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Siemens BlitzAtlas 2019 Wo es in Deutschland am häufigsten blitzt

2019 war das bisher blitzärmste Jahr in den vergangenen 20 Jahren - seit der Blitz-Informationsdienst von Siemens (BLIDS) alle Blitzeinschläge misst. Im vergangenen Jahr war Berlin der Spitzenreiter unter den Bundesländern.

Stand: 28.07.2020

Blitzschläge bei einem Gewitter über Zürich. | Bild: pa/dpa/Allessandro della Bella

Der Siemens-Blitzatlas schlüsselt Jahr für Jahr auf, wo in Deutschland die meisten Erdblitze gemessen wurden - also Blitze, die aus den Wolken in die Erde eingeschlagen sind. Während aufgrund des Klimawandels weltweit von einer steigenden Gewittergefahr ausgegangen wird, waren die Jahre 2016 bis 2018 in Deutschland blitzarme Jahre. 2019 gilt sogar als "ausgesprochen blitzarm".

Es wurden in Deutschland, Mittel- und Westeuropa weniger Gewitter und deutlich weniger Blitzeinschläge verzeichnet. Insgesamt wurden rund 329.000 Blitzen in Deutschland registriert. Im Jahr 2018 waren es noch 446.000 Blitze. Das sind 2019 also 26 Prozent weniger Blitze als im Jahr 2018. Der Grund: Es war schlicht zu trocken. Denn Gewitter benötigen Hitze und Feuchtigkeit, so Stephan Thern, Leiter des Blitz-Informationsdienstes von Siemens (BLIDS). Der Blitz-Informationsdienst zählt deutschlandweit alle Blitze - allerdings fließen in die Statistik nur die Blitzeinschläge ein.

Vergleichsweise wenig Blitze in Deutschland

In diesen Städten hat es am meisten geblitzt

In der Stadt Speyer in Rheinland-Pfalz wurden im Jahr 2019 bundesweit die meisten Blitze registriert. BLIDS registrierte dort knapp 3,1 Blitzeinschläge pro Quadratkilometer. Platz 2 und 3 im Blitze-Ranking nehmen Rostock mit 2,6 und Lübeck mit 2,5 Erdblitzen pro Quadratkilometer ein. "Bei einer relativ geringen Stadtfläche wie in Speyer reichen einige wenige Gewitter, um letztlich eine hohe Blitzdichte auszuweisen“, so Thern. Im Fall der beiden nachfolgenden 'Nordlichter' Rostock und Lübeck spiele vermutlich die Nähe zur Ostsee eine Rolle.

In diesen Städten hat es am wenigsten geblitzt

In den bayerischen Städten Hof und Bayreuth gab es die geringste Blitzdichte mit jeweils deutlich unter 0,1 Blitzereignissen pro Quadratkilometer. Schweinfurt folgt mit 0,1. Hier wurden im Jahr zuvor noch die meisten Blitze registriert. Damit war die Industriestadt nach 2015 zum zweiten Mal Blitzhauptstadt bei den Städten und Landkreisen in Deutschland geworden.

Blitz-Ranking der Landeshauptstädte und Bundesländer

Potsdam führt die Riege der Landeshauptstädte mit knapp 2,3 an, gefolgt von der Nachbarstadt Berlin und München (1,2). In den Landeshauptstädten Saarbrücken (0,4) und Erfurt (unter 0,5) hat es 2019 am wenigsten geblitzt.

Berlin das blitzreichste Bundesland

Berlin ist auch das Bundesland, das die höchste Blitzdichte mit 2,2 Blitzen pro Quadratkilometer aufweist. Danach folgt Mecklenburg-Vorpommern mit 1,4. Schlusslicht mit je nur 0,5 Blitzen pro Quadratkilometer sind die Stadtstaaten Hamburg und Bremen. Bayern liegt bei der Blitzdichte im Mittelfeld. Hier wurden 2019 genau 66.068 Erdblitze gemessen. Das ist zwar die absolut höchste Zahl aller Bundesländer, aber Bayern hat auch die größte Fläche.

So blitzt es in den Nachbarländern

Insgesamt lag der Durchschnittswert für Deutschland im Jahr 2019 bei 0,9 registrierten Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer. Im Vorjahr waren es noch 1,3. Im Vergleich der Nachbarländer liegt Deutschland damit im Mittelfeld. Irland und Schottland sind deutlich blitzärmer mit 0,03 Blitzdichte. Spitzenwerte von 8-10 erreicht Triest mit Hinterland (Länderdreieck Italien, Slowenien und Kroatien) und ist damit europäischer Spitzenreiter.


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