David Philip Hefti (Schweiz)
Ernst von Siemens Musikpreis 2013 Auszeichnung für Mariss Jansons
Mariss Jansons, Chefdirigent von Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, erhält den Ernst von Siemens Musikpreis 2013. Die Auszeichnung würdigt das Lebenswerk des Dirigenten. Den mit 250.000 Euro dotierten Preis will Jansons für den neuen Münchner Konzertsaal stiften, sollte dieser gebaut werden. Die Förderpreise für junge Komponisten gehen an David Philip Hefti, Samy Moussa und Marko Nikodijevic. Die Verleihung am 4. Juni findet im Münchner Prinzregententheater statt und wird live per Videostream übertragen.
Live dabei sein
Eine Kooperation des Bayerischen Rundfunks und der EvS Musikstiftung ermöglicht, die gesamte Preisverleihung in einem Internetstream live zu übertragen. Interessierte können den musikalischen Festakt weltweit hier auf br-klassik.de sowie auf der Internetseite der EvS Musikstiftung verfolgen.
Im Rahmen eines Festakts im Münchner Prinzregententheater überreicht der Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und Stiftungsratsvorsitzende der EvS Musikstiftung Dieter Borchmeyer Mariss Jansons die Ehrung. Unter seiner Leitung spielt das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks György Ligetis Concert Românesc. Die Laudatio hält der US-amerikanische Bariton Thomas Hampson.
Mariss Jansons bezeichnete den Preis als Ehre und erklärte:
"Angesichts der bisherigen Preisträger ist es mir fast peinlich, in dieser Liste zu sein. Der Preis ist eine große Anerkennung meiner Arbeit für mich. Ich sehe diesen Preis auch als weitere Motivation."
Mariss Jansons
Mariss Jansons wurde in die Liebe zur Musik hineingeboren: Seine Mutter war Opernsängerin, sein Vater der bekannte Dirigent Arvid Jansons. Mit 13 Jahren zog er mit seiner Familie nach St. Petersburg, wo sein Vater eine Stelle bei der Leningrader Philharmonie als Dirigent neben Jewgeni Mrawinski angetreten hatte.
Er beschrieb die ersten Jahre als eine sehr harte Zeit, in der er neben den sprachlichen Hürden, die hohen Anforderungen an der Leningrader Musikschule, später am Konservatorium, meistern und aus dem Schatten des prominenten Vaters heraustreten musste. 1968 "entdeckte" ihn kein geringerer als Herbert von Karajan und er durfte die Sowjetunion verlassen, ein Studium beim legendären Hans Swarowsky in Wien aufnehmen und zudem Assistent von Karajan in Salzburg werden. Der Preisträger beim Berliner Karajan-Wettbewerb 1971 wurde schließlich Assistent des großen Mrawinski bei den Leningrader, heute Petersburger Philharmonikern, dessen Persönlichkeit Jansons nachhaltig prägten.
Chor und Orchester von Weltrang
1979 übernahm Jansons mit den Osloer Philharmonikern einen damals noch weitgehend unbekannten Klangkörper und formte ihn zu einem internationalen Spitzenorchester. Ein Orchester allein konnte Jansons Musizierdurst nicht stillen, er blieb ständiger Gastdirigent bei den Petersburger Philharmonikern und dirigierte zusätzlich häufig das London Philharmonic Orchestra.
2003 entschied sich Jansons nach Deutschland zu gehen: Er übernahm mit Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zwei hervorragende und traditionsbewusste Klangkörper von Weltrang. München reizte ihn, "weil Musik hier wichtig ist, ein Teil des Lebens". Seit 2004 steht Mariss Janons dem Concertgebouw Orkest Amsterdam ebenfalls als Chefdirigent vor. Auf die Frage hin, ob es nicht schwierig sei, zwei Orchester von solchem Rang gleichzeitig zu dirigieren, antwortet Jansons, dass er gleich einem Vater, der niemals eines seiner Kinder bevorzugen würde, "seine Energien vollkommen gleich verteile. 100 Prozent an München und 100 Prozent an Amsterdam". Glaubt man den Umfragen und Rankings, scheint ihm dies tatsächlich zu gelingen: Seine beiden "Kinder" rangieren unter den besten sechs Orchestern der Welt.
