John Williams zum 80. Geburtstag BR-KLASSIK gratuliert dem Herrn der Filmmusik
Er ist einer der erfolgreichsten Komponisten der Filmgeschichte. Jeder kennt die bedrohlich wirkenden Klänge in "Der weiße Hai", die lebhafte Melodie aus der "Indiana Jones"-Reihe oder die lauten Trompetentöne zu Beginn der "Star Wars"-Filme. Am Mittwoch feierte John Williams seinen 80. Geburtstag.
"Cinema" Special
Die BR-KLASSIK Sendung "Cinema" Sonntag, 12. Februar, um 18.05 Uhr, widmet sich ganz dem Jubilaren John Williams. Sie hören dort unter anderem seine neue Filmmusik für Steven Spielbergs Film "Gefährten". Dieser Film startet am 16. Februar in Deutschland, und seine Musik könnte dem Komponisten Williams noch Ende des Monats einen weiteren Oscar einbringen.
John Towner Williams wurde am 8. Februar 1932 in Queens, einem Vorort von New York, geboren. Es heißt, er habe zuerst Noten und dann Buchstaben lesen gelernt. Bei ihm stand alles ganz im Zeichen der Musik. Mit neun Jahren lernte Williams Klavier spielen und kam schon sehr früh mit dem Jazz in Berührung. Sein Vater war ein Jazz-Schlagzeuger, der mit dem Raymond Scott Quintett spielte.
Oscarreif
Für mehr als 100 Filme hat John Williams die Filmmusik geschrieben und wurde insgesamt 47 Mal für den Oscar nominiert. Fünf Mal hat er die begehrte Auszeichnung bekommen, für "Fiddler on the Roof", "Der weiße Hai", "Star Wars", "E.T." und "Schindlers Liste". In diesem Jahr hat Williams wieder Chancen auf einen Oscar. Er wurde unter anderem für seine Musik für "Die Abenteuer von Tim und Struppi" (2011) nominiert.
"So viel, von dem was wir tun, ist kurzlebig und schnell vergessen, sogar von uns selbst. Daher ist es erfreulich, wenn etwas, das du gemacht hast, im Gedächtnis der Menschen bleibt."
John Williams
Dabei legt sich Williams nicht auf ein bestimmtes Genre fest, und komponierte auch Musik für Großereignisse wie die Olympischen Spiele 2002 in Salt Lake City und die Amtseinführung von Präsident Obama 2009.
Spielbergs Mann für die Musik
Die Zusammenarbeit und schließlich eine lebenslange Freundschaft mit dem gefeierten Hollywood-Regisseur Steven Spielberg, machte Williams zu einem der erfolgreichsten Komponisten der Filmindustrie.
Während seiner Ausbildung an der University of California, Los Angeles (UCLA) nahm John Williams privaten Kompositionsunterricht bei Mario Castelnuovo-Tedesco. Später, nach dem Militärdienst bei der US-Luftwaffe, nahm er ein Studium an der renommierten Juilliard School in New York auf. Er arbeite in Clubs als Jazzpianist, bevor er sich in Los Angeles nach Aufträgen in der Filmindustrie umsah und Steven Spielberg kennen lernte.
Durch seine Bekanntschaft mit dem damals erst 23-jährigen Regisseur, der ihn 1974 für seinen Film "The Sugarland Express" engagierte, erhielt er fast für alle Spielfilme Spielbergs den Auftrag zur Komposition der Filmmusik. So entwickelte sich Williams zum in jeder Hinsicht rekordverdächtigen Hauptkomponisten Hollywoods.
Auch jetzt ist Williams nächstes Projekt schon in Arbeit: die Musik zum Film "Lincoln" über den früheren US-Präsidenten Abraham Lincoln, der noch in diesem Jahr in die Kinos kommen soll. Regisseur ist Steven Spielberg.
Stilistisch und musikalisch vielfältig
Filmmusik (Auswahl)
"How to Steal a Million" (66)
"Heidi" (68)
"Anatevka - Fiddler On the Roof" (71)
"Earthquake" (74)
"Superman" (78)
"Dracula" (79)
"The Witches of Eastwick" (87)
"Home Alone" (90; dt. Kevin - allein zu Haus)
"JFK" (91; dt. JFK - Tatort Dallas)
"Jurassic Park" (93)
"Seven Years In Tibet" (97)
"Memoirs of a Geisha" (05; dt. Die Geisha),
"Munich" (05; dt. München).
Der Großteil von Williams Filmen verzeichnete einen großen Erfolg an den Kinokassen. So ist seine Musik weltweit bekannt, vermutlich bekannter als sein Name. Stilistisch lässt sich Williams kaum festlegen und seine Kompositionsweise kaum erläutern. Seine größte Begabung besteht sicher darin, in den verschiedenen Filmen eine völlig unterschiedliche musikalische Atmosphäre zu schaffen. Neben der Filmmusik hat John Williams auch eine ganze Reihe von Instrumentalstücken und Solo-Konzerten geschrieben, denn außer dem Klavier beherrscht John Williams noch die Posaune, Trompete und Klarinette, die er auch unterrichtete. Mit seinem langjährigen Freund André Previn nahm er mehrere Schallplatten auf und widmete ihm eine große Sinfonie.

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