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Schlaf Reset für Körper und Geist

Zu viel davon macht schlapp, zu wenig krank. Es kommt auf die Qualität an, nur dann ist Schlaf auch gesund. Auch wenn es nicht so aussieht: Während wir schlafen, sind unser Körper und unser Geist höchst produktiv. Hinter den geschlossenen Augen wird hart gearbeitet.

Stand: 16.06.2020

Schlafen gehört zu den biologischen Grundfunktionen. Wie essen und trinken. Schlaf ist aber nicht selbstverständlich: Ein Viertel der Erwachsenen schläft - laut einer Umfrage der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2017 - zu wenig. Etwa 10 bis 15 Prozent müssen sich deswegen sogar behandeln lassen.

Lebenswichtige Prozesse laufen im Schlaf ab

Oberflächlich betrachtet ist der Schlaf ein Off-Modus unseres Körpers. In Wirklichkeit jedoch finden in dieser Zeit lebenswichtige Prozesse statt: Nervenzellen verknüpfen sich, Proteine werden aufgebaut, Hormone ausgeschüttet. Während wir schlafen, laufen wichtige Wundheilungsprozesse ab, das Immunsystem stabilisiert sich, unsere Zellen regenerieren sich, Kinder wachsen. Im Schlaf wird unser Gehirn entrümpelt, Eindrücke und Erlebnisse des Tages werden sortiert, verworfen, abgespeichert. Der Schlaf ist ein physiologischer und psychologischer Reset - ohne Schlaf kein Leben. Dennoch ist Schlafen ein weitgehend unbewusster Prozess, der sich unserem Willen entzieht. Wir können ihn nur zulassen.

So kann man das Schlafen auch nennen

schlummern, pennen, nächtigen, ratzen, knacken, pofen, ruhen, in Morpheus Armen liegen, Nickerchen machen, einschlafen, zu Bett gehen, sich in die Federn legen, am Kissen horchen, molle machen, einnicken, dösen, in die Falle hauen, in die Heia gehen, rüsseln, schnörcheln, hinlegen

Regeneration im Schlaf: Qualität statt Quantität

Eine Auswertung ergab: Der Durchschnittsdeutsche geht um 23.04 Uhr ins Bett, ist eine Viertel Stunde später eingeschlafen und wacht nach sieben Stunden und 14 Minuten wieder auf. Beim Schlaf kommt es allerdings auch auf die Qualität an. Nur guter Schlaf ist erholsam. Ausschlaggebend für einen gesunden Schlaf ist der Anteil am sogenannten Tiefschlaf. In dieser Phase laufen die lebenswichtigen Prozesse ab, unser Körper regeneriert sich.

"Schlaf ist ein Zustand, in dem unser Körper eingeschränkt auf äußere Reize reagiert, in dem die Erholung des Menschen stattfindet, wichtige Wachstumsprozesse laufen und sich unser Gedächtnis konsolidiert."

Dr. Helen Slawik, Ärztin im Schlafmedizinischen Zentrum / Klinik für Psychiatrie & Psychotherapie, Klinikum rechts der Isar/TU München

Junge Menschen schlafen zu wenig

Junge Menschen leiden oft an einem Schlafdefizit.

Teenager schlafen oft zu wenig. Im Mittel nur sieben Stunden pro Nacht, was nach Expertenmeinung zwei Stunden zu wenig ist. Sie sind deshalb gestresst, weniger aufmerksam und haben ein höheres Risiko, sich zu verletzen. Zu diesem Ergebnis kommt das Forschungszentrum Demografischer Wandel der Frankfurt University of Applied Sciences aus dem Jahr 2019. Das permanente Schlafdefizit wirkt sich ungünstig auf die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit aus. Eine Studie in den USA hatte gezeigt, dass viele Jugendliche bei einem späteren Schulstart insgesamt länger schlafen. Das kann daran liegen, dass Teenager häufig Eulen sind, also abends spät müde werden und morgens lange schlafen können.


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