Wissen - Sternenhimmel


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Planeten im August Jupiter am Abend, Venus am Morgen

Ganz kurz können Sie im August noch den Riesen Jupiter bewundern, der als erstes Licht am Sternenhimmel erscheint. Dann jedoch regiert der Ringplanet Saturn. Das Highlight erscheint aber erst am Morgen: die Venus als strahlender Morgenstern.

Stand: 31.07.2017

Collage der Planeten des Sonnensystems vor dem Sternenhimmel | Bild: colourbox.com, NASA

Die ersten Lichter, die Sie abends am Sternenhimmel funkeln sehen, sind oft keine Sterne, sondern Planeten. Denn die meisten von ihnen strahlen viel heller als alle Sterne, weil sie uns vergleichsweise nah sind und das Sonnenlicht reflektieren. Da die Planeten unterschiedlich schnell die Sonne umkreisen, wandern sie stetig durch die Sternbilder und liefern sich miteinander so manches Wettrennen. Jeden Monat stehen sie etwas anders, allabendlich ändert sich ein bisschen.

Die Planeten im August im Überblick

Drei helle Planeten führen Sie durch die Augustnacht: Ganz kurz können Sie am Abend noch den Riesen Jupiter sehen. Doch die Herrschaft über die Nacht hat Saturn, der Ringplanet. Morgens steht die Venus strahlend im Osten. Und geübte Beobachter können die beiden fernen Gasriesen Neptun und Uranus entdecken.

Jupiter tief im Südwesten

Jupiter im August

Viele Monate lang hat er unangefochten den Sternenhimmel beherrscht, jetzt zieht er sich zurück, der größte Planet im Sonnensystem: Jupiter ist im August nur noch kurz am frühen Abend zu sehen. Zu Monatsbeginn können Sie ihn ab halb zehn Uhr für etwa anderthalb Stunden im Südwesten finden, Ende August nur noch etwa eine Stunde lang, dafür schon ab kurz nach acht Uhr.

Mit einer scheinbaren Helligkeit von -1,8 mag ist Jupiter aber auch in der Abenddämmerung ein auffälliges Licht. Schön ist der Anblick vom 24. bis 26. August, wenn die noch junge Mondsichel an Jupiter vorüberzieht und dabei am 25. August nur anderthalb Fingerbreit von dem Planeten entfernt ist. Gerade in der Dämmerung ein schönes Fotomotiv!

Ihre schönsten Planeten-Fotos

Saturn auf der Milchstraße

Herr der Nacht ist im August Saturn, der ebenfalls schon in der Abenddämmerung sichtbar wird. Anfang August macht er sich etwa um halb zehn Uhr bemerkbar, dann steht er genau im Süden, an seiner höchsten Position etwa zwei Handbreit über dem Horizont. Zum Monatsende können Sie schon eine Stunde eher nach ihm gucken, da es früher dunkel wird. Dann ist der Planet allerdings schon etwas tiefer in den Südwesten gerückt. Ende August ist Saturn nur noch bis Mitternacht zu sehen, zu Monatsbeginn zwei Stunden länger.

Saturn Anfang August

Saturn hat sich ein schönes Fleckchen am Firmament ausgesucht, das Sie aber erst erkennen werden, wenn es richtig finster geworden ist und auch keine Lichtverschmutzung stört: Rechts unter dem großen Ringplaneten reckt der Skorpion den Kopf über den Horizont, links davon ist das Sternbild Schütze zu sehen - ein ziemliches Sternen-Wirrwarr, denn in der Richtung befindet sich das Zentrum unserer Galaxie. Genau hier hebt sich die schöne, breite Sommer-Milchstraße vom Horizont empor, auf der Saturn derzeit unterwegs ist.

In den ersten Augustnächten ist jedoch von der Milchstraße nichts zu sehen, denn der zunehmende Mond wandert an Saturn vorüber und überstrahlt jedes zu schwache Licht. Am 2. und 3. August ist der Mond nur jeweils drei Fingerbreit von Saturn entfernt, erst rechts, dann links über dem Planeten.

