Wissen - Sternenhimmel


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Merkur löst die Venus ab Alle helle Planeten im März zu sehen

Abends gibt es ein Planeten-Gerangel im Westen: Unter dem Mars nimmt die Venus Abschied und wird vom seltenen Merkur abgelöst. Jupiter und Saturn beherrschen den Nachthimmel. Und dann taucht die Venus wieder auf - als Morgenstern.

Stand: 28.02.2017

Collage der Planeten des Sonnensystems vor dem Sternenhimmel | Bild: colourbox.com, NASA

Die ersten Lichter, die Sie abends am Sternenhimmel funkeln sehen, sind oft keine Sterne, sondern Planeten. Denn die meisten von ihnen strahlen viel heller als alle Sterne, weil sie uns vergleichsweise nah sind und das Sonnenlicht reflektieren. Da die Planeten unterschiedlich schnell die Sonne umkreisen, wandern sie stetig durch die Sternbilder und liefern sich miteinander so manches Wettrennen. Jeden Monat stehen sie etwas anders, allabendlich ändert sich ein bisschen.

Die Planeten im März im Überblick

Anfang März fällt am frühen Abend weiterhin die helle Venus auf. Mars über ihr ist dagegen recht unscheinbar geworden. Doch er bleibt, die Venus geht: Wo der Abendstern strahlte, taucht im letzten Monatsdrittel stattdessen der kleine Merkur auf, ein seltener Gast. Jupiter ist inzwischen die ganze Nacht lang zu sehen und Saturn mausert sich in den Morgenstunden. Zum Monatsende bekommt er Konkurrenz: Die Venus kehrt als Morgenstern zurück.

Planetengerangel nach Abend: Venus, Mars und Uranus

Anfang März tummeln sich am frühen Abend gleich mehrere Planeten am Sternenhimmel: Den Anfang macht die unübersehbar helle Venus, die Sie schon zwanzig Minuten nach Sonnenuntergang entdecken können: Etwa ab Viertel nach sechs Uhr (am 1. März, dann täglich etwa eine Minute später) taucht die Venus in der noch hellen Dämmerung auf und ist zweieinhalb Stunden lang zu sehen, bis Viertel vor neun Uhr, kurz vor ihrem Untergang.

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Eine gute Handbreit über der Venus wird Mars sichtbar, allerdings erst ab sieben Uhr abends. Denn unser äußerer Nachbar ist inzwischen so klein und lichtschwach geworden, dass er sich erst bemerkbar macht, wenn der Himmel deutlich dunkler geworden ist. Er ist aber immer noch heller als die Sterne um ihn herum. Bis etwa neun Uhr können Sie Mars sehen, dann schluckt der Horizontdunst sein Licht.

Venus, Mars und der Mond Anfang März

Eigentlich ist bei Mars sogar noch ein dritter Planet: Uranus ist Anfang März nur einen Fingerbreit von Mars entfernt. Doch der ferne Gasriese ist nur noch für geübte Beobachter mit lichtstarken Hilfsmitteln zu finden und wird Anfang März auch noch vom Mondlicht überstrahlt. Denn am 1. März gesellt sich die junge Mondsichel zu Venus und Mars, steht anderhalb Handbreit links über der Venus und keine drei Fingerbreit links unter Mars. Am Abend darauf ist der Mond ein gutes Stück über Mars gezogen.

Scheinbarer Stillstand für Mars

Für Mars ändert sich im März recht wenig - er steht allabendlich zur gleichen Zeit etwa in gleicher Höhe im Westen. Ein scheinbarer Stillstand, den der Planet nur deshalb erreicht, weil er so schnell unterwegs ist, dass er die Bewegung der Erde um die Sonne ein Stück weit ausgleichen kann. Ein fixes Objekt am Firmament, etwa ein Stern, geht zum Monatsende zwei Stunden eher unter als zu Monatsbeginn. Mars dagegen können Sie auch Ende März noch bis neun Uhr beobachten (zehn Uhr in der dann herrschenden Sommerzeit).

Längere Tage, kürzere Beobachtungszeit

Allerdings werden die Tage im März immer länger - Sonnenuntergang ist täglich rund eine Minute später. Und damit wird Mars jeden Abend später sichtbar. Ende März können Sie ihn erst eine Stunde später erblicken, ab acht Uhr (neun Uhr Sommerzeit). Auch alle anderen Objekte werden allabendlich später sichtbar - sogar die helle Venus.

