Magdalena Kožená Love and Longing
Gerade erst hat Magdalena Kožená noch das erlesene Publikum der letzten Berlinerisch geprägten Salzburger Osterfestspiele mit Bizets "Carmen" beglückt - und dabei keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass sie ihren hervorragenden Ruf nicht verspielen will: jederzeit überaus kultivierten Gesang zu garantieren!
Jetzt legt die tschechische Mezzosopranistin über die Deutsche Grammophon einen Live-Mitschnitt vor, der sich auf ein dreisprachiges Orchesterlieder-Bukett aus der Berliner Philharmonie vom Januar 2012 bezieht: mit Dvořák, Ravel und Mahler.
Betrachtet man das Programm näher, nimmt man die Einladung, Ähnlichkeiten unter den drei Komponisten suchen zu gehen, gerne und dankbar an. Reduktion und Dezenz, Exotisches und Transzendierendes sind gemeinsame Nenner der Fin-de-siècle-Liederzyklen, die in einem Zeitraum von wenigen Jahren geschrieben wurden. Weder Magdalena Kožená noch Simon Rattle erheben dabei den pädagogischen Zeigefinger, der auf stilistische Einzelheiten und Eigenheiten der Musik verweisen könnte - mit der größten Natürlichkeit entfaltet sich der Zauber von textorientierten Klanglandschaften.
Der britische Dirigent macht sich selbst in einem der drei Programmpunkte Katalogkonkurrenz: Seine Birminghamer Aufnahme der "Shéhérazade" aus dem Jahr 1989 ist wegen des besseren Orchesters damit übertroffen. Zudem verfügt(e) Maria Ewing damals nicht über die stimmliche Raffinesse von Magdalena Kožená. Ob die Tschechin als Interpretin romantischen Repertoires stärker oder aber weniger stark überzeugt als bei barocker Literatur oder auch Mozart, ist übrigens eine schwer zu beantwortende Frage.
Magdalena Kožená: Love and Longing
Antonín Dvořák:
Biblische Lieder op. 99
Maurice Ravel:
Shéhérazade
Gustav Mahler:
Rückert-Lieder
Magdalena Kožená (Mezzosopran)
Berliner Philharmoniker
Leitung: Simon Rattle
Label: Deutsche Grammophon

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