Saturn Ende August

Ende August, wenn der Mond einmal das Firmament umrundet hat, kommt er noch einmal in die Nähe des Planeten: Am 29. August ist er dann eine Handbreit rechts von Saturn, am Abend darauf keine zwei Fingerbreit links über ihm.

Saturn selbst hält dem Mondlicht leicht stand, denn der große Gasplanet ist mit einer scheinbaren Helligkeit von gut 0,4 mag heller als die Sterne ringsum. Nur Antares, der rote Überriese im Skorpion, kann ihm halbwegs das Wasser reichen.

An mondfreien Nächten lohnt sich der Blick durchs Teleskop, nicht nur auf die Milchstraße: Saturn breitet seine Ringe aus, die gerade weit zu uns geneigt und daher gut zu sehen sind.

Saturns Ringe öffnen sich

Sehenswerte Ringe

Saturn mit seinen Ringen

Was Saturn richtig sehenswert macht, bleibt dem bloßen Auge verborgen. In guten Ferngläsern oder kleinen Teleskopen zeigt der Planet sein eindrucksvolles Ringsystem. Schon ab 15-facher Vergrößerung wird Saturn plötzlich länglich, dann "wachsen" ihm Henkel rechts und links. So sah ihn im 17. Jahrhundert der Astronom Galileo Galilei. Bei 22-facher Vergrößerung können Sie das Ringsystem klar vom Planeten unterscheiden. Mit 200-facher Vergrößerung kommen Sie aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Saturn kippt

Neigung der Ringebene Saturns im Verlauf

Die Ringe bieten einen immer wechselnden Anblick: Mal können wir auf die Ringebene blicken, mal sehen wir nur ihre Kante wie einen Strich vor dem Planeten. Der Grund dafür: Die Ebene von Saturns Ringen ist geneigt zur Ekliptik, der Ebene der Planeten. In den knapp dreißig Jahren, in denen er einmal um die Sonne reist, neigt er uns daher mal seine Südhalbkugel zu, mal die Nordhalbkugel. Und dazwischen, ganz selten, auch mal die Kante der Ringe ...

Auf die Kante

Alle 15 Jahre gibt es einen Moment, an dem die Erde sich genau auf der gleichen Ebene wie Saturns Ringe befindet - die Kantenstellung, die die Ringe fast verschwinden lässt. Dieser Moment trat zuletzt im September 2009 ein. Seither öffnen sich die Ringe für uns langsam wieder.

Ab in den Norden

Wir blicken immer mehr auf die Nordhalbkugel des Planeten. Im Oktober 2017 wird Saturns Norden maximal zu uns "gekippt" sein, dann erscheinen die Ringe am breitesten. Danach neigt sich Saturn allmählich wieder zurück, bis wir 2025 wieder auf die Kante der Ringebene blicken.

Kurz zurück

Jedes Jahr gibt es einige Monate, in denen Saturn um ein paar Grad "zurückkippt": Während der Oppositionsschleife ist auch die scheinbare Bewegung der Ringebene rückläufig, die nur aus der Stellung der Erde zu Saturn entsteht.
Saturns momentane Kippbewegung, mit der er uns immer mehr seine Nordhalbkugel zuwendet, ist im Jahr 2017 von April bis August unterbrochen: Der Planet durchläuft gerade seine Oppositionsschleife und kippt ganz leicht zurück, die Ringebene schließt sich ein kleines bisschen. Doch anschließend kippt er wieder andersherum, die Ringe öffnen sich immer weiter.

