Wissen - Sternenhimmel


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Jupiter, Mars und Merkur am Morgen Planeten im Dezember

Zwei Planeten liefern sich im Dezember in der Morgendämmerung ein Wettrennen: Mars jagt Jupiter hinterher. Und das ganz bequem zum Frühstück! Auch der seltene Merkur taucht im Dezember noch auf. Unsere Tipps zur Planetenbeobachtung im Dezember.

Stand: 30.11.2017

Collage der Planeten des Sonnensystems vor dem Sternenhimmel | Bild: colourbox.com, NASA

Die ersten Lichter, die Sie abends am Sternenhimmel funkeln sehen, sind oft keine Sterne, sondern Planeten. Denn die meisten von ihnen strahlen viel heller als alle Sterne, weil sie uns vergleichsweise nah sind und das Sonnenlicht reflektieren. Da die Planeten unterschiedlich schnell die Sonne umkreisen, wandern sie stetig durch die Sternbilder und liefern sich miteinander so manches Wettrennen. Jeden Monat stehen sie etwas anders, allabendlich wandern sie ein bisschen.

Die Planeten im Dezember im Überblick

Wer im Dezember Planeten sehen will, der sollte vor allem morgens unterwegs sein. Es lohnt sich, denn im Osten tummeln sich gleich mehrere: Mars jagt dort den ganzen Monat lang Jupiter hinterher und Ende Dezember taucht der seltene Merkur noch bei ihnen auf. Geübte Beobachter können noch zwei weitere Planeten sehen: Die fernen Riesen Uranus und Neptun tauchen abends auf, wenn auch nicht mehr lange.

Für Geübte: Neptun und Uranus am Abend

Neptun und Uranus im Dezember

Um sieben Uhr abends, wenn es im Dezember stockfinster ist, ist eine gute Zeit für alle, die Uranus und Neptun erspähen wollen. Beide stehen um diese Uhrzeit hoch über dem Horizont, Neptun eher im Südwesten, Uranus im Südosten. Doch wer die fernen Planeten finden will, sollte ein geübter Beobachter sein: Sie brauchen ein kleines Teleskop oder zumindest ein sehr gutes Fernglas mit Stativ, um die beiden zu entdecken. Denn Neptun ist so weit von der Erde entfernt, dass sein Licht für uns nicht mehr zu sehen ist. Selbst im Teleskop erscheint er nur als Pünktchen. Uranus können Sie gerade noch mit bloßem Auge sehen, wenn die Nacht sehr, sehr klar ist. Allerdings erscheint er nur als sehr schwaches Licht.
Zwei helle Sterne helfen Ihnen, die beiden lichtschwachen Planeten zu finden: Neptun steht gut zwei Handbreit über Fomalhaut, dem hellsten Stern im Südlichen Fisch und einem der hellsten Sterne überhaupt am Firmament. Zu Uranus führt Sie die linke untere Ecke des auffälligen Herbstvierecks Pegasus, der Stern Algenib: Zwei Handbreit links unter ihm stoßen Sie auf Uranus.

Für Neptun bleibt Ihnen allerdings nur noch wenig Zeit zur Beobachtung. Anfang Dezember ist der Planet noch etwa bis zehn Uhr abends sichtbar, zum Monatsende steht er schon nach acht Uhr abends zu tief in der Dunstschicht am Horizont. Denn Abend für Abend geht Neptun etwas früher unter. Im neuen Jahr, wenn die Tage zudem allmählich wieder länger werden, wird Neptun bald nicht mehr zu sehen sein.

Uranus dagegen steht noch sehr hoch und ist Anfang Dezember bis drei Uhr nachts zu sehen, zum Jahresende immerhin noch bis ein Uhr. In den ersten und letzten Dezembernächten ist allerdings der Mond zu dicht und überstrahlt den schwachen Planeten mit seinem Licht.

Ihre schönsten Planeten-Fotos

Jupiter und Mars zum Frühstück

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Während sich in der ganzen langen Dezembernacht kein heller Planet zeigt, gibt es morgens am Firmament einiges zu sehen. Tief im Osten tummeln sich gleich mehrere Planeten. Den Anfang macht unser innerer Nachbar Mars, der sich zwischen halb und Viertel vor fünf Uhr morgens über dem Horizont zeigt. Um sechs Uhr, wenn die erste Morgendämmerung einsetzt, ist er bereits zwei Handbreit hoch geklettert. Unter Mars ist noch ein viel hellerer, größerer Planet zu sehen:

