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Zecken FSME - Sollte man sich impfen lassen?

Stand: 01.06.2021

Zecken können durch ihre Stiche Krankheitserreger wie für eine Borreliose oder FSME übertragen.  | Bild: picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte

Die Impfung muss insgesamt dreimal erfolgen, damit der Schutz vollständig ist. Bis zu zwölf Monate dürfen zwischen den Impfungen im größten Notfall vergehen, ohne dass der bisher erreichte Schutz verloren sei. Empfohlen seien ein bis drei Monate Zeit zwischen den Impfungen, so das Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Das PEI in Langen ist als "Bundesamt für Sera und Impfstoffe" für die Zulassung von Impfstoffen zuständig.

FSME-Schutzimpfung - sinnvoll oder nicht?

In Deutschland liegen die FSME-Risikogebiete vor allem in Baden-Württemberg, Bayern, Südhessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen. In diesen Regionen ist eine FSME-Impfung nicht nur sinnvoll, die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie dringend. Denn die Zahl der durch Zeckenstiche verursachten Fälle von Frühsommer-Meningoencephalitis ist im Jahr 2020 deutlich gestiegen. Das Robert-Koch-Institut zählte bundesweit 704 FSME-Erkrankungen, die bislang höchste Anzahl seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001. Dies ist mehr als das Doppelte des jährlichen Medianwertes von 301 Erkrankungen.

FSME-Impfvorsorge: Nur zehn Prozent der Deutschen denkt daran

Mehr als die Hälfte der Deutschen (64 Prozent) ist sich des Risikos bewusst, bei einem Urlaub in FSME-Gebieten von einer Zecke gestochen werden zu können. Doch nur zehn Prozent lassen sich vor der Abreise impfen. Dabei wird die Impfvorsorge immer wichtiger, so die Experten. FSME ist eine Erkrankung der Hirnhäute und des zentralen Nervensystems, die nicht mit Medikamenten heilbar ist.

"Impfen ist der beste Schutz vor einer FSME-Erkrankung."

Professor Gerhard Dobler, Zeckenexperte

Wichtig: Wer sich zeitnah auch gegen Corona impfen lässt, sollte darauf achten, dass zwischen beiden Impfungen ein Abstand von zwei Wochen besteht.

FSME-Fallzahlen hängen vom Wetter ab

Ob 2021 die FSME-Fallzahlen weiterhin steigen werden, ist schwer zu sagen, so eine Sprecherin des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Es sei stark vom Wetter abhängig, wie häufig Menschen von Zecken gestochen werden. "Ist das Wetter schlecht, geht der Mensch seltener in die Natur." Bei schönem Wetter seien mehr Menschen draussen, dadurch erhöht sich auch die Möglichkeit, mit einer Zecke in Kontakt zu kommen.

FSME-Impfung - Vorsicht bei Kindern unter drei Jahren!

Bei Kindern unter drei Jahren sollte man nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission mit dem Arzt absprechen, ob eine Impfung tatsächlich notwendig ist: Bei Kleinkindern können teilweise gravierende Nebenwirkungen auftreten, unter anderem Fieberschübe bis zu 41 Grad. Normalerweise verläuft eine FSME-Infektion bei Kindern weit weniger schwer als bei Erwachsenen. Ältere Erwachsene ab 50 Jahren sind die Hauptrisikogruppe für FSME. Sie sollten sich impfen lassen.

Der Begriff "Zeckenimpfung" führt in die Irre

FSME ist jedoch nur eine der Krankheiten, die Zecken übertragen können: Eine Impfung schützt nur vor der seltenen FSME-Erkrankung. Gegen die weitaus häufigere Borreliose gibt es keinen Impfschutz. Der Begriff "Zeckenimpfung" ist daher irreführend.

Schutz für Haustiere

Vor allem Hunde und freilaufende Katzen leiden unter Zecken. Über Zecken können sich Hunde mit gefährlichen, teils tödlichen Krankheiten infizieren - zum Beispiel mit Borreliose, Babesiose - die sogenannte Hundemalaria - und Anaplasmose. Zeckenhalsband und Permethrinpräparate, die eine Abwehrschicht auf der Haut bilden, bieten für Hund und Katze gegen Zeckenbefall einen gewissen Schutz.

Die Braune Hundezecke nistet sich auch in Wohnungen ein

Mit dem Klimawandel wächst nach Ansicht von Forschern die Gefahr von Infektionen durch eingewanderte Zeckenarten - wie zum Beispiel durch die Hyalommazecke. Es gibt aber noch eine weitere Zeckenart, die aus dem Mittelmeerraum und Nordafrika eingewandert ist und sich inzwischen auch in Deutschland wohlfühlt: die Braune Hundezecke. Ihr Liebling kann eine eingewanderte Zeckenart in die Wohnung einschleppen, wo sich die "Braune Hundezecke" pudelwohl fühlt. Dort kann sie sich zur Plage auswachsen und auch auf den Menschen übergehen.


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