Wissen - Sternenhimmel


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Jupiter und Venus wetteifern im Mai Die beiden hellsten Planeten

Jupiter führt Sie im Mai mit seinem ruhigen Licht durch die ganze Nacht, bis morgens in hellem Glanz die Venus erscheint. Für den Ringplaneten Saturn sind jetzt die Bedingungen ideal. Unser Nachbar Mars ist dagegen nur noch kurz zu sehen.

Stand: 28.04.2017

Collage der Planeten des Sonnensystems vor dem Sternenhimmel | Bild: colourbox.com, NASA

Die ersten Lichter, die Sie abends am Sternenhimmel funkeln sehen, sind oft keine Sterne, sondern Planeten. Denn die meisten von ihnen strahlen viel heller als alle Sterne, weil sie uns vergleichsweise nah sind und das Sonnenlicht reflektieren. Da die Planeten unterschiedlich schnell die Sonne umkreisen, wandern sie stetig durch die Sternbilder und liefern sich miteinander so manches Wettrennen. Jeden Monat stehen sie etwas anders, allabendlich ändert sich ein bisschen.

Die Planeten im Mai im Überblick

Drei helle Planeten führen Sie durch die Mainacht: Der Riese Jupiter dominiert fast die ganze Nacht lang den Sternenhimmel. In der zweiten Nachthälfte breitet Saturn seine Ringe übers Firmament. Und morgens erstrahlt die Venus in ihrem größten Glanz als Morgenstern, wenn auch noch tief am Horizont. Unser Nachbar Mars nimmt dafür jetzt Abschied und ist im Mai nur noch ganz kurz zu sehen.

Abschied von Nachbar Mars

Mars Anfang Mai

Seit September 2015 hat er uns treu durch die Nacht geführt, jetzt verabschiedet sich der rote Mars von uns. An den ersten Abenden im Mai können Sie unseren Nachbarplaneten noch entdecken, wenn Sie schnell sind und gute Sichtbedigungen finden: Gegen Viertel vor zehn Uhr ist die Abenddämmerung weit genug fortgeschritten, dass sein blasses Lichtlein sichtbar wird, nur wenige Fingerbreit über dem Horizont im Westen. Der hellste Stern des Stiers hilft Ihnen bei der Suche nach Mars: Aldebaran schimmert gut drei Fingerbreit links von Mars, eine ganze Größenklasse heller als der Planet.

Um Viertel vor elf Uhr geht Mars unter, doch die Dunstschicht über dem Horizont schluckt ihn schon kurz nach zehn Uhr. Das bleibt zwar den ganzen Mai über gleich, doch es dunkelt immer später - Mars wird täglich ein, zwei Minuten später sichtbar. Spätestens ab Mitte Mai ist der Planet gar nicht mehr zu sehen und taucht erst im Herbst wieder auf.

Jupiter in der Jungfrau

Während der kleine Mars im Westen mit dem Abendlicht ringt, erscheint im Südosten ein strahlendes Licht: Jupiter. Der größte Planet im Sonnensystem ist so hell, dass er sich schon in der frühen Abenddämmerung gegen neun Uhr bemerkbar macht (Ende Mai erst gegen halb zehn Uhr), wenn weit und breit noch kein Stern zu sehen ist. Denn mit einer scheinbaren Helligkeit von -2,4 mag ist Jupiter bei Weitem heller als alle Sterne.

Jupiter im Mai

Erst etwa eine Stunde nach Jupiter wird eine Handbreit unter ihm der hellste Stern der Umgebung sichtbar: die Spika im Sternbild Jungfrau. Sie ist der zehnthellste Stern an unserem Himmel. Doch mit nur 0,98 mag scheinbarer Helligkeit ist sie über drei Größenklassen dunkler als Jupiter, der gut zwanzigmal mehr Licht zu uns schickt. (Die Lichtmenge ändert sich pro Größenklasse um das 2,5-fache.)

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Selbst das helle Mondlicht kann Jupiter nicht schrecken: Am 7. Mai strahlt der Planet mit der fast schon vollen Mondscheibe um die Wette, die keinen Fingerbreit entfernt an Jupiter vorüber zieht.