Planet Jupiter

Jupiter, Anfang Dezember noch anderthalb Handbreit von Mars entfernt, steht um sechs Uhr zu Monatsbeginn erst drei Fingerbreit über dem Horizont. Dennoch werden Sie Jupiter leichter entdecken als Mars, denn der größte Planet im Sonnensystem ist auch unter den Sternen ein ziemlicher Brummer:

Heller Jupiter mit seinen Monden

Mit einer scheinbaren Helligkeit von -1,7 mag ist Jupiter bei Weitem heller als alle Sterne und über drei Größenklassen heller als Mars. Jupiters Scheibchen ist mit 27 Bogensekunden im scheinbaren Durchmesser etwa sechsmal so groß wie die des Mars. Daher ist Jupiter schon kurz nach seinem Aufgang zu sehen und muss sich nicht erst über die Dunstschicht am Horizont erheben. Und er ist länger zu sehen, bis in die späte Morgendämmerung gegen halb acht Uhr. Mars dagegen verblasst schon eine Dreiviertelstunde eher.

Mars unterwegs zur Opposition

Der rote Planet Mars

Unser innerer Nachbar hat seine beste Zeit aber auch erst vor sich: Im kommenden Sommer wird Mars endlich wieder in Opposition stehen und seine kleinste Entfernung zur Erde seit zwei Jahren haben: knapp sechzig Millionen Kilometer. Derzeit ist er aber rund fünfmal so weit entfernt und daher noch etwas "dünn auf der Brust".

Täuschender Wettlauf der Planeten

Jupiter, Mars und der Mond im Dezember

Mars bewegt sich auffallend schnell übers Firmament und durch die Sternbilder hindurch: Anfang Dezember finden Sie den Planeten noch ganz dicht bei Spika, dem hellsten Stern im Sternbild Jungfrau.
Zum Monatsende hat sich Mars auf zwei Handbreit von Spika entfernt und ist im Nachbar-Sternbild Waage zu sehen. Fast hat er den großen Jupiter eingeholt, der dann nur noch anderthalb Fingerbreit links unter Mars sitzt.

Dass sich aber auch der Sternenhimmel tagtäglich etwas "verschiebt", führt bei Mars zum scheinbaren Stillstand: Um die gleiche Uhrzeit steht der Planet jetzt im Dezember immer etwa gleich hoch - zwei Handbreit um sechs Uhr. Jupiter dagegen geht Morgen für Morgen früher auf, steht jeden Morgen zur gleichen Zeit höher und nähert sich so dem Mars. Scheinbar, denn in Wirklichkeit läuft Jupiter nur nicht schnell genug vor dem kleinen Mars davon.

Besonders hübsch ist der Anblick von Jupiter und Mars in den Morgenstunden des 13., 14. und 15. Dezember, wenn auch noch die immer schmaler werdende Mondsichel in der Nähe der beiden steht.

Seltener Merkur - Morgenstern, Weihnachtsstern

Merkur zwischen den Jahren

Weihnachten kommt in diesem Jahr mit einem besonderen "Weihnachtsstern": Der seltene Merkur ist zum Monatsende kurz zu sehen. Etwa ab dem 24. Dezember taucht der innerste Planet morgens am Firmament auf. Wenn Sie also sowieso schon vor Sonnenaufgang nach Jupiter und Mars gucken, dann verweilen Sie noch ein wenig: Gegen sieben Uhr macht sich der kleine Merkur langsam in der Morgendämmerung bemerkbar, noch keine drei Fingerbreit über dem Horizont.

Weit kommt er auch nicht mehr, denn gegen halb acht Uhr wird es dann schon zu hell für ihn. Seine scheinbare Helligkeit bleibt mit -0,3 mag deutlich hinter dem strahlenden Jupiter (drei Handbreit rechts über Merkur) zurück, sein Scheibchen ist mit nur sieben Bogensekunden im scheinbaren Durchmesser im Vergleich winzig. Ein Fernglas kann hilfreich sein, um Merkur zu entdecken.

Im Sonnenlicht verborgen

Erfahrene Beobachter können in den allerersten Dezembertagen kurz vor Sonnenaufgang vielleicht noch einen Blick auf die Venus erhaschen, doch sonst bleibt unsere innere Nachbarin in diesem Monat vor unseren Augen verborgen. Sie schickt sich an, hinter der Sonne zu verschwinden und ist deren hellem Licht schon zu nahe. Der äußere Planet Saturn ist aus unserer Sicht im Dezember genau hinter der Sonne. Ende Januar wird er wieder auftauchen - morgens im Osten.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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