Drehzahl.

Der Fliehkraftregler (rotierendes Doppelpendel) hält die Drehzahl konstant.

Mit einem höheren Kesseldruck kann sich die Drehzahl im Gegenzug wieder erhöhen. Früher mussten Kinder dieses Dampfventil regeln; für eine höhere Leistung das Ventil mehr schließen und im Leerlauf mehr öffnen. Dann wurden Fliehkraftregler erfunden, die selbstständig bei wechselnden Belastungen Drehzahländerungen ausgleichen.


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