2

Reisetipps Vor Reisebeginn an den Impfschutz denken

Cholera, Durchfall und Malaria: Wer in den Urlaub fährt, sollte sich vorher informieren, welche Erkrankungen im Urlaubsland lauern können, und vorbeugen - sei es mit Medikamenten oder Impfungen. Damit die schönsten Wochen des Jahres auch wirklich erholsam sind.

Stand: 13.07.2020

Pictogramme, Sonne Weltkarte, Liegestuhl, Spritze | Bild: Creativ Collection

Generell kann man sagen: Je weiter eine Reise geht, desto wichtiger ist ein umfassender Impfschutz. Mindestens sechs Wochen vor Reiseantritt sollte man sich über die gesundheitlichen Risiken am Urlaubsziel informiert haben und impfen lassen. Empfehlungen, welcher Impfschutz in welchem Land wichtig ist, geben Tropenmediziner, die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch Institut (RKI) sowie das Auswärtige Amt. Wenn für die Reise eine oder mehrere Impfungen nötig werden, ist es wichtig, sich an die vorgegebenen Impf-Termine zu halten. Meist ist man dann zehn Jahre geschützt.

Blick in den Impfpass: Alle Impfungen auf Stand - zum Beispiel Tetanus?

Eine Reise ist eine gute Gelegenheit, einen Blick in den Impfpass zu werfen und seinen Impfschutz zu überprüfen. Empfohlen wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI), dass jeder - zu Hause wie im Urlaub - über den in Deutschland üblichen Impfschutz verfügt. Vernachlässigt wird dabei oft der Schutz gegen Tetanus. Ist dieser nicht regelmäßig (alle zehn Jahre) aufgefrischt worden, sollte man das schnellstens beim Hausarzt nachholen - auch ohne Urlaub.

Wundstarrkrampf (Tetanus)

Verbreitung

Wie häufig ist Tetanus?

Weltweit sterben über eine Million Menschen pro Jahr an Wundstarrkrampf. Für Deutschland liegen keine Zahlen vor, da die Krankheit seit 2001 nicht mehr meldepflichtig ist. Auch wenn sich die intensiv-medizinischen Behandlungsmöglichkeiten verbessert haben (die Patienten werden wochen- bis monatelang künstlich beatmet), sterben heute noch 10 bis 20 Prozent der Erkrankten.

Verlauf

Wie verläuft Tetanus?

Die Krankheit beginnt nach einer Inkubationszeit von drei bis 60 Tagen mit uncharakteristischen Beschwerden wie Kopfschmerzen und Schwindel. Es folgen eine "Kieferklemme" und - vom Kopf über den Nacken nach unten absteigend - Muskelstarre mit Fieber und schmerzhaften Krämpfen. Sind Kehlkopf oder Rippenmuskeln betroffen, können die Krämpfe Atemstörungen bis zum Erstickungstod bewirken.

Impfung

Wie sieht das Impfschema der Grundimmunisierung aus?

Geimpft wird das entgiftete Tetanusgift, das sogenannte Toxoid, durch Einspritzung. Es stehen verschiedene Kombinationsimpfstoffe und ein Einzelimpfstoff zur Verfügung. Der in der Regel verwendete Sechsfach-Impfstoff gegen Diphtherie, Hepatitis B, Hib (Haemophilus influenzae Typ b), Keuchhusten, Kinderlähmung (Poliomyelitis) und Wundstarrkrampf (Tetanus) wird bis zum 15. Lebensmonat insgesamt viermal verabreicht. Die Termine dafür werden bei der Vorsorgeuntersuchung U 3 festgelegt. Danach sind im Alter zwischen fünf und sechs Jahren und zwischen dem neunten und dem vollendeten 16. Lebensjahr zwei Auffrischimpfungen nötig.

Alter

Wann sollte geimpft bzw. die Impfung aufgefrischt werden?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, die Grundimmunisierung ab dem dritten Lebensmonat zu beginnen, impfkritische Ärzte warten bis zum Krabbelalter.

Nach Abschluss der Grundimmunisierung besteht für zehn Jahre Impfschutz. Ab dann sollte die Impfung alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Bei einer größeren Wunde sollte bereits dann aufgefrischt werden, wenn die letzte Spritze mehr als fünf Jahre zurückliegt. Die Auffrischimpfungen für Erwachsene werden in der Regel mit dem Kombinationsimpfstoff gegen Diphtherie und Tetanus durchgeführt.

Reaktionen

Wie verträglich ist die Impfung?

Die Verträglichkeit ist abhängig davon, mit welchen anderen Impfstoffen der Impfstoff kombiniert ist. Auch bestehende Krankheiten und die körperliche Verfassung spielen eine Rolle. Grundsätzlich sollten Sie immer mit Ihrem Arzt über mögliche Reaktionen oder Nebenwirkungen sprechen und zusammen mit ihm individuell entscheiden, ob eine Impfung sinnvoll ist und welcher Impfstoff verwendet wird.

