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Venus und Mars, Jupiter und Saturn Vier helle Planeten im Februar

Unübersehbar strahlt das Duo Venus und Mars im Februar am Abendhimmel. In später Nacht taucht der Riese Jupiter auf und morgens gesellt sich noch der Ringplanet Saturn zu den Gestirnen. Unsere Tipps zur Planeten-Beobachtung.

Stand: 31.01.2017

Collage der Planeten des Sonnensystems vor dem Sternenhimmel | Bild: colourbox.com, NASA

Die ersten Lichter, die Sie abends am Sternenhimmel funkeln sehen, sind oft keine Sterne, sondern Planeten. Denn die meisten von ihnen strahlen viel heller als alle Sterne, weil sie uns vergleichsweise nah sind und das Sonnenlicht reflektieren. Da die Planeten unterschiedlich schnell die Sonne umkreisen, wandern sie stetig durch die Sternbilder und liefern sich miteinander so manches Wettrennen. Jeden Monat stehen sie etwas anders, allabendlich ändert sich ein bisschen.

Die Planeten im Februar im Überblick

Schon am frühen Abend fällt das Duo Venus und Mars im Westen auf. Sobald es wirklich finster ist, können Sie dicht daneben den fernen Uranus entdecken. In später Nacht herrscht der Riese Jupiter am Firmament, bis in den Morgen. Dann ist tief unter ihm auch der Ringplanet Saturn zu sehen.

Das Duo Venus und Mars

Venus, Mars und Uranus Anfang Februar am Sternenhimmel

Gleich am frühen Abend bietet Ihnen der Februar einen zauberhaften Anblick: Kurz nach Sonnenuntergang taucht im Südwesten die Venus in der Abenddämmerung auf. Etwa eine Stunde später, ab halb sieben Uhr (Ende Februar erst ab sieben Uhr), können Sie erkennen, dass die Venus nicht alleine ist: Links über unserer inneren Nachbarin im Sonnensystem ist auch unser äußerer Nachbar Mars zu sehen. Anfang Februar sind die beiden keine drei Fingerbreit voneinander entfernt - ein auffälliger Doppelpunkt am Sternenhimmel. Besonders hübsch ist der Anblick gleich am 1. Februar: Dann steht die zarte Mondsichel wenige Fingerbreit über dem Duo.

Mächtige Liebesgöttin, zarter Kriegsgott

Die zwei Planeten sind allerdings ein sehr ungleiches Paar: Die Venus steht in ihrem größten Glanz als Abendstern und ist unübersehbar hell und groß. Sie erreicht jetzt im Februar eine scheinbare Helligkeit von -4,7 mag und schickt so viel Licht auf die Erde wie alle Sterne des Firmaments zusammen. Mars ist dagegen inzwischen weit von uns entfernt und mit nur 1,2 mag um fast sechs Größenklassen dunkler als die Venus. Und er ist winzig im Vergleich: Das Scheibchen der Venus ist im scheinbaren Durchmesser sechsmal so groß, Ende Februar sogar ums Zehnfache größer, da sie der Erde immer näher kommt.

Die ersten Lichter in der Abenddämmerung

Was die Venus so hell macht

In der Dämmerung stehen Venus und Mars zwei bis drei Handbreit hoch über dem Horizont. Weil die Venus so hell und groß ist, können Sie sie fast bis zu ihrem Untergang beobachten - bis kurz nach neun Uhr. Der dunklere Mars wird eine knappe halbe Stunde vorher von der Dunstschicht am Horizont geschluckt. So bleiben gut zwei Stunden, in denen die beiden in stockfinst'rer Nacht zu sehen sind - bei der Venus eine Seltenheit.

