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Alle Planeten im Januar Von Venus bis Saturn sind alle zu sehen

Am frühen Abend jagt die strahlende Venus dem schwindenden Mars hinterher, während für geübte Beobachter Neptun und Uranus günstig stehen. Morgens zum Frühstück strahlt Gigant Jupiter und auch Saturn taucht wieder auf. Sogar der seltene Merkur ist kurz sichtbar.

Stand: 30.12.2016

Collage der Planeten des Sonnensystems vor dem Sternenhimmel | Bild: colourbox.com, NASA

Die ersten Lichter, die Sie abends am Sternenhimmel funkeln sehen, sind oft keine Sterne, sondern Planeten. Denn die meisten von ihnen strahlen viel heller als alle Sterne, weil sie uns vergleichsweise nah sind und das Sonnenlicht reflektieren. Da die Planeten unterschiedlich schnell die Sonne umkreisen, wandern sie stetig durch die Sternbilder und liefern sich miteinander so manches Wettrennen. Jeden Monat stehen sie etwas anders, allabendlich ändert sich ein bisschen.

Die Planeten im Januar im Überblick

Schon am frühen Abend fällt das Duo Venus und Mars im Westen auf. Sobald es wirklich finster ist, können Sie Uranus und in der ersten Monatshälfte auch Neptun entdecken. Der Riese Jupiter dominiert die zweite Nachthälfte und strahlt morgens zum Frühstück noch. Mitte Januar können Sie morgens auch den seltenen Merkur erblicken, zum Monatsende taucht auch Saturn wieder am Morgen auf.

Venus im größten Glanz als Abendstern

Was die Venus so hell macht

Das erste Licht, dass Sie abends im Januar erblicken werden, ist die Venus: Unsere helle Nachbarin hat in diesem Monat ihre schönste Zeit als Abendstern. Fast vier Stunden lang können Sie sie sehen, mehr als zwei Stunden lang sogar im Stockfinstern - das ist selten der Fall. Doch jetzt im Januar erreicht unsere innere Nachbarin auf ihrer Bahn um die Sonne ihren größten seitlichen Abstand zu ihr - aus unserer Sicht: ihre größte östliche Elongation. Und damit ihren größten Glanz als Abendstern.

Nach Sonne und Mond ist die Venus das hellste Objekt am ganzen Firmament - fast so hell wie alle anderen Sterne zusammen. Ihre scheinbare Helligkeit steigert sich im Januar auf -4,7 mag, fast schon maximal. Und so hell, dass sie sogar tagsüber zu entdecken ist, wenn Sie die Sonne abblenden. Spätestens eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang werden Sie die Venus leicht in der Abenddämmerung entdecken, noch recht hoch im Südwesten: Anfang Januar gegen fünf Uhr, am Monatsende eine gute halbe Stunde später. Eine Stunde später wird deutlich, dass die Venus nicht alleine ist:

Mars, der so andere Nachbar

Venus und Mars Anfang Januar

Dicht bei der Venus, ein Stück links über ihr, ist auch unser äußerer Nachbarplanet zu sehen, der Mars. Doch mit nur 1 mag scheinbarer Helligkeit ist er beinahe sechs Größenklassen dunkler als die Venus. Erst ab sechs Uhr (Ende Januar eine halbe Stunde später) zeichnet er sich am Abendhimmel ab. Mars ist auch viel kleiner als die Venus: Gerade einmal fünf Bogensekunden misst sein Scheibchen im scheinbaren Durchmesser, während die Venus im Januar auf dreißig Bogensekunden anwächst - ein dicker Brummer unter den nadelspitzenfeinen Sternpunkten.

Venus und Mars: enger, immer enger

Venus und Mars Ende Januar

Venus und Mars liefern sich ein Wettrennen am Abendhimmel. Beide Planeten kreisen recht flott um die Sonne und sind auch am Firmament sehr schnell unterwegs. Sie ziehen ostwärts und stehen allabendlich ein kleines Stückchen weiter links und höher. Die zwei Planeten wandern dabei durch den Wassermann auf die Fische zu. Die Venus ist dabei etwas schneller als der Mars und holt täglich auf: Anfang Januar ist sie noch eine gute Handbreit von ihm entfernt. Zum Monatsende hat sie den Abstand halbiert. Ganz erreichen wird sie ihn jedoch nicht.

Mondsichel dicht bei der Venus

Bis halb neun Uhr abends können Sie das Duo sehen, dann ist es längst finster geworden im Januar. Zum Monatsende ist die Venus sogar bis halb zehn Uhr sichtbar. Besonders schön ist der Anblick von Mars und Venus an den ersten Abenden im Januar, und den letzten: Dann ist jeweils die junge Mondsichel zu Besuch und zieht an dem Paar vorbei.

Neptun im Planetengerangel

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Ein dritter Planet wird beim Wettlauf von Venus und Mars schier überrannt, nahezu unbemerkt: der ferne Riese Neptun. Mars beginnt den Monat dicht bei ihm: Nur zwanzig Bogenminuten (weniger als der Vollmond im Durchmesser) entfernt steht er links über Neptun, während die Venus eine gute Handbreit rechts unter den beiden strahlt. Sie nähert sich Neptun Abend für Abend um ein Grad (einen halben Fingerbreit), Mars dagegen entfernt sich allabendlich von Neptun um drei Viertel Grad.

Neptun zwischen Venus und Mars

Das werden Sie leider an den ersten Abenden im Januar noch nicht beobachten können, dann steht die Mondsichel zu nahe und überstrahlt Neptun mit ihrem Licht. Denn Neptun ist so weit von der Erde weg, dass er nur eine scheinbare Helligkeit von 7,9 mag erreicht. Mit bloßem Auge ist er nicht mehr zu sehen, Sie benötigen ein Teleskop oder zumindest ein lichtstarkes Fernglas mit Stativ.

