Wissen - Sternenhimmel


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Mars, Jupiter & Saturn am Morgen, Venus am Abend Februar-Himmel voll heller Planeten

Im Februar können Sie sich an Planeten sattsehen. Morgens zum Frühstück stehen Mars, Jupiter und Saturn als helle Perlenkette am Firmament. Und Mitte Februar kehrt die strahlende Venus als Abendstern zurück. Und wer genau hinschaut, sieht noch mehr Planeten.

Stand: 31.01.2018

Collage der Planeten des Sonnensystems vor dem Sternenhimmel | Bild: colourbox.com, NASA

Die ersten Lichter, die Sie abends am Sternenhimmel funkeln sehen, sind oft keine Sterne, sondern Planeten. Denn die meisten von ihnen strahlen viel heller als alle Sterne, weil sie uns vergleichsweise nah sind und das Sonnenlicht reflektieren. Da die Planeten unterschiedlich schnell die Sonne umkreisen, wandern sie stetig durch die Sternbilder und liefern sich miteinander so manches Wettrennen. Jeden Monat stehen sie etwas anders, allabendlich wandern sie ein bisschen.

Die Planeten im Februar im Überblick

Anfang Februar müssen Sie abends schon ganz genau hinschauen, wenn Sie einen Planeten finden wollen: Der ferne Uranus ist im Westen zu entdecken, wenn auch nicht auf den ersten Blick. Ab der Monatsmitte taucht dann die Venus wieder auf, als unübersehbar heller Abendstern und bekommt an den letzten Februarabenden noch Begleitung von Merkur. Doch die meisten Planeten können Sie im Februar am Morgen sehen: Wie eine Perlenkette reihen sich Jupiter, Mars und Saturn im Osten auf, zur besten Frühstückszeit.

Jupiter, Mars und Saturn - Planetenreigen zum Frühstück

Jupiter, Mars und Saturn im Februar

Die frühe Morgendämmerung ist im Februar die beste Zeit, um Planeten zu sehen. Und dafür müssen Sie gar nicht so früh aufstehen: Zwischen sechs und halb sieben Uhr morgens - zu Monatsbeginn eher etwas später, Ende Februar dann eher früher - prangen im Osten drei strahlende Planeten am langsam lichter werdenden Himmel: Jupiter, Mars und Saturn stehen wie eine langgezogene Lichterkette über dem Horizont.

Unübersehbarer Gigant Jupiter

Heller Jupiter mit seinen Monden

Der erste, oberste, hellste und größte der drei Planeten ist Jupiter. Er geht schon um zwei Uhr nachts auf (Ende Februar anderthalb Stunden eher) und steht morgens um sechs Uhr etwa im Süden, gut zwei Handbreit hoch über dem Horizont. Sie können Jupiter gar nicht übersehen, denn der größte Planet im Sonnensystem ist auch am Firmament ein Gigant: Mit fast vierzig Bogensekunden im scheinbaren Durchmesser ist Jupiter riesig und mit einer scheinbaren Helligkeit von bis zu -2 mag bei Weitem heller als alle Sterne und strahlt mit ruhigem, weißen Licht. Das Sternbild Waage, in dem er sich befindet, verblasst gegenüber dem Planeten. Selbst am schon sehr hellen Morgenhimmel ist er noch gut auszumachen, bis etwa zwanzig Minuten vor Sonnenaufgang. Anfang Februar können Sie Jupiter fast bis halb acht beobachten, am Monatsende verblasst er eine Stunde früher in der Dämmerung.

Mars mausert sich

Als nächster Planet taucht Mars auf, ein Stück links von Jupiter. Mars geht ein bis zwei Stunden nach Jupiter auf und steht um sechs Uhr knappe zwei Handbreit über dem Horizont. Für unseren kleineren äußeren Nachbarn müssen Sie etwas genauer hinsehen, denn das Scheibchen von Mars ist etwa sechsmal kleiner als Jupiters und mit einer scheinbaren Helligkeit von etwa 1 mag um drei Größenklassen dunkler. Mars nimmt jetzt aber stetig an Helligkeit zu und ist bereits so hell wie die hellsten Sterne um ihn herum. Und die sollten Sie sich genauer ansehen:

Mars und Gegen-Mars

Mars und Gegen-Mars

Anfang Februar steht Mars ganz dicht bei Akrab, dem obersten Stern der Scheren des Skorpions - eine markante Kette aus vier Sternen, die sich über dem Horizont erhebt. Links unter Mars, wenige Fingerbreit entfernt, leuchtet ein Stern im Skorpion etwa gleich hell wie Mars: Antares, der hellste Stern des Skorpions. Sein Name bedeutet in etwa "Gegen-Mars" (nach Ares, dem griechischen Pendant zum römischen Kriegsgott Mars), weil Antares wie der Mars deutlich rötlich leuchtet.