Erfolgreich auf der Flucht vor der Sonne

Venus, Mars und Uranus Ende Februar

Daran ändert sich auch im Verlauf des Februars nicht viel, denn beide Planeten rasen ostwärts übers Firmament und laufen erfolgreich der Sonne davon. Die Venus geht Ende Februar nur eine Viertelstunde früher unter als zu Monatsbeginn, Mars sogar ein paar Minuten später als Anfang Februar. Dadurch macht der täglich spätere Sonnenuntergang den beiden nicht allzuviel aus. Ende Februar können Sie sowohl Venus wie Mars bis kurz vor neun Uhr sehen. Ihre Höhe über dem Horizont zu einer bestimmten Uhrzeit ändert sich wenig. Und so findet der junge Mond fast die gleiche Stellung der beiden vor wie zu Monatsbeginn, wenn er Ende Februar wieder vorbei kommt: Am 28. Februar taucht die junge Mondsichel eine gute Handbreit unter der Venus auf. Und wenn Sie viel Glück haben, dann könnte es sogar sein, dass gegen Ende Februar in der späten Dämmerung ein Lichtkegel vom Horizont zu den Planeten emporragt: Das Tierkreislicht ist jetzt manchmal zu sehen!

Rasend schneller scheinbarer Stillstand

Gerade am frühen Abend, wenn noch wenig Sterne zu sehen sind, entsteht im Monatsverlauf der Eindruck, Venus und Mars stünden Abend für Abend unverändert an der fast gleichen Stelle am Himmel. Scheinbarer Stillstand, der nur entsteht, weil die zwei Planeten derart schnell unterwegs sind: Sie können zur Zeit die Eigenbewegung der Erde um die Sonne ausgleichen.

Der Abstand zwischen den beiden verdoppelt sich allerdings im Februar: Am Monatsende ist die Venus etwa eine Handbreit tiefer als Mars und ein Stück weiter nach rechts gerückt. Denn in Wirklichkeit sind unsere beiden Nachbarplaneten gerade auf sehr unterschiedlichen Wegen unterwegs: Die Venus wird im März zwischen uns und der Sonne hindurch ziehen, der Mars wird dagegen hinter der Sonne verschwinden. Allerdings läuft er der Erde so schnell hinterher, dass das noch bis Juli dauert.

Ihre schönsten Planeten-Fotos

Führung zu Uranus im Februar

Uranus im Teleskop

Ganz heimlich versteckt sich in der Nähe des auffälligen Paares Venus und Mars noch ein weiterer Planet: Uranus. Genaue Aufsuchkarten finden Sie etwas weiter oben auf dieser Seite. Allerdings braucht es Geduld und einige Übung, um den Gasriesen finden, denn Uranus ist fast drei Milliarden Kilometer von uns entfernt - fast dreißigmal weiter als die Venus derzeit. Das Licht braucht fast drei Stunden von ihm zu uns und ist so schwach, dass sich Uranus mit einer scheinbaren Helligkeit von nur 5,8 mag an der Sichtbarkeitsgrenze befindet: Nur bei optimalen Bedingungen ist er gerade noch mit bloßem Auge zu sehen - in einer sehr klaren Nacht, wenn es wirklich ganz dunkel geworden ist. Anfang Februar ist das ab sieben Uhr, zum Monatsende vierzig Minuten später. Ende Februar ist Uranus dann allerdings schon auf zwei Handbreit an den Horizont herangerückt, dessen Dunstschichten das schwache Licht langsam löschen. Im Fernglas können Sie Uranus Ende Februar noch bis halb neun Uhr beobachten, Anfang Februar sogar bis nach zehn Uhr. An den ersten Februarabenden überstrahlt der vorbeiwandernde Mond Uranus.

Roter und grüner Planet auf Tuchfühlung

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Und der Blick durchs Fernglas auf Uranus lohnt sich, insbesondere Ende Februar, wenn Sie der leicht erkennbare Mars direkt zu Uranus führt: Am 26. Februar überholt Mars Uranus und ist nur 36 Bogenminuten von ihm entfernt - der Vollmond würde gerade noch zwischen die beiden passen. Im Fernglas ist das viel hellere Scheibchen von Mars deutlich rötlich. Uranus' Scheibchen links von Mars ist nur etwas kleiner, aber deutlich grün gefärbt. Der Anblick ist so bezaubernd - der lohnt den Weg in eine Sternwarte in Ihrer Nähe, um die beiden durch ein Teleskop zu beobachten.

