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Traumwelten Wunschdenken oder Wirklichkeit

Unsere Träume bringen uns an den Rand des Wahnsinns: Abgründe tun sich auf - oder aber paradiesische Welten. Warum? Ist es Angst, Sehnsucht oder unser wahres Ich? Traumdeutung beschäftigt die Menschen schon sehr lange.

Stand: 17.06.2020

Fotokunst: "Individualreisende in Bolivien" von Florian Stolz | Bild: picture-alliance/dpa

Vielleicht ist Träumen ein Schutzmechanismus unseres Geistes, um Erlebtes zu verarbeiten. Vielleicht sind Träume aber auch nur ein geistiges Abfallprodukt. Fest steht, jeder von uns träumt, na ja, fast jeder...

Traumdeutung

Träume verraten viel über das Ich, ergänzen sich mit Vergangenem und geben geheime Wünsche preis. Die Symbole müssen nur richtig gedeutet werden, um damit einen Schlüssel für das Unbewusste zu erhalten. Diesen Ansatz verfolgte der wohl berühmteste Traumforscher, der Wiener Arzt und Vater der Psychoanalyse, Sigmund Freud. 1900 veröffentlichte er sein Werk "Traumdeutung" und betrat damit noch nie beschrittene Pfade der Psychologie.

Traumdeutung als Königsweg ins dunkle Reich der Psyche

Begründer der Psychoanalyse | Bild: akg-images

Sigmund Freud beschäftigte sich auch mit Traumdeutung.

Sigmund Freud sieht in jedem Traum eine persönliche Botschaft: Sag mir, was Du träumst und ich sage Dir wer Du bist - so in etwa funktioniert die Freudsche Traumdeutung. Der Traum verrät viel über das Ich. Ausschlaggebend ist die derzeitige Situation des Träumenden, aber auch Erfahrungen aus seiner Kindheit. Im Traum mischen sich nach Freuds Ausfassung Bedürfnisse wie Hunger oder auch Triebhaftigkeit mit aktuell Erlebtem, aber auch mit Erinnerungen. Träume waren für ihn unerfüllte Wünsche. Das war seinem Schüler Carl-Gustav Jung zu banal. Er entwickelte eine Art Katalog mit Traumsymbolen, die es zu deuten galt.

Träumen für die Wissenschaft

Es gibt allerdings auch wissenschaftliche Thesen, die den Traum als Verarbeitungsprozess des Erlebten oder schlichtweg als bedeutungslosen Abfall der nächtlichen Hirntätigkeit sehen. Eine Wissenschaft, die es natürlich schwer hat, denn träumen kann nur, wer schläft und sich erinnert.

"Träumen ist das subjektive Erleben während des Schlafes. Der Traumbericht ist die Rückerinnerung an das, was vor dem Aufwachen erlebt wurde."

Traumforscher Prof. Michael Schredl

Traumlos durchs Leben

Der Ameisenigel träumt nicht. Vielleicht sogar als einziges Säugetier? Auf jeden Fall ist erwiesen, dass der Ameisenigel seine Nächte traumlos verbringt. Misst man nämlich seine Hirnströme, zeigen sie keinerlei Aktivität. Auch die Augen bewegen sich nicht. Somit spart der Ameisenigel Hirnsubstanz, die er für Überlebensstrategien wie das Fressen dringend braucht.

Alles nur geträumt?


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