Wissen - Sternenhimmel


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Jupiter, Mars und Saturn im Juli Ein glanzvoller Abschied und ein strahlendes Duo

Die Stars der Julinacht sind die beiden Planeten Mars und Saturn, die sich im Süden im hübschen Skorpion tummeln. Doch der Gigant Jupiter hat noch nicht ganz aufgegeben. Und zwei Riesen verstecken sich in tiefer Nacht. Die Planeten im Juli 2016.

Stand: 30.06.2016

Collage der Planeten des Sonnensystems vor dem Sternenhimmel | Bild: colourbox.com, NASA

Am Firmament funkeln ein paar besondere Lichter: die Planeten, unsere Nachbarn im Sonnensystem. Die meisten von ihnen strahlen weitaus heller als Sterne, weil die Planeten uns viel näher sind. Sie erscheinen oft als erste Lichter abends in der Dämmerung und sind morgens als letzte noch zu sehen.

Die Planeten im Juli

Sobald der Himmel dunkel wird, können Sie drei strahlend helle Planeten sehen: Jupiter, der sich im Westen verabschiedet, und das Duo Mars und Saturn, das sich im Süden ein kleines Wettrennen liefert. Wer mit dem Teleskop und viel Geduld bewaffnet ist, kann morgens nach Neptun und Uranus Ausschau halten.

Jupiter nur noch früh am Abend

Jupiter tief im Westen

Jupiter bleibt auch im Juli noch das hellste Objekt am Firmament, abgesehen vom Mond. Nur deshalb wird Ihnen der größte Planet des Sonnensystems überhaupt noch auffallen, denn er nimmt seinen Abschied: Wenn der Himmel in der späten Abenddämmerung dunkelt, steht Jupiter schon tief im Westen - als auffälliges Licht. Anfang Juli ist er um elf Uhr abends noch eine gute Handbreit vom Horizont entfernt, zum Monatsende finden Sie ihn bereits um zehn Uhr abends nur noch vier Fingerbreit hoch im Westen. Anfang August wird er ganz verschwinden und längere Zeit nicht mehr zu sehen sein. Am 8. und 9. Juli hat Jupiter schöne Begleitung des zunehmenden Mondes, der am ersten Abend rechts von ihm, am Abend darauf links von ihm steht.

Mars und Saturn - auffälliges Paar am Abend

Mars und Saturn im Süden

Die Highlights im Juli sind Mars und Saturn, die bei Jupiters Abgang im Westen gerade im Süden ihren großen Auftritt haben: Dort stehen die beiden Planeten als strahlendes Paar im hübschen Sommersternbild Skorpion. Mars, der Linke im Duo, ist dabei der deutlich hellere der beiden, obwohl seine scheinbare Helligkeit im Juli von -1,4 auf -0,8 mag sinkt. Saturn ist dagegen nur etwa 0,3 mag hell - ein klein wenig heller als der hellste Skorpionstern Antares, den Sie drei Fingerbreit unter Saturn finden - auch ein auffallendes Paar.

Mars macht sich vor allem in Geschwindigkeit bemerkbar: Ende April war er noch dicht bei Saturn und stand etwa dort, wo Saturn jetzt zu finden ist. Im Mai und Juni wanderte Mars immer weiter nach Westen bis fast zur Waage. Und von dort kehrt er jetzt zu Saturn zurück. Anfang Juli steht Mars fast zwei Handbreit rechts von Saturn, Ende Juli ist er nur mehr eine gute Handbreit von Saturn entfernt. Unser roter Nachbarplanet hat dann das Krönchen des Skorpions fast wieder erreicht: Keine zwei Fingerbreit links über ihm sehen Sie den Stern Dschubba, unter dem Mars im August hindurch ziehen wird.

Allzu viel Zeit bleibt Ihnen allerdings im Juli nicht, um Mars und Saturn zu beobachten. Wenn es zu Monatsbeginn nach elf Uhr abends deutlich dunkelt, stehen beide etwa zwei Handbreit hoch - Saturn genau im Süden, Mars etwas westlich. Ende Juli ist Mars um die Uhrzeit schon deutlich dem Horizont entgegengerutscht und verschwindet bald nach Mitternacht. Dafür wird es am Monatsende schon etwas eher dunkel - um zehn Uhr abends ist dann die beste Zeit für das Planetenpaar.

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Besonders hübsch ist der Anblick zur Monatsmitte, wenn sich auch noch die wachsende Mondscheibe dazugesellt: Am 14. Juli ist der Mond genau über Mars, drei Fingerbreit entfernt. Am folgenden Abend steht unser Begleiter zwischen den beiden Planeten, am 16. Juli ist er dann schon an Saturn vorbei gewandert und links von ihm zu finden.

Neptun und Uranus für geübte Beobachter

Neptun und Uranus am Morgen

Noch ein Planeten-Paar hat der Juli zu bieten, aber ein unauffälliges: Die beiden Gasriesen Neptun und Uranus tauchen in den Morgenstunden auf. Doch die zwei sind nicht ganz einfach zu entdecken, denn beide sind so weit von der Erde entfernt, dass sie am Firmament nur schwache Lichtlein bilden. Uranus können Sie in einer sehr klaren Nacht gerade noch mit bloßem Auge sehen, doch für Neptun brauchen Sie ein lichtstarkes Fernglas mit Stativ oder ein Teleskop.

Anfang Juli können Sie Neptun etwa um zwei Uhr gut beobachten - davor ist der Planet noch etwas zu tief im Dunst des Horizonts, danach wird es bald zu hell für sein schwaches Licht. Uranus ist dann leider noch nicht zu sehen. Doch etwa zur Monatsmitte ist Uranus um die Uhrzeit auch hoch genug für eine Beobachtung. Ende Juli werden die Bedingungen bequemer: Beide Planeten gehen früher auf und die Nacht dauert länger. Selbst Uranus ist dann schon gegen ein Uhr gut zu sehen. Und die Morgendämmerung macht sich erst gegen vier Uhr störend bemerkbar.

Sie finden Neptun im Sternbild Wassermann, nur ein halbes Grad unter dem Stern λ. Neptun ist mit nur 7,8 mag scheinbarer Helligkeit allerdings noch um vier Größenklassen dunkler als der schwache Stern. Mitte Juli steht der Planet um zwei Uhr nachts zweieinhalb Handbreit hoch im Südosten. Anfang Juli eine Stunde später, Ende Juli eine Stunde früher. Uranus ist um die gleiche Zeit genau im Osten im Sternbild Fische zu finden, anderthalb Handbreit über dem Horizont. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 5,8 mag können Sie ihn gerade noch mit bloßem Auge entdecken. Mit nur wenigen Bogensekunden im scheinbaren Durchmesser sind beide Planeten winzig klein und wirken erst im Teleskop wie Scheibchen.

Kommt der Mond auch nur in die Nähe der beiden fernen Planeten, sind sie kaum mehr zu sehen. Neptun wird vom 21. bis 25. Juli vom Mondlicht überstrahlt, Uranus vom 24. bis 28. Juli.

Im Sonnenlicht verborgen

Die beiden innersten Planeten des Sonnensystems bleiben dagegen im Juli vor unseren Augen verborgen: Venus und Merkur sind auf ihren schnellen Bahnen gerade hinter der Sonne vorbei gezogen und stehen theoretisch nach ihrem Untergang am Abendhimmel. Doch beide sind so nah an der Sonne und so tief am Horizont, dass sie nicht zu sehen sind. Die Venus wird allerdings in den nächsten Monaten wieder für uns strahlen - als heller Abendstern. Doch davon mehr im August auf dieser Seite.


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