12

Unaufgeregter Sachverstand Der Virologe Christian Drosten

Unsortierte Locken, ernster Blick und mit frischer Stimme - egal ob Podcast oder Pressekonferenz, Christian Drosten erklärt den aktuellen Stand der Corona-Forschung - ganz unaufgeregt.

Von: Susi Weichselbaumer

Stand: 08.05.2020

Immer wieder macht der Chef der Virologie an der Berliner Charité Christian Drosten kurze Pausen, denkt nach: Was wäre dazu ein gutes Beispiel aus unser aller Corona-Alltag? Wie umschreibe ich den medizinischen Fachbegriff, damit man es weitgehend versteht?

Wissenschaft soll nachvollziehbar sein, betont Drosten. So hat er seine Entdeckung des SARS-Virus 2003 direkt im Internet veröffentlicht. Genauso später die Erkenntnisse zum MERS-Virus und eben jetzt zu SARS-CoV-2.

Vielfach ausgezeichnet

Das bringt dem gebürtigen Emsländer über die Jahre nicht nur Preise für exzellente wissenschaftliche Studien, sondern auch für Wissenschaftskommunikation. Das Bundesverdienstkreuz am Bande gibt es obendrein.

Der Podcast von Christian Drosten

Seit Februar ist Drosten jeden Abend im NDR-Podcast zu hören. Tausende Menschen bleiben die halbe Stunde dran im Homeoffice, in der Badewanne oder im Auto – überall dort, wo sie der Shutdown verweilen lässt. Mittlerweile sind es nur mehr zwei Podcast-Folgen pro Woche. Trotzdem wird jede Episode binnen weniger Stunden millionenfach abgerufen.

Regelmäßig holen Gesundheitsminister Spahn und Co. Deutschlands Corona-Erklärer Nummer 1 bei Pressekonferenzen mit aufs Podium. Hochglanzmagazine interessieren sich für sein Privatleben am Prenzlauer Berg, mit einer Virologin und dem 2-jährigen Sohn.

Popularität, Kritik und Morddrohungen

Seine Familie allerdings sieht Drosten zunehmend in Gefahr. Mit der Popularität wachse auch die Zahl der Kritiker, erzählt er in seinem Podcast. Als "der Böse, der die Wirtschaft lahmlege", erhalte er inzwischen sogar Morddrohungen.


12