BR-KLASSIK

Tafel-Confect Geschichte

Aus erlesenen Zutaten wird es Sonntag für Sonntag frisch zubereitet - und dabei ist das "Tafel-Confect" aus dem Studio Franken die wohl langlebigste Klassik-Sendung im europäischen Hörfunk.

Stand: 12.10.2011
Pralinen | Bild: colourbox.com

Älter als die Tagesschau und trotzdem jeden Sonntag frisch: Das "Tafel-Confect" aus dem Studio Franken ist die wohl langlebigste Klassik-Sendung im europäischen Hörfunk. Am 2. November 1952 tischte Willy Spilling, der damalige Musikchef im Studio Nürnberg, das erste "Musikalische Tafel-Confect" auf, benannt nach den gleichnamigen Sammlungen der Barockkomponisten Valentin Rathgeber und Wolfgang Carl Briegel. Spilling wollte damals mit der neuen Sendung die Hörer zum Musizieren in den eigenen vier Wänden anregen. Mit Josef Ulsamer und seinem Ensemble standen ihm Pioniere der historischen Aufführungspraxis zur Seite, die ein riesiges Repertoire an klingenden Köstlichkeiten erschlossen. Alte Musik vom Mittelalter bis zur Vorklassik war damals noch eine Rarität – die meisten Noten konnten erst nach aufwändigen Recherchen in Bibliotheken aufgespürt werden. Von Beginn an wurden historische Instrumente für die Aufnahmen genutzt, zunächst aus der Privat-Sammlung Rück, später aus dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg. Nach und nach machte sich das Studio Franken dadurch auch international einen Namen als Kompetenzzentrum für Alte Musik. Bald kamen Musiker wie Nikolaus Harnoncourt oder Trevor Pinnock zu Aufnahmen nach Nürnberg. Interpreten und Interpretationsstile mögen sich in mehr als 50 Jahren und 2500 Sendungen gewandelt haben, der Anspruch für das Tafel-Confect-Team um Redakteur Thorsten Preuß aber ist geblieben: Musikalische Leckerbissen, vom Mittelalter bis zur Klassik, vom Saltarello bis zur Sinfonie, in erstklassigen Aufnahmen unterhaltsam, informativ und mit Humor zum sonntäglichen Nachtisch zu servieren. Guten Appetit!