Auffrischung

Wie verträglich ist die Impfauffrischung?

Erwachsene werden meist gleichzeitig gegen Tetanus und Diphtherie geimpft. Innerhalb der ersten drei Tage nach der Impfung kann es an der Einstichstelle zu lokalen Reaktionen wie Rötung, Schmerzen und Schwellung kommen. Gelegentlich möglich ist ein Anschwellen der Lymphknoten, leichte Temperaturerhöhung, grippeähnliche Symptome und Magen-Darm-Beschwerden. Berichte über Komplikationen wie allergische Sofortreaktionen (anaphylaktischer Schock) sind laut Ständiger Impfkommission (STIKO) Einzelfälle.

Gelbfieber und Co? Wer kann Reiseimpfungen vornehmen?

Gegen Gelbfieber darf man sich nur in zugelassenen Impfstellen impfen lassen.

Für manche Reiseländer - zum Afrika und Mittel- und Südamerika - ist eine Gelbfieber-Impfung dringend zu empfehlen und in vielen Ländern auch Voraussetzung für die Einreise. Ungeimpft führt diese lebensbedrohliche Infektionskrankheit in über der Hälfte der Fälle zum Tode. Diese spezielle Impfung darf aber nur an dafür zugelassenen Gelbfieber-Impfstellen oder von dafür zugelassenen Impfärzten erfolgen. Außer Gelbfieber können alle anderen Reiseimpfungen auch vom Hausarzt durchgeführt werden. Die Spezialisten für Reise-Impfungen sind aber Tropenmediziner. Gegen Tetanus, Poliomyelitis und Diphterie sollten alle Reisenden eine Immunisierung haben, denn dieser Schutz wird weltweit empfohlen.

Impfen schützt - auf Reisen wie zuhause

Impfungen schützen vor Infektionskrankheiten und tropischen Erkrankungen. Durch die Impfung lernt der Körper, den Erreger selbst zu erkennen und unschädlich zu machen. Manche Impfungen müssen mehrfach wiederholt werden, bis der Schutz aufgebaut ist, andere müssen in zeitlichem Abstand zu anderen Impfungen erfolgen. Halten Sie sich beim Impfen genau an die Vorgaben!

Viele Krankenkassen zahlen Kosten für Reiseimpfungen

Die Krankenkassen erstatten meist die Reiseimpfungen, wenn man die Rechnungen einreicht.

Viele Krankenkassen erstatten die Kosten für Reiseimpfungen - dazu sind sie allerdings nicht verpflichtet. Verschiedene Krankenkassen übernehmen auch die Kosten der Malariaprophylaxe (Tabletten) im Falle eines Auslandsaufenthalts ihrer Mitglieder. Tipp: Fragen Sie Ihre Krankenkasse vor dem Impfen, ob sie die Kosten übernimmt und wenn ja, wie der Abrechnungsmodus ist. Meistens erfolgt die Abrechnung nämlich über Kostenerstattung: Der Versicherte reicht die Rechnungen des Arztes und weitere anfallende Kosten bei der Krankenkasse ein und bekommt eine Erstattung.

Vorraussetzungen für eine Kostenerstattung sind, dass die (STIKO) die Impfung empfiehlt sowie die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes. 

Tropenmedizin und Reiseimpfungen

Tropenmediziner beraten Sie darüber, welche Impfungen Sie für Reisen in Südeuropa und für Fernreisen brauchen. Wo Sie Tropeninstitute in Deutschland finden, können Sie auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) nachsehen. Mehr über Reise-Impfungen und Tropenmedizin erfahren Sie auch auf den Seiten des Robert Koch Instituts (RKI) und des Centrums für Reisemedizin (CRM).

Allgemeine Impfempfehlungen der STIKO

"Zu den von der STIKO empfohlenen Reiseimpfungen gehören aktuell die Impfungen gegen Cholera, FSME, Gelbfieber, Hepatitis A und B, Influenza, Japanische Enzephalitis, Meningokokken der Serogruppen ACWY, Poliomyelitis, Tollwut und Typhus."

STIKO des RKI 2020

Weiter empfiehlt das Robert-Koch-Institut:

"Da das Infektionsrisiko je nach aktuellem Impfstatus, Reiseland, Art und Dauer der Reise, Saison, geplanten Aktivitäten sowie möglicher vorbestehender Grundkrankheiten individuell unterschiedlich ist, wird empfohlen, sich vor einer Reise ins Ausland über die dortigen Infektionsrisiken zu informieren und insbesondere bei absehbar anderen oder gesteigerten Infektionsrisiken grundsätzlich eine reisemedizinische Beratung einzuholen."

RKI

Linktipps:


2