Für Geübte: Neptun und Uranus

Uranus und Neptun

Wenn Sie sowieso mit einem Teleskop ausgerüstet durch die Augustnacht ziehen, können Sie zwei weitere Planeten beobachten: In später Nacht tauchen die beiden fernen Gasriesen Neptun und Uranus auf. Allerdings brauchen Sie dazu ein kleines Teleskop oder zumindest ein sehr gutes Fernglas, denn Neptun ist so weit von der Erde entfernt, dass sein Licht für uns nicht mehr zu sehen ist. Selbst im Teleskop erscheint er nur als Pünktchen. Uranus dagegen können Sie gerade noch mit bloßem Auge sehen, wenn die Nacht sehr klar ist, als sehr schwaches Lichtpünktchen.

Neptun und Uranus im August

Anfang August ist die Suche noch etwas mühsam: Neptun ist etwa ab Mitternacht hoch genug, um sichtbar zu werden, Uranus eine halbe Stunde später. Morgens ab halb vier Uhr setzt die Morgendämmerung ein und löscht das Licht der beiden fernen Planeten. Doch Ende August ist eine gute Zeit, um nach Neptun und Uranus zu schauen: Schon ab halb elf Uhr können Sie die beiden im Südosten entdecken. Dann ist es längst finster und bleibt es noch ganze sechs Stunden lang: Erst um halb fünf Uhr morgens wird der Himmel zu hell für die beiden Planeten. Vom 8. bis 15. August werden erst Neptun, dann Uranus vom Mond überstrahlt, der an den beiden vorüber wandert.

Strahlender Morgenstern Venus

Was die Venus so hell macht

Der hellste Planet erscheint im August erst kurz vor der Sonne, früh am Morgen: Gegen drei Uhr geht Anfang August die Venus auf und ist schon gut eine Viertelstunde später über dem Horizont zu sehen. Ende August müssen Sie etwas länger warten, da wird die Venus erst gegen vier Uhr sichtbar. Der Himmel ist dann noch stockfinster, sodass unsere strahlende Nachbarin so recht zur Geltung kommt. Rings um die Venus sehen Sie die hellen Winter-Sternbilder: Anfangs sitzt die Venus am rechten Eck der Zwillinge, mitten im Wintersechseck. Orion, der auffallende Jäger, taucht rechts unter dem hellen Planeten auf. Im Verlauf des Monats zieht die Venus linkswärts bis in den kleinen Krebs - jetzt strahlt das Wintersechseck rechts über ihr.

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Mit einer scheinbaren Helligkeit von -4 mag ist die Venus nach Sonne und Mond das hellste Gestirn am Firmament. Selbst in der hellen Morgendämmerung kurz vor Sonnenaufgang ist sie noch zu sehen - zu Monatsbeginn etwa bis halb sechs, Ende August eine Dreiviertelstunde länger. Dann steht die Venus über zwei Handbreit hoch im Osten und ist auch für alle noch zu sehen, die nicht zu nachtschlafender Zeit auf Planetensuche gehen wollen.

Venus morgens im August

Derzeit steht die Venus besonders günstig, auch wenn frühmorgendliches Sternegucken nicht jedermanns Sache ist: Unser innerer Nachbarplanet ist aus Sicht der Erde noch über drei Handbreit von der Sonne entfernt und wandert gerade auf dem nördlichsten Teilstück der Planetenebene (Ekliptik) entlang. Beides führt dazu, dass die Venus sehr hoch über den Horizont klettern kann, bevor das Sonnenlicht sie löscht.

Besonders hübsch ist der Anblick der Venus morgens am 19. August: Dann ist nur anderthalb Fingerbreit rechts unter ihr die Mondsichel zu sehen. Am Morgen davor und danach ist der Mond ebenfalls noch nah beim Morgenstern: am 18. August anderthalb Handbreit rechts über der Venus, am 20. August dann anderthalb Handbreit links unter ihr.

Unsichtbar im Sonnenlicht

Zwei Planeten bleiben im August ganz verborgen: Unser äußerer Nachbar Mars taucht morgens langsam unter der Venus wieder auf, ist aber noch zu tief und bleibt für uns unsichtbar. Ebenso der innerste Planet Merkur, der auf seiner Runde um die Sonne gerade zwischen ihr und uns hindurch zieht.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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