Abschied des Abendsterns Venus

Für die Venus ändert sich im Monatsverlauf noch viel mehr. Denn unsere innere Nachbarin ist gerade dabei, uns auf der Innenbahn zu überholen. Aufs Firmament projiziert bedeutet das: Die Venus rast der Sonne entgegen und geht Abend für Abend vier bis fünf Minuten früher unter, während die Sonne immer später untergeht. Am 20. März wird sie erst gegen sieben Uhr sichtbar, steht dann nur noch zwei Fingerbreit über dem Horizont und verschwindet um kurz nach sieben Uhr. Damit beendet sie ihre Abendsichtbarkeit. Der Abendstern nimmt seinen Abschied - aber nur etwa eine Woche lang: Am 25. März steht die Venus genau zwischen Erde und Sonne, danach taucht sie als Morgenstern im Osten wieder auf.

Abnehmende Sichel der Venus

Auch wenn das Beobachtungsfenster am Abend förmlich dahinschmilzt: Jetzt lohnt es sich besonders, die Venus durch ein starkes Fernrohr oder gar ein Teleskop zu betrachten, vielleicht in einer Sternwarte in Ihrer Nähe. Denn wie der Mond nimmt auch die Venus ab, bevor sie sich zwischen Erde und Sonne schiebt. Abend für Abend wird die Sichel der Venus zarter. Als Morgenstern wird sie dann tagtäglich wieder zunehmen.

Neues Abendsternchen: der kleine Merkur

Merkur Ende März abends unter Mars

In dem Moment, in dem die Venus geht, taucht ein neuer Planet unter Mars auf: Der seltene Merkur erscheint für kurze Zeit abends im Westen, als winziges, gleißendes Pünktchen tief am Horizont. Er ist nicht leicht zu finden, doch es ist das einzige Mal in diesem Jahr, dass Merkur abends überhaupt zu sehen ist. Verglichen mit der Venus ist Merkur schmächtig. Die Venus ist am 20. März mit einer scheinbaren Helligkeit von -4,1 mag das hellste Objekt nach Sonne und Mond. Merkur mit nur -1,3 mag ist fast drei Größenklassen dunkler. Im scheinbaren Durchmesser misst er nur sechs Bogensekunden - die Venus dagegen zehnmal so viel.

Merkur ist dennoch immer noch größer und viel heller als der Mars, der hoch über ihm steht. Aber Merkur steht viel ungünstiger - dichter bei der Sonne und damit näher am dämmrig-dunstigen Horizont. Um Merkur zu erwischen, brauchen Sie einen sehr klaren Abend und gute Horizontsicht, denn der innerste Planet steht schon tief, wenn der Himmel endlich dunkel genug für ihn geworden ist. Gegen sieben Uhr abends (Winterzeit) wird Merkur am 19. März sichtbar, nur gut zwei Fingerbreit über dem Horizont. Kurz nach sieben Uhr verschwindet er schon wieder im Dunst und geht unter. Ende März haben Sie dagegen fast eine Stunde Zeit, Merkur zu entdecken, der dann aber um eine ganze Größenklasse an Helligkeit eingebüßt hat. Durch die längeren Tage wird er dann erst ab Viertel nach sieben Uhr (Viertel nach acht Uhr Sommerzeit) sichtbar, ist dafür aber bis kurz nach acht Uhr (neun Uhr in Sommerzeit) zu sehen, wenn der Himmel fast nachtschwarz ist.

Am 29. März hilft Ihnen die Mondsichel bei der Suche: Sie steht an dem Abend vier Fingerbreit links von Merkur. Am Abend darauf ist sie bis auf drei Fingerbreit an Mars herangerückt.

Ihre schönsten Planeten-Fotos

Jupiter beherrscht die Märznacht

Jupiter im März

Wenn der aufgeregte Planetentanz im Westen gerade endet, macht sich im Südosten ein sehr ruhiges, gewaltiges Licht bereit, die Nacht zu durchschreiten: Jupiter erscheint. Anfang März taucht er kurz vor zehn Uhr abends im Südosten auf, zum Monatsende dann schon ab halb acht Uhr (halb neun Uhr Sommerzeit), wenn es noch dämmert. Der größte Planet des Sonnensystems ist nicht zu übersehen: Mit über vierzig Bogensekunden im scheinbaren Durchmesser ist sein Scheibchen riesig und mit einer scheinbaren Helligkeit von rund -2,4 mag überstrahlt Jupiter alle Sterne des Nachthimmels bei Weitem. Besonders schön ist der Anblick am 14. März, wenn der noch sehr volle Mond keinen Fingerbreit von Jupiter entfernt ist. Am Abend davor und danach ist der Mond eine gute Handbreit weiter weg. Erst nach Sonnenaufgang geht Jupiter unter, kurz davor löscht die Dämmerung sein Licht.

