BR-KLASSIK - Leporello


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Kammermusikalische Märchenwelt Stefan Herheim inszeniert "Die Meistersinger"

Nach Verdis Falstaff folgt am Freitag die Premiere von Wagners "Meistersingern". Unter der Leitung des dreimaligen Regisseur des Jahres Stefan Herheim garantiert die Inszenierung Opulenz auf der Bühne.

Stand: 01.08.2013

Auf der Bühne verschwimmen Traum und Wirklichkeit, Kunst und Realität miteinander zu einer Art Märchen. Dabei stellt sich die Frage, ob man die Meistersinger, vielleicht Wagners problematischstes Stück, heute ohne Nazis, ohne Anspielungen auf die deutsche Geschichte tatsächlich als Komödie inszenieren kann.

"Für mich war das mit einem ganz klaren Nein zu beantworten, diese Frage. Das heißt nicht, dass ich das ausschließe, das können wir auch nicht verdrängen. Aber ich glaube es ist zunächst mal ein völlig anderes Deutschland, ein anderes Bild auch von diesem Heil, was am Ende gebrüllt wird."

Regisseur Stefan Herheim

Regisseur Stefan Herheim erzählt Deutsche Geschichte aber verortet seine Meistersinger in ihrer Entstehungszeit, in der nicht nur Wagner sondern die ganze Nation nach der gescheiterten Revolution nach einer kulturellen Identität sucht. So geistern durch die biedermeierliche Schusterstube in der Bühnenbildnerin Heike Scheele die Schusterstube einrichtet Grimms Märchenfiguren.

"Es ist auch eine Kindheitsgeschichte des Deutschtums, was wir nachempfinden mit diesem Werk, auch in rein künstlerisch referentieller Hinsicht. Das ist die deutsche Frühromantik die Pate steht für dieses Werk."

Regisseur Stefan Herheim

Unerwartete Ambivalenzen und Vielfalt herauszuarbeiten, ist das Ziel von Dirigent Daniele Gatti. Auch Gatti will mit gängigen Klischees brechen, statt Monumentalismus entdeckt er bei Wagner die "Kammermusik". Damit beschreibt er die für ein Wagner-Orchester sehr kleine Besetzung und die vielen Streicher-Passagen, die für ihn in einer Art Quartettstil geschrieben sind.

"Die Meistersinger von Nürnberg"

Oper in drei Aufzügen von Richard Wagner
Freitag, 2. August 2013 um 17.30 Uhr
Großes Festspielhaus Salzburg
Dauer: ca. 5 Stunden und 30 Minuten

Musikalische Leitung: Daniele Gatti
Regie: Stefan Herheim


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