Es bleibt Ihnen im Januar wenig Zeit, um Neptun zu beobachten: Anfang Januar ist es etwa ab halb sieben Uhr dunkel genug, um ihn zu finden. Dann steht Neptun noch bequeme zweieinhalb Handbreit hoch im Südwesten und ist etwa eine Stunde lang zu sehen, bevor ihn die Dunstschicht am Horizont verschluckt. Doch jeden Abend geht Neptun etwas früher unter, während die Nacht ein kleines bisschen später hereinbricht, die Beobachtungszeit wird knapper. Dafür helfen Ihnen Mars und Venus bei der Suche nach ihm: Am 7. und 8. Januar finden Sie Neptun in der Mitte zwischen den beiden, am 12. Januar hat die Venus ihn erreicht und ist nur eine Vollmondbreite rechts von Neptun. Später im Monat wird er kaum mehr zu finden sein.

Uranus bequem zu beobachten

Uranus und Neptun

Neptuns Nachbarn Uranus können Sie im Januar dagegen besonders gut beobachten. Er steht ein gehöriges Stück links über Venus und Mars in den Fischen und wird Anfang Januar ab halb sieben Uhr sichtbar, zum Monatsende eine halbe Stunde später, hoch im Süden. Für eine bequeme Beobachtung mit dem Teleskop sollten Sie aber besser eine spätere Stunde wählen, wenn Uranus etwas tiefer steht. Zu Monatsbeginn können Sie ihn bis Mitternacht sehen, Ende Januar etwa bis halb elf Uhr.

Jupiter erhellt den Morgen

Jupiter zum Frühstück

Nach dem Untergang von Uranus bleibt der Nachthimmel im Januar kurz frei von Planeten. Doch nach halb zwei Uhr, Ende Januar sogar bereits gegen Mitternacht, taucht im Osten ein gewaltiges Licht auf: Jupiter erscheint, der größte Planet im Sonnensystem. Und er ist auch am Firmament ein Gigant: Seine Scheibe ist mit einem scheinbaren Durchmesser von fast vierzig Bogensekunden sogar noch größer als die der Venus. Dafür ist er etwas dunkler, übertrifft aber mit einer scheinbaren Helligkeit von -2,1 mag alle Sterne bei Weitem. Spika, knapp zwei Fingerbreit unter ihm, ist der hellste Stern der Jungfrau, aber drei Größenklassen dunkler als Jupiter. Die beiden sind trotzdem ein auffälliges Lichterpaar.

Mit dem Mond zum Frühstück

Jupiters ruhiges, weißes Licht ist bis in die späte Morgendämmerung zu sehen: Um sieben Uhr morgens steht er mehrere Handbreit hoch im Süden, Ende Januar im Südwesten. Besonders fotogen ist der Besuch des abnehmenden Mondes bei dem hellen Planeten: In der Nacht vom 18. auf den 19. Januar ist der Halbmond genau über Jupiter zu sehen, die Nächte davor und danach links bzw. rechts über ihm.

Kleine Chance auf kleinen Merkur

Merkur und Saturn in der Dämmerung

Für ein paar Tage können Sie im Januar sogar den kleinen Merkur sehen, ebenfalls bequem zum Frühstück. Der innerste Planet im Sonnensystem hat nur selten so viel Abstand zur Sonne, dass er vor oder nach ihr sichtbar wird. Doch etwa vom 10. bis 24. Januar ist Merkur aus unserer Sicht knapp zweieinhalb Handbreit rechts der Sonne und erscheint kurz vor ihr in der Morgendämmerung. Gegen halb sieben Uhr geht Merkur an diesen Tagen auf. Etwa eine halbe Stunde später ist er hoch genug über den Horizont geklettert, um in den Dunstschichten sichtbar zu werden. Denn Merkur ist mit bis zu -0,2 mag scheinbarer Helligkeit zwar dunkler als Jupiter, aber dennoch ein hell strahlendes Pünktchen. Fast bis halb acht Uhr morgens ist er in der zunehmenden Dämmerung zu sehen. Seinen größten Abstand zur Sonne, die größte westliche Elongation hat Merkur am 19. Januar, doch die beste Beobachtungszeit ist vom 14. bis 16. Januar, da geht Merkur am frühesten auf.

Sogar Saturn kehrt zurück

Ringplanet Saturn

Und auch Saturn kehrt im Januar ans Firmament zurück, nachdem er im Dezember hinter der Sonne vorbei gezogen ist: Etwa ab Mitte Januar wird er allmählich sichtbar, ein kleines Stück rechts über dem kleinen Merkur, ein größeres Stück links unter dem hellen Giganten Jupiter. Mit einem scheinbaren Durchmesser von mehr als 15 Bogensekunden ist Saturns Scheibchen mehr als doppelt so groß wie das von Merkur, doch Saturn ist etwas dunkler. Mitte Januar können Sie ihn etwa ab Viertel nach sechs Uhr tief im Südosten sehen, um sieben Uhr steht er dann schon eine Handbreit hoch über dem Horizont. Gegen halb acht erlischt der Ringplanet in der Morgendämmerung, Ende Januar schon kurz nach sieben Uhr. Dafür macht er sich zum Monatsende schon vor sechs Uhr bemerkbar. Am Morgen des 24. Januar führt die Mondsichel Sie zu Saturn und steht exakt über dem Planeten. Die Aufsuchkarte für Saturn finden Sie einen Absatz höher.

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