Hintergrund Sonnenirrtümer

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Brandgefährlich Vorsicht bei Parfum, Medikamenten und Co.

Der Verzehr von Obst und Gemüse, der Hautkontakt mit Pflanzen oder die Einnahme von Medikamenten in Kombination mit Sonneneinstrahlung können brandgefährlich werden und Vergiftungen auslösen, sogenannte fototoxische Reaktionen. Die Haut reagiert dann ähnlich wie bei Sonnenbränden mit Hautrötung, Juckreiz, Blasenbildung, Austrocknung, Schuppen- und Narbenbildung.

Stand: 19.06.2019

Newton - Die Sprache der Düfte | Bild: colourbox.com

Verantwortlich für die trotz Sonnenschutz verbrannte Haut sind vor allem in bestimmten Pflanzen enthaltene Furocumarine. Je nach Konzentration reagieren diese Pflanzenstoffe mehr oder weniger heftig unter Einwirkung von Sonnenlicht. Furocumarine können Krebs erregen sowie Allergien und Verbrennungen auslösen, wenn sie in den Körper oder auf die Haut gelangen und anschließend einer Sonnenstrahlung ausgesetzt werden.

Rote Haut durch Sellerie-Gemüse

Die auslösenden Stoffe sind in Blättern, Stängeln und Fruchtständen heimischer und exotischen Pflanzen enthalten, unter anderem im Riesen-Bärenklau, in der Weinraute, im Feigenbaum, in Bergamotten, in Pastinaken oder Sellerie. Bereits mit einer großen Mahlzeit von cirka 450 Gramm gekochtem Sellerie - so berichtet das Bundesinstitut für Risikobewertung - können so viel Furocumarine in den Körper gelangen, dass eine normal empfindliche Haut schon nach kurzzeitiger Sonnenbestrahlung mit sonnenbrandähnlichen Symptomen reagiert, die sehr lange anhalten können.

Riesen-Bärenklau: Anfassen nur mit Handschuhen

Bereits das bloße Berühren eines Riesen-Bärenklau bei Tageslicht kann schmerzhafte und schwer heilende Verbrennungen nach sich ziehen. Vor allem Kinder sind versucht, mit diesen aus dem Kaukasus stammenden beeindruckenden Pflanzen zu spielen, die einst als Zierpflanzen vom Adel in Europa verbreitet wurden. Beispielsweise lassen sich die Stängel gut zum Schwerterkampf oder für Blasrohre benutzen. Bei der Bekämpfung des Unkrauts, das auch unter Herkulesstaude oder Herkuleskraut bekannt ist und bis zu dreieinhalb Meter Höhe erreichen kann, sollte deshalb ein vollständiger Schutzanzug getragen werden, der auf jeden Fall auch das Gesicht schützt.

Fotosensibilisierende Arzneimittel

Auch bestimmte Arzneimittel können fototoxische Reaktionen auslösen: Sie machen die Haut extrem empfindlich für Sonnenstrahlen. Darunter fallen Medikamenten-Wirkstoffe wie zum Beispiel Ketoprofen, das in Schmerzmitteln zu finden ist, oder alle Antibiotika, die Tetrazykline und Sulfonamide enthalten. Auch die gegen Depressionen eingenommenen Johanniskraut-Präparate zählen zu den Substanzen, die fotosensibilisierend wirken und schon bei geringer Sonnenbestrahlung einen Sonnenbrand auslösen können. Wer solche Medikamente einnimmt, der sollte sich vor direkter Sonneneinstrahlung schützen, im Schatten bleiben und lange Kleidung tragen - ist das nur bedingt möglich, unbedingt dick einen Sunblocker auftragen!

Brandgefährliches Parfüm

Entzündungen der Haut durch Pflanzen, die Furocumarine enthalten, sind unter Wiesengräserdermatitis oder Fotodermatitis bekannt, eine Sonderform ist dabei die Berloque-Dermatitis. Hier spielen als Auslöser der Vergiftung bestimmte Pflanzenstoffe eine Rolle, die häufig Parfums beigemischt werden, wie beispielsweise Bergamotte. Durch das Besprühen oder Betupfen der Haut und das anschließende Sonnenbad kann es ebenfalls zu verbrennungsähnlichen Symptomen kommen.


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