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Der Wald, unser Beschützer Die vielfältigen Funktionen des Waldes

Der Wald ist ein produktives Ökosystem und wichtiger Lebensraum, doch die Bäume können noch viel mehr: Ohne sie wäre die Luft schlechter, unser Trinkwasser schmutziger und unser Puls rasender.

Stand: 15.03.2021

Der Wald in Bayern hat viele Funktionen: Er ist ein produktives Ökosystem und wichtiger Lebensraum, er filtert die Luft und unser Trinkwasser, schützt vor Lawinen und Erdrutschen, bindet Kohlendioxid und bietet Erholung beim Waldbaden. | Bild: picture-alliance/dpa

Das Rauschen der Blätter, das Tock-tock-tock eines Spechts, ein vorbeihuschendes Reh - und ganz viel Ruhe. Doch der Wald in Bayern hat noch einiges mehr zu bieten.

Der Wald als Lebensraum bietet Wohnung, Schutz und Nahrung

Der Wald bietet nicht nur Erholung, sondern von der Wurzel bis zur Krone Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Pilze und Moose siedeln am Boden, Flechten an seiner Rinde, Vögel im Stamm und in der Baumkrone. Wildschweine, Füchse und Rehe suchen Schutz in seinem Dickicht. Was von einem Baum abfällt, dient vielen Tieren als Behausung oder Nahrung.

Vom Fressen und Gefressenwerden im Wald

Der Wald als Ökosystem und Klimaschützer

Wälder sind das produktivste Landökosystem. Bäume verbrauchen bei der Fotosynthese Kohlendioxid (CO2), sie sind sogenannte Kohlenstoff-Senken. Ohne sie würde Deutschland deutlich mehr zum Klimawandel beitragen. Als Abfallprodukt entsteht Sauerstoff. Wie viel dabei umgesetzt wird, ist zum Beispiel abhängig von der Baumart und dem Alter des Baumes, dem vorherrschenden Klima, der Länge und der Länge der Vegetationszeit. Pro Jahr kann ein Hektar Wald jährlich rund zehn Tonnen CO2 binden. Rund 1,2 Milliarden Tonnen Kohlenstoff sind in der ober- und unterirdischen Biomasse in deutschen Wäldern gespeichert.

Wälder filtern unsere Luft in Bayern

Wald: Hauptfunktionen

  • Lebensraum
  • Klimaschutz
  • Luftfilter
  • Wasserspeicher und Trinkwasserfilter
  • Bodenschutz und Hochwasserschutz
  • Rohstofflieferant
  • Erholung

Bäume filtern Schadstoffe wie Staub, Ruß und Gase aus der Luft. Ihre Reinigungskraft ist abhängig von der Blattoberfläche. Laut der "Schutzgemeinschaft Deutscher Wald" ziehen unsere Wälder pro Hektar bis zu 50 Tonnen Ruß und Staub aus der Atmosphäre - pro Jahr! Weil die Sonne schlechter durch den dichten Wald kommt und weil die Luftfeuchtigkeit dort höher ist, ist es im Wald tendenziell kühler. Große Waldflächen in der Nähe einer Stadt können sich dann sogar positiv auf die Stadt auswirken, weil durch den Temperaturunterschied ein ständiger Luftaustausch stattfindet.

Wald speichert und reinigt Wasser

Wald hat die großartige Fähigkeit, Wasser zu speichern und zu reinigen. Regen verdunstet teilweise schon in den Baumkronen. Der Rest versickert im Boden und wird mithilfe von Humus und Wurzeln, die den Boden auflockern, gespeichert. Vor allem Mischwälder durchwurzeln den Boden intensiv. Wie ein Schwamm kann Waldboden auch große Wassermengen, zum Beispiel nach Dauerregen oder bei der Schneeschmelze, aufnehmen und so vor Hochwasser schützen. Besondes viel Wasser können Auwälder speichern. Das versickernde Wasser filtern die Bäume. Es ist sauber und als Trinkwasser geeignet. Zwei Drittel der Wasserschutzgebiete liegen deshalb in Bayerns Wäldern.

Der Wald als Kraftwerk, Klimaanlage, Hochwasserschutz und Trinkwasserfilter

Wald schützt Bayern vor Erosion, Lawinen und Erdrutschen

Mit ihren tiefen Wurzeln befestigen Bäume buchstäblich den Boden. Wald schützt deshalb vor Erosion. Talbewohner danken es dem Bergwald, wenn er sie vor Lawinen, Steinschlag oder Erdrutschen bewahrt - oder diese zumindest abmildert.

Wald in Bayern ist wichtiger Wirtschaftsfaktor und Rohstofflieferant

Als Holzlieferant ist der Wald in Bayern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Holz besitzt die großen Vorteile, dass es ressourcenschonend und umweltfreundlich "produziert" wird, nachwächst und für viele Produkte genutzt werden kann - vom Hausbau bis zur Papierherstellung. Wird es als Brennholz, Pellets oder Hackschnitzel verheizt, liefert es Energie und wärmt. Mehr als 40 Baumarten gibt es bei uns - und damit auch die verschiedensten Hölzer. Und jede Sekunde wächst in Bayern ein Kubikmeter Holz nach. "Forst und Holz" ist gemessen an den Beschäftigungszahlen die viertgrößte Branche in Bayern: Die bayerische Forst- und Holzwirtschaft beschäftigt mehr als 160.000 Menschen in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen.

Essbares aus dem Wald

Der Wald liefert neben Holz auch noch andere Produkte - sogar essbare: Pilze, Beeren und Pflanzen, die wir erst mit viel Spaß sammeln und dann verspeisen können. Auch Wildfleisch ist bei vielen beliebt.

Der Wald dient unserer Erholung

Eine wichtige Funktion des Waldes darf nicht außer Acht gelassen werden: Er ist das perfekte Erholungsgebiet! Wald hält Lärm und zu starke Sonneneinstrahlung draußen, die Luft ist sauberer und kühler als in der Stadt und angeichert mit ätherischen Ölen. Spazieren und Sporteln kann man deshalb sehr gut im Wald - und darf es auch: Wälder dienen dem Gesetz nach dem Gemeinwohl, weshalb sich jeder überall in den Wäldern aufhalten darf, auch in privaten. Immerhin gehören mehr als 52 Prozent des Waldes in Bayern rund 700.000 privaten Waldbesitzern.

Waldbaden: Achtsamer, gesunder Spaziergang im Wald

Studien zeigen, dass sich bereits nach einem 15-minütigen Spaziergang im Wald unser Herzschlag normalisiert, der Blutdruck sinkt, sich unsere Lungen weiten, wir besser durchatmen können und zur Ruhe kommen. Aus Japan kommt "Shinrin Yoku", das sogenannte "Waldbaden". Dabei wird der bewusste, aufmerksame und langsame Spaziergang im Wald oft mit Meditations- und Atemübungen kombiniert.

Wissenswertes über Bäume

Wald in Bayern - Quellen und weiterführende Infos:

  • Lebensgemeinschaft Wald: Schulfernsehen, ARD-alpha, 26.03.2020, 9.45 Uhr.

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