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Süßkartoffel Die tolle Knolle aus Lateinamerika

Süß ist sie wirklich, aber auch gesund, gesünder sogar als unsere heimische Kartoffel. Warum das so ist, warum Landwirte auch hierzulande auf ihren Anbau setzen und was die Süßkartoffel selbst für Weltraummissionen tauglich macht.

Stand: 09.11.2020

Zerschnittene Süßkartoffeln auf einem alten Küchentisch. | Bild: picture alliance/Zoonar/ Fotograf: Jiri Hara

Sie gibt es, je nach Sorte, mit einer hellbraunen, rötlichen bis purpurroten Schale. Ihr Fleisch ist entweder weiß, gelb oder rot-violett. Früher kannte die rund-ovale bis spindelförmige Knolle kaum jemand, doch mittlerweile darf die Batate, wie die Süßkartoffel auch heißt, in keiner gehobenen Küche mehr fehlen. Weil die Nachfrage an der Kartoffel so steigt, haben Landwirte in Deutschland damit begonnen, die ursprünglich aus wärmeren Gefilden stammende Wurzel auch hierzulande anzubauen. Der Klimawandel mit seinen immer wärmeren Temperaturen kommt den Kartoffelbauern dabei sehr entgegen. Bisher ist der Anbau durchaus vielversprechend.

Herkunft der Süßkartoffel

Ursprünglich stammt die Süßkartoffel wohl aus Lateinamerika. Als Kulturpflanze soll sie dort laut Alexander von Humboldt von allen lateinamerikanischen Hochkulturen verwendet worden sein. Später brachten sie freigelassene afrikanische Sklaven von Amerika nach Afrika. Heute wird die pomoea batatas, wie die Süßkartoffel wissenschaftlich genannt wird, hauptsächlich in wärmeren Ländern der Tropen, Subtropen und in den gemäßigten Klimazonen der Erde angebaut. Erste Versuche des Anbaus gibt es aber eben auch in Deutschland.

Was die Süßkartoffel von der herkömmlichen Kartoffel unterscheidet

Obwohl es so klingt, ist die Süßkartoffel nicht mit unseren heimischen Kartoffeln verwandt. Im Unterschied zu den bei uns üblichen Kartoffeln, die zu den Nachtschattengewächsen gehören, sind Süßkartoffeln Windengewächse, bei denen man die Blätter mitessen kann. Sie enthalten dreimal so viel Zucker wie herkömmliche Kartoffeln, trotzdem lassen sie unseren Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen. Auch enthalten Süßkartoffeln fast so viel Beta-Carotin wie Karotten. Beta-Carotin wandelt unser Körper mit Fett in Vitamin A um. Süßkartoffeln enthalten zudem wenig Fett, viele Mineralstoffe und Vitamine.

Weil Süßkartoffeln mehr Ballastsstoffe als unsere gewöhnlichen Kartoffeln enthalten, machen sie auch länger und schneller satt. Deshalb setzt sogar die US-Weltraumbehörde NASA auf die Süßkartoffel. Sie soll Astronauten auf lang andauernden Weltraummissionen fit halten.

Tipps zur Süßkartoffel

Aufbewahrung: Süßkartoffeln sollten dunkel, trocken und kühl aufbewahrt werden. So sind sie bis zu drei Monate lang haltbar. Wer diese Möglichkeit der Lagerung nicht hat, sollte die Süßkartoffeln möglichst bald verzehren.

Zubereitung: Batate können,wie herkömmliche Kartoffeln auch, gekocht, frittiert, püriert, gebraten oder - mit oder ohne Schale - im Ofen gebacken werden

Einkauf: Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Süßkartoffel, desto aromatischer. Je dunkler das Fruchtfleisch, desto mehr Beta-Carotin, sagt Profi-Koch Thomas Sampl aus Gütersloh.


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