Jupiter hat sich eine zarte Begleitung gewählt: Spika, der hellste Stern im Frühlings-Sternbild Jungfrau, ist nur zwei, drei Fingerbreit unter dem Planeten. Sie ist der zehnthellste bei uns sichtbare Stern - und doch um drei Größenklassen dunkler als der Planet über ihr. Wenn Sie das Paar sehr genau beobachten, können Sie zusehen, wie sich Jupiter im Verlauf des Februar ein kleines Stück von der Spika entfernt - und zwar "verkehrt" herum: Normalerweise wandern Planeten ostwärts durch die Sternbilder, doch Jupiter dreht gerade seine Oppositionsschleife: Weil die Erde gerade dazu ansetzt, ihn auf der Innenbahn zu überholen, wandert er jetzt vier Monate lang westwärts durch die Sternbilder.

Saturn und der Sommer zum Frühstück

Ringplanet Saturn

Frühaufsteher können noch einen weiteren hellen Planeten im März sehen: Saturn taucht morgens auf. Zu Monatsbeginn ist der Ringplanet erst nach halb vier Uhr im Südosten zu sehen, Ende März dann schon ab Viertel nach eins (Viertel nach zwei Uhr Sommerzeit). Im Vergleich mit Jupiter ist Saturn ein eher bescheidenes Licht mit nur 0,5 mag scheinbarer Helligkeit. Dennoch: Auch er ist heller als alle Sterne ringsum. Nur Antares, die rote Riesensonne im Skorpion ein Stück weiter rechts, kommt ihm nahe. Saturns Helligkeit reicht aus, dass Sie ihn bis in die späte Morgendämmerung erkennen können, etwa bis halb sieben Uhr. Zum Monatsende hat er dann auch schon fast seine höchste Position erreicht und steht genau im Süden.

Saturn in den Sommer-Sternbildern

Und Saturn bringt den Sommer mit: Rechts von ihm reckt das hübsche Sternbild Skorpion den Kopf über den Horizont, links von Saturn geht der Schütze auf. Tagtäglich wird Saturn mit diesen Sternbildern früher aufgehen, bis sie dann in den Sommermonaten als typische Sommer-Sternbilder den Abendhimmel schmücken. Am 20. März steht der abnehmende Halbmond nur zwei Fingerbreit rechts über Saturn.

Die Venus kehrt zurück - als Morgenstern

Ganz zum Schluss hat der März noch ein Planeten-Highlight zu bieten: Die Venus, in der ersten Monatshälfte noch strahlender Abendstern, kommt zurück. Am 25. März ist sie zwischen Erde und Sonne durch ihre untere Konjunktion gezogen. Danach taucht sie vor der Sonne wieder am Firmament auf: als Morgenstern im Osten.

Venus als Morgenstern Ende März

Schon ab dem 26. März könnte sie wieder zu sehen sein, zumindest mit einem Fernglas. Die Mondsichel führt Sie: Gegen halb sieben Uhr (Sommerzeit) geht ihr zarter Strich im Osten auf, in der schon hellen Dämmerung. Sie brauchen freie und klare Sicht zum Horizont, um den Mond zu entdecken. Zweieinhalb Handbreit links vom Mond auf fast gleicher Höhe steht die Venus, nur einen Fingerbreit über dem Horizont. Schon eine Viertelstunde später verblasst sie im Licht des nahenden Sonnenaufgangs. Doch sie ist strahlend hell (nur wenig dunkler als der Mond) und mit achtzig Bogensekunden im scheinbaren Durchmesser ist ihr Scheibchen ein ziemlicher Brummer. Besser gesagt: ihr Sichelchen, denn die Venus ist jetzt ebenso sichelförmig wie der Mond.

Tag für Tag geht die Venus um vier Minuten früher auf und erarbeitet sich damit mühsam einen Vorteil gegenüber der täglich zwei Minuten früher aufgehenden Sonne. Am 31. März können Sie die Venus dann schon fast eine halbe Stunde lang finden: von kurz nach sechs bis kurz nach halb sieben Uhr (Sommerzeit). Doch ihre beste Zeit als Morgenstern wird sie erst ab Ende April erreichen.

Nur ein Planet ist im März gar nicht zu sehen: Neptun ist zwar hinter der Sonne wieder hervorgekrochen, steht aber morgens noch zu tief am Horizont, um sichtbar zu werden.


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