Der rote Planet Mars

Bei unserem Nachbarplaneten kommt der rötliche Schimmer vom roten Staub auf seiner Oberfläche. Der Stern Antares dagegen ist ein roter Überriese: eine kühlere Sonne, die Licht im roten Wellenlängenbereich aussendet. Antares befindet sich am Firmament sehr nah an der Planetenebene (Ekliptik), auf der Mars um die Sonne wandert. Etwa alle zwei Jahre kommt der rote Planet dadurch dem roten Stern sehr nahe - wie jetzt im Februar: Am Morgen des 11. Februar sind Mars und Gegen-Mars nur zweieinhalb Fingerbreit voneinander entfernt.

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Mars zieht sehr zügig über den Sternenhimmel. Er wandert im Februar von den Scheren des Skorpions bis in den Schlangenträger. Dabei entfernt er sich immer weiter vom großen, hellen Jupiter: Anfangs trennen die beiden Planeten nur gut zwei Handbreit, zum Monatsende ist Mars doppelt so weit von Jupiter entfernt. Dabei wandert er auf einen dritten Planeten zu, der sich am Morgenhimmel zeigt: Saturn.

Saturn - der Herr der Ringe

Saturn ist im Februar der unauffälligste der drei Planeten. Er ist erst Ende Januar zurückgekehrt und steht noch sehr ungünstig: Anfang Februar geht der Ringplanet erst nach halb sechs Uhr auf und ist um sechs Uhr gerade erst auszumachen, tief im Südosten. Saturn ist etwa so hell wie Mars, aber deutlich größer. Und er macht sich tagtäglich mehr bemerkbar, weil er immer früher erscheint und immer höher klettert, bevor es zu hell für ihn wird. Ende Februar ist Saturn bereits ab halb fünf Uhr morgens gut zu sehen - da ist der Himmel noch stockfinster und lässt ihn kräftig strahlen. Um diese frühe Uhrzeit ist auch erkennbar, welch hübsches Plätzchen der Planet am Firmament eingenommen hat: Saturn steht derzeit rechts vom Sternbild Schütze und damit genau auf dem breiten Band der Sommermilchstraße, dass sich in den Morgenstunden des Februar im Südosten aufrichtet. Auch Mars hat Ende Februar den Rand der Milchstraße erreicht und ist nur noch gut anderthalb Handbreit von Saturn entfernt. Anfang April wird Mars dicht an Saturn vorbei ziehen.

Mondsichel bei den Morgensternen

Besonders reizvoll ist der Anblick der drei strahlenden Planeten vom 7. bis 12. Februar, wenn die abnehmende Mondsichel an Jupiter, Mars und dann Saturn vorüber wandert. Am Morgen des 8. Februar ist sie dabei ganz dicht über Jupiter, am folgenden Morgen dicht über Mars und am 11. Februar dicht bei Saturn (siehe Sternkarte weiter oben). Ein schönes Fotomotiv, das sich in der Morgendämmerung gut fotografieren lässt. Sollten Sie ein Bild machen - wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Planeten-Foto schicken!

Ihre schönsten Planeten-Fotos

Für Geübte: Uranus am frühen Abend

Abends sieht es im Februar zunächst zappenduster mit Planeten aus. Nur wer genau hinsieht, der findet einen am finstren Firmament, dank früher Dunkelheit. Der ferne Gasplanet Uranus ist im Februar noch gut zu beobachten, ist allerdings schon deutlich in den Westen gerückt. Es bleibt Ihnen immer weniger Zeit für die Suche. Uranus ist so weit von der Erde entfernt, dass der lichtschwache Planet nur in sehr klaren Nächten mit Müh' und Not mit bloßem Auge zu finden ist. In einem guten Fernglas (mit Stativ) oder einem kleineren Teleskop können Sie sein blassgrünes Scheibchen dagegen gut sehen.