Jupiter und der Mond - ein Blick in die Weiten des Alls

Wenn Mond und Jupiter dicht nebeneinander stehen, können Sie einen eindrucksvollen Blick in die Weiten des Alls tun: Die Mondscheibe neben Jupiter ist im Durchmesser etwa 40-mal größer als Jupiters. Aber in Wirklichkeit ist der Durchmesser des Planeten 40-mal größer als der des Mondes. Doch Jupiter ist rund 1.600-mal weiter weg von uns als der Mond.

Ihre schönsten Planeten-Fotos

Saturn zwischen Skorpion und Schütze

Ringplanet Saturn

Wenn Jupiter schon hoch im Süden steht, erscheint im Südosten ein weiteres Licht in der Mainacht: Saturn geht auf. Anfang Mai können Sie ihn ab Viertel vor ein Uhr nachts entdecken, zum Monatsende schon ab halb elf Uhr. Mit einer scheinbaren Helligkeit von etwa 0,2 mag ist er zwar deutlich dunkler als Jupiter, dennoch heller als alle Sterne ringsum. Saturn befindet sich mittig zwischen den Sternbildern Schütze und Skorpion. Dessen hellster Stern Antares, knapp zwei Handbreit rechts von Saturn, kann Saturn halbwegs das Wasser reichen, ist aber auch etwas dunkler als der Planet.

Zur Monatsmitte zieht der abnehmende Mond an Saturn vorbei: In der Nacht auf den 13. Mai ist seine noch recht volle Scheibe noch eine Handbreits rechts des Planeten, am 14. Mai dann nur einen Fingerbreit über Saturn. In der folgenden Nacht ist der Mond schon weiter gezogen und über eine Handbreit weiter links.
Der Mai ist der ideale Monat, um Saturn zu beobachten. Im Juni wird der Planet in Opposition stehen und seine maximale Größe und Helligkeit erreichen, doch dann sind die Nächte noch kürzer als in diesem Monat.

In den frühen Morgenstunden erreicht der Ringplanet seine höchste Position, genau im Süden. Anfang Mai erst gegen halb fünf Uhr, wenn schon die Morgendämmerung einsetzt, Ende Mai aber schon zwei Stunden eher. Dann ist der Himmel noch richtig finster und Sie können in einer klaren Nacht sogar die schöne Sommer-Milchstraße erkennen, die sich hinter Saturn am Horizont erhebt.

Was Saturn richtig sehenswert macht, bleibt dem bloßen Auge verborgen. In sehr guten Ferngläsern oder kleinen Teleskopen zeigt der Planet sein eindrucksvolles Ringsystem, das derzeit um 26 Grad zu uns geneigt ist und damit gut zu sehen ist. Ab 15-facher Vergrößerung wird Saturn plötzlich länglich, dann "wachsen" ihm Henkel rechts und links. So sah ihn im 17. Jahrhundert der Astronom Galileo Galilei. Schon bei 22-facher Vergrößerung können Sie das Ringsystem klar vom Planeten unterscheiden. Mit 200-facher Vergrößerung kommen Sie aus dem Staunen nicht mehr heraus. Da lohnt sich der Besuch einer Sternwarte in Ihrer Nähe.

Saturns Ringe öffnen sich

Sehenswerte Ringe

Saturn mit seinen Ringen

Es lohnt sich, Saturn durchs Teleskop zu betrachten, denn seine gewaltigen Ringe bieten einen immer wechselnden Anblick: Mal können wir auf die Ringebene blicken, mal sehen wir nur ihre Kante wie einen Strich vor dem Planeten.

Saturn kippt

Neigung der Ringebene Saturns im Verlauf

Der Grund dafür: Die Ebene von Saturns Ringen ist geneigt zur Ekliptik, der Ebene der Planeten. In den knapp dreißig Jahren, in denen er einmal um die Sonne reist, neigt er uns daher mal seine Südhalbkugel zu, mal die Nordhalbkugel. Und dazwischen, ganz selten, auch mal die Kante der Ringe ...

Auf die Kante

Alle 15 Jahre gibt es einen Moment, an dem die Erde sich genau auf der gleichen Ebene wie Saturns Ringe befindet - die Kantenstellung, die die Ringe fast verschwinden lässt. Dieser Moment trat zuletzt im September 2009 ein. Seither öffnen sich die Ringe für uns langsam wieder.