Engagement für die Jugend
Ein besonderes Anliegen ist Jansons die kulturelle Bildung. Unermüdlich setzt er sich deshalb für die musikalische Jugendarbeit ein, lädt Schüler und Studenten zu Proben und Konzerten ein, arbeitet mit Jugendorchestern und den Mitgliedern der Orchesterakademie. "Beethoven hat gesagt: Zuerst muss man fühlen, dann lieben – und dann verstehen." Bei aller intellektuellen Neugier und Offenheit für musikhistorische Erkenntnisse plädiert Jansons dafür, diesen Weg der Jugend zu vermitteln.
Preisverleihung
Für sein Lebenswerk ehrt die Ernst von Siemens Musikstiftung Mariss Jansons mit dem oft als "Nobelpreis der Musik" bezeichneten Ernst von Siemens Musikpreis. Die hohe Auszeichnung wird Mariss Jansons vom Präsidenten der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, Dieter Borchmeyer, bei einem musikalischen Festakt im Münchner Prinzregententheater am 4. Juni 2013 überreicht. Die Laudatio hält der renommierte Bariton Thomas Hampson, der Jansons seit langem persönlich und künstlerisch verbunden ist. Es spielen Mitglieder des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks.
Komponisten-Förderpreise
Die drei Komponisten-Förderpreise der Ernst von Siemens Musikstiftung gehen 2013 an den Schweizer Komponisten David Philip Hefti, den Kanadier Samy Moussa und Marko Nikodijevic aus Serbien. Diese Auszeichnung ist jeweils mit 35.000 Euro dotiert. Die Preise werden den jungen Künstlern vom Kuratoriumsvorsitzenden der Stiftung, Thomas Angyan, (Intendant Gesellschaft der Musikfreunde Wien) beim Festakt am 4. Juni 2013 überreicht. Mitglieder des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks spielen das Kammerkonzert von Samy Moussa, "Éclairs" von David Philip Hefti und "Chambres de ténèbres" von Marko Nikodijevic. Außerdem steht György Ligetis "Concert Românesc" auf dem Programm, gespielt vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung seines Chefdirigenten Mariss Jansons. Die jungen Künstler erhalten darüber hinaus die Gelegenheit, in Kooperation mit dem Label col legno Porträt-CDs nach ihren ganz speziellen Wünschen zu produzieren. Die drei Tonträger erscheinen im Juni 2013.
40 Jahre Ernst von Siemens Musikstiftung
1973 wurde der erste Ernst von Siemens Musikpreis vergeben – an Benjamin Britten. Seither fanden insgesamt 40 Preisverleihungen statt; auf der Liste der Preisträger finden sich so berühmte Namen wie Herbert von Karajan (1977), Dietrich Fischer Dieskau (1980), Leonard Bernstein (1987), Claudio Abbado (1994) oder Anne-Sophie Mutter (2008). Aber auch ihre "alltägliche" Arbeit, die Fördertätigkeit, baute die Stiftung über die Jahre immer weiter aus. Während im Jahr 1973 nur sieben Projekte unterstützt wurden, waren es 2012 bereits weit über hundert Musikprojekte. Die Ernst von Siemens Musikstiftung fördert zeitgenössische Musik auf der ganzen Welt. Insgesamt hat die Stiftung seit ihrer Gründung 1.350 Projekte unterstützt. 2013 schüttet sie den bislang höchsten Betrag aus: Von insgesamt drei Millionen Euro erhält 250.000 Euro der diesjährige Ernst von Siemens Musikpreisträger Mariss Jansons. 2,75 Millionen Euro stehen zur Projektförderung sowie für die drei Komponisten-Förderpreise zur Verfügung, die im Februar 2013 bekannt gegeben werden. Für die Auswahl der Projekte sowie der Preisträger zeichnet das derzeit neunköpfige Kuratorium der Stiftung verantwortlich. Zusätzlich trägt der Stiftungsrat Verantwortung für die Ernst von Siemens Musikstiftung.

Wetter

