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Zecken Symptome der Lyme-Borreliose - von Zecken übertragen

Borreliose ist die am häufigsten von Zecken übertragene Krankheit in Europa. Nur 20 bis 30 Prozent der von einer befallenen Zecke gestochenen Menschen werden mit den Bakterien infiziert. Noch weniger erkranken daran.

Stand: 25.02.2019

Eine Blutprobe wird auf Borreliose hin untersucht. | Bild: picture-alliance/dpa

Lyme-Borreliose wird von spiralförmigen Bakterien, den sogenannten Borrelien ausgelöst. Wie viele Zecken Borrelien übertragen könne, schwankt sehr stark, so das Robert-Koch-Institut (RKI). Etwa fünf bis 35 Prozent der Zecken tragen Borrelien in ihrem Darm. Dabei sind adulte Zecken im Durchschnitt zu 20 Prozent, Nymphen zu zehn Prozent und Larven lediglich zu einem Prozent infiziert. Nicht jeder Zeckenstich muss zu einer Infektion des Menschen führen.

Übertragung erst nach längerer Saugzeit

Im Gegensatz zur FSME wird die Borreliose nicht sofort beim Stich übertragen. Man vermutet, dass nach etwa zwölf bis 24 Stunden Saugzeit die Zecke so vollgesogen ist, dass sie einen Teil des bereits aufgesogenen Blutes wieder in die Wunde abgibt. Dabei können Borrelien in den menschlichen Blutkreislauf gelangen. Die Borreliose kann überall in Deutschland übertragen werden. Und nicht nur hier - gefährdet ist man nahezu in ganz Europa, Nordasien (Russland) und Nordamerika.

Verschiedene Krankheitsstadien

Hautrötung nach Zeckenstich

Die Lyme-Borreliose ist nicht leicht zu diagnostizieren, denn nur wenige Symptome sind spezifisch für diese Erkrankung. Erstes und eindeutiges Symptom ist die Wanderröte (Erythema migrans), eine ringförmige, schmerzlose, sich zentrifugal ausbreitende Rötung an der Bissstelle und an anderen Körperstellen. Die Rötung kann Tage bis Wochen nach dem Biss auftreten und ist im Zentrum oft etwas heller. Auch unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber, Lymphknotenschwellungen und Kopfschmerzen sind möglich. Das Problem beim ersten Krankheitsstadium: Die Rötung tritt nur bei etwa jedem zweiten Borreliose-Patienten auf. Auch eine Blutuntersuchung auf Borrelien verläuft gerade im Anfangsstadium oft negativ.

Zweites Krankheitsstadium

Ein zweites Krankheitsstadium kann nach Wochen oder Monaten auftreten. Zu den Symptomen gehören schmerzhafte Gelenkentzündungen, meist an Knien, Händen oder Knöcheln, aber auch Herzprobleme und verschiedene Symptome der Hirnhautentzündung. Problematisch ist manchmal die Diagnose. Die Beschwerden werden nicht selten mit anderen Krankheitsbildern verwechselt. Häufigste Fehldiagnose: Rheuma.

Impfung nicht möglich

Gegen Borreliose kann man sich nicht impfen lassen. Den besten Schutz bietet Vorbeugung: geschlossene Kleidung, Zeckensprays, das schnelle und vorsichtige Entfernen der Zecke. Treten nach einem Zeckenstich Symptome wie wandernde rote Flecken auf, sollte man zum Arzt gehen.

Behandlung mit Antibiotika

Als bakterielle Erkrankung lässt sich die Borreliose gut mit Antibiotika behandeln. Da sich die Borrelien allerdings im fortgeschrittenen Stadium im Gewebe festsetzen und dort nur schwer mit Antibiotika zu erreichen sind, ist eine frühzeitige Behandlung wichtig. Im ersten Krankheitsstadium reichen Antibiotika in Tablettenform. Später können mehrwöchige Antibiotika-Infusionen nötig werden.

Spätschäden: chronische Gelenks- und Nervenentzündungen

Die Spätschäden der Borreliose treten oft erst nach Jahren auf. Dazu gehören chronische Hautveränderungen (Pergamentpapierhaut) und Gelenksentzündungen (Arthritiden) ebenso wie - sehr selten - eine chronische Entzündung des zentralen Nervensystems.


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