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Vorsicht Halbschatten Nicht auf Schattenplätzchen verlassen

Unterm Sonnenschirm kriegt man keine rote Haut. Falsch! Nicht nur die direkte Sonneneinstrahlung kann gefährlich werden. Die UV-Strahlen der Sonne prasseln aus allen Richtungen und nicht nur von oben auf unseren Körper hernieder.

Stand: 19.06.2019

Sonne | Bild: colourbox.com

Deshalb sind die kleinen Wölkchen am Himmel, der Halbschatten, den das Blätterdach der Bäume und Sträucher spendet, aber auch andere lauschige Schattenplätzchen sowie die in Sicherheit wiegenden Sonnenschirme noch lange keine Garanten, dass man keinen Sonnenbrand bekommt.

Die Strahlung von den Seiten wird unterschätzt

Die Haut auch im Schatten schützen

Wegen der Streuung der Strahlen ist der schädliche UV-Anteil des seitlichen Lichts fast so groß wie der in praller Sonne. Wassertröpfchen in den Wolken oder Staub- und Schmutzpartikel in der Luft sorgen dafür, dass die Sonnenstrahlen streuen und in alle Richtungen strahlen. Der Meteorologe Peter Köpke von der Universität München hatte mit einem Radiometer untersucht, welche Stellen unseres Körpers von den gefährlichen UV-Strahlen erreicht werden. Sein Radiometer misst die Strahlen aus allen Richtungen und zeigt, dass die Haut auch von der Seite immerhin rund 60 Prozent der UV-Belastung abbekommt.

Die Haut auch im Schatten schützen

Deshalb sollte man selbst im Schatten nicht auf Sonnenschutzmittel verzichten und sich dem dichtesten Blätterdach nur dann anvertrauen, wenn es von Büschen und Bäumen auch an der Seite flankiert wird. Den besten Schatten spenden jedoch geschlossene Räume. Wer dort - wie die Bewohner südlicher Länder - während der intensiven Mittagssonne von 11.00 bis 15.00 Uhr Siesta hält, dem können weder horizontale noch vertikale UV-Strahlen etwas anhaben. Ganz grundsätzlich sollte niemand länger als fünf bis zehn Minuten ohne Schutz und Schatten in der prallen Sonne verbringen.

Auch Wasser und Wind machen uns was vor

Zudem sollte nicht vergessen werden, dass Sand und Wasser die Sonnenstrahlung durch Reflexion verstärken. Vor allem Schwimmer lassen sich durch das kühlende Wasser gerne täuschen: Wasser spendet jedoch keinen Schatten und kann sogar wie ein Brennglas wirken. Selbst ein frisches Lüftchen kann trügerisch sein und unser Hitzegefühl außer Kraft setzen, das uns normalerweise vor zu viel Sonne warnt. Hautärzte empfehlen sowieso, bereits nach zwei Dritteln der erlaubten Zeit in den Schatten zu wechseln. Besonders Kinder und ältere Menschen sollten sich von vornherein nur im Schatten aufhalten.


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