Jupiter beherrscht die Februarnacht

Heller Jupiter mit seinen Monden

Noch ein helles Licht macht sich in der Februarnacht bemerkbar: Jupiter erscheint jetzt immer früher am Firmament. Anfang Februar taucht sein ruhiges, weißes Licht erst gegen Mitternacht im Osten auf, zum Monatsende dann schon gegen zehn Uhr abends, etwa eine Stunde nach dem Untergang der Venus. Und mit der könnte sich Jupiter durchaus messen: Zwar ist er mit einer scheinbaren Helligkeit von rund -2,3 mag mehr als zwei Größenklassen dunkler als der Abendstern, doch Jupiter überstrahlt alle Sterne des Nachthimmels bei Weitem.

Jupiter im Februar

Und seine Scheibe ist mit etwa vierzig Bogensekunden im scheinbaren Durchmesser ein ähnlich dicker Brummer wie die der Venus. Bis halb sieben Uhr morgens (Anfang Februar sogar bis sieben Uhr) ist Jupiter zu sehen, erst zwanzig Minuten vor Sonnenaufgang verlischt sein helles Licht in der Morgendämmerung. Morgens am 15. und 16. Februar ist der Anblick besonders hübsch, denn da steht der abnehmende Mond dicht bei Jupiter und leuchtet mit dem Planeten um die Wette.

Auch Jupiter hat sich eine zarte Begleitung gewählt: Spika, der hellste Stern im Frühlings-Sternbild Jungfrau, ist keine zwei Fingerbreit unter Jupiter. Sie ist der zehnthellste bei uns sichtbare Stern - und doch um drei Größenklassen dunkler als der Planet über ihr. Wenn Sie das Paar sehr genau beobachten, können Sie zusehen, wie sich Jupiter im Verlauf des Februar ein kleines Stück von der Spika entfernt - und zwar "verkehrt" herum: Normalerweise wandern Planeten ostwärts durch die Sternbilder, doch Jupiter beginnt am 6. Februar seine Oppositionsschleife: Weil die Erde gerade dazu ansetzt, ihn auf der Innenbahn zu überholen, wandert er jetzt vier Monate lang westwärts durch die Sternbilder.

Saturn und der Sommer zum Frühstück

Ringplanet Saturn

Frühaufsteher können noch einen vierten hellen Planeten im Februar sehen: Saturn taucht morgens auf. Anfang Februar erscheint er erst gegen halb sechs Uhr im Südosten über dem Horizont. Im Vergleich mit Jupiter ist Saturn ein eher bescheidenes Licht mit nur 0,6 mag scheinbarer Helligkeit. Dennoch: Auch er ist heller als alle Sterne ringsum. Nur Antares, die rote Riesensonne im Skorpion anderthalb Handbreit rechts von Saturn, kommt ihm nahe. Saturns Helligkeit reicht aus, dass Sie ihn bis in die späte Morgendämmerung erkennen können, etwa bis sieben Uhr. Ende Februar wird es dann schon ab halb sieben Uhr zu hell für Saturn. Dafür taucht er jetzt schon kurz nach halb vier Uhr auf und steht bei einsetzender Morgendämmerung anderthalb Handbreit hoch, fast in Höchstposition im Süden.

Saturn am Morgen

Und Saturn bringt den Sommer mit: Rechts von ihm reckt das hübsche Sternbild Skorpion den Kopf über den Horizont, links von Saturn geht der Schütze auf. Tagtäglich wird Saturn mit diesen Sternbildern früher aufgehen, bis sie dann in den Sommermonaten als typische Sommer-Sternbilder den Abendhimmel schmücken. Jetzt im Februar lohnt sich der Anblick besonders zu Beginn der letzten Woche, wenn die abnehmende Mondsichel an Saturn vorüberwandert und dabei morgens am 21. Februar nur zwei Fingerbreit links von dem Planeten steht.

Nur zwei Planeten sind im Februar gar nicht zu sehen: Neptun und Merkur ziehen aus unserer Sicht gerade hinter der Sonne vorbei.


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