Uranus im Februar

Ab sieben Uhr abends ist es dunkel genug für Uranus, Anfang Februar schon eine halbe Stunde eher. Dann steht der Planet noch über vier Handbreit hoch über dem Horizont im Westen, zum Monatsende immerhin noch drei Handbreit hoch. Das kleine Sternbild Widder kann Ihnen zur groben Orientierung helfen: Sie finden Uranus gut eine Handbreit unter Sharatan, dem untersten der drei hellsten Widder-Sterne. Zu Monatsbeginn können Sie Uranus bis nach halb elf Uhr beobachten, Ende Februar noch bis neun Uhr. Danach versinkt der Planet in den Dunstschichten am Horizont.

Abendstern Venus kehrt zurück

Ende Februar wird abends ein ganz anderer Planet Ihre Aufmerksamkeit fesseln: Die Venus kehrt zurück. Nachdem sie auf ihrer Runde um die Sonne aus unserer Sicht gerade hinter dieser vorbeigezogen ist, taucht sie Mitte Februar früh am Abend auf. Kurz nach Sonnenuntergang steht sie ganz tief im Westen, anfangs noch schwer zu entdecken.

Venus abends im Westen

Die Mondsichel führt Sie am 17. Februar zu ihr, aber Sie müssen auf die Uhr schauen, um das nicht zu verpassen: Sonnenuntergang ist um zwanzig vor sechs Uhr; schon eine Viertelstunde später können Sie die Venus auszumachen versuchen. Gucken Sie nach der Mondsichel, die eine gute Handbreit hoch im Westen steht. Links unter ihr, nur etwa zwei Fingerbreit vom Horizont entfernt, ist die Venus. Sie ist so hell, dass sie fast bis zu ihrem Untergang zu sehen ist. Doch der kommt schnell: Am 17. Februar haben Sie nur bis etwa Viertel nach sechs Uhr Zeit, dann täglich länger.

Was die Venus so hell macht

Unsere innere Nachbarin entfernt sich sehr schnell von der Sonne. Sie steht allabendlich nach Sonnenuntergang ein kleines Stückchen höher und geht entsprechend später unter. Obwohl auch die Sonne Tag für Tag später versinkt, können Sie die Venus immer besser sehen. Ende Februar ist sie ab kurz nach sechs Uhr in der Abenddämmerung auszumachen und verschwindet erst gegen sieben Uhr, wenn der Himmel schon sehr dunkel geworden ist.

Je dunkler der Himmel ist, desto deutlicher kann die Venus in all ihrer Pracht glänzen: Die Venus ist - nach Sonne und Mond - das hellste Objekt am Firmament, mit großem Abstand. Mit einer scheinbaren Helligkeit von -3,9 mag übertrifft sie selbst Jupiter um fast zwei Größenklassen. Steht die Venus etwas höher an einem finstren Himmel, dann schickt sie fast so viel Licht zu uns auf die Erde wie alle Sterne zusammen. Daraus wird in dieser Sichtbarkeitsperiode leider nichts werden, denn die Venus befindet sich diesmal im verzweifelten Wettlauf mit der Sonne. Sie wird uns den ganzen Sommer als Abendstern begleiten, aber immer nur in der Dämmerung zu sehen sein.

Seltener Merkur dicht bei der Venus

Merkur - gleißend hell

Und das schon bald in Begleitung: Ende Februar taucht dicht bei der Venus noch ein kleiner Abendstern auf. Der innerste Planet Merkur ist ebenfalls hinter der Sonne vorbei gezogen und kehrt an den Abendhimmel zurück. Mitte März wird er für zwei Wochen recht gut zu sehen sein, jetzt ist es noch schwierig. Aber Sie können die Nähe der Venus nutzen, um Merkur in einem Fernglas zu erspähen: Am 28. Februar ist er nur gut zwei Fingerbreit von der Venus entfernt. Rechts unter ihr können Sie ihn als winziges Pünktchen entdecken. Merkur ist nur etwa halb so groß wie die Venus, aber mit -1,3 mag gleißend hell, wenn auch nicht so hell wie sie. Merkurs Abendsichtbarkeit jetzt im Februar und März wird die einzige im ganzen Jahr sein.

Im Sonnenlicht verborgen

Nur ein Planet ist im Februar überhaupt nicht zu sehen: Neptun hat sich verabschiedet. Eigentlich ist er noch da - ganz nah bei Venus und Neptun abends im Westen. Doch anders als diese beiden hellen Planeten ist der ferne, lichtschwache Neptun dort in der Dämmerung nicht mehr zu beobachten.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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