Ab in den Norden

Wir blicken immer mehr auf die Nordhalbkugel des Planeten. Im Oktober 2017 wird Saturns Norden maximal zu uns "gekippt" sein, dann erscheinen die Ringe am breitesten. Danach neigt sich Saturn allmählich wieder zurück, bis wir 2025 wieder auf die Kante der Ringebene blicken.

Kurz zurück

Jedes Jahr gibt es einige Monate, in denen Saturn um ein paar Grad "zurückkippt": Während der Oppositionsschleife ist auch die scheinbare Bewegung der Ringebene rückläufig, die nur aus der Stellung der Erde zu Saturn entsteht.
Saturns momentane Kippbewegung, mit der er uns immer mehr seine Nordhalbkugel zuwendet, ist im Jahr 2017 von April bis August unterbrochen: Der Planet durchläuft gerade seine Oppositionsschleife und kippt ganz leicht zurück, die Ringebene schließt sich ein kleines bisschen. Doch anschließend kippt er wieder andersherum, die Ringe öffnen sich immer weiter.

Morgenstern Venus im Osten

Venus am frühen Morgen

Das wirkliche Highlight im Mai kommt ganz zum Schluss der Nacht, kurz vor Sonnenaufgang: Die Venus taucht als Morgenstern im Osten auf. Anfang Mai geht sie erst um halb fünf Uhr in der Morgendämmerung auf, ist aber schon wenige Minuten später zu entdecken, ganz dicht über dem Horizont im Osten. Eine Dreiviertelstunde lang ist sie zu sehen, dann wird der Himmel selbst für die Venus zu hell. Obwohl der Morgen tagtäglich früher anbricht, verbessert sich die Venus im Mai, denn auch sie beeilt sich und geht jeden Morgen zwei Minuten früher auf. Ende Mai können Sie sie schon gegen vier Uhr in der frühen Dämmerung erblicken. Wenn sie dann um fünf Uhr verblasst, steht sie schon über eine Handbreit hoch am Himmel.

Was die Venus so hell macht

Mit einer scheinbaren Helligkeit von etwa -4,6 mag wird sie - abgesehen von der Sonne - nur von einem übertroffen, dem Mond. Dessen schmale Sichel führt Sie vom 21. bis 23. Mai morgens direkt zur Venus: Zunächst ist er noch zwei Handbreit rechts von der Venus, etwas höher als sie. Am Morgen des 22. Mai ist die Mondsichel dann auf drei Fingerbreit an den Morgenstern herangerückt. Und am 23. Mai steht sie eine knappe Handbreit links unter der Venus und geht deutlich nach ihr auf.

Den ganzen Sommer lang wird die Venus als Morgenstern glänzen. Sie wird immer früher aufgehen und immer höher in der Morgendämmerung stehen. Doch zugleich wird das Venus-Scheibchen immer kleiner und verliert leicht an Helligkeit. Denn Anfang Mai ist sie der Erde noch sehr nah, sie ist ja gerade erst zwischen uns und der Sonne hindurch gezogen. Mit einem scheinbaren Durchmesser von 38 Bogensekunden ist sie ein ziemlicher Brummer. Ende Mai misst die Venus aber nur noch 25 Bogensekunden, weil sie sich immer weiter von uns entfernt.

Unsichtbar im Sonnenlicht

Rechts und links der Venus sind eigentlich noch drei weitere Planeten am Firmament, die aber vor unseren Augen verborgen bleiben: Die beiden fernen Gasplaneten Uranus und Neptun sind in den vergangenen Wochen hinter der Sonne vorbei gezogen, stehen aber so tief am Horizont, dass ihr schwaches Licht unbemerkt bleibt. Ebenso geht es Merkur, dem innersten Planeten, der gerade zwischen Erde und Sonne hindurch gezogen ist. Obwohl er im Mai einen für seine Verhältnisse beachtlichen seitlichen Abstand zur Sonne einnimmt, bleibt er unsichtbar. Denn die Planetenebene (Ekliptik) verläuft derzeit morgens im Osten zu flach zum Horizont.


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