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Hundesenioren So helfen Sie ihrem Hund im Alter

Der Hund ist der treueste Freund des Menschen. Umso erschreckender, wenn der treue Begleiter altert und sich verändert. Denn damit verbunden sind allerlei Beschwerden - ähnlich wie beim Menschen - von Arthrose über Inkontinenz bis Vergesslichkeit. Deshalb sollte Sie gerade den veränderten Bedürfnissen ihres Hundeseniors besondere Aufmerksamkeit widmen.

Stand: 15.09.2020 10:52 Uhr

Ein alter Hund schaut nach oben | Bild: colourbox.com

Zwar sind Katzen die beliebtesten Haustiere in Deutschland mit 14,7 Millionen Exemplaren, aber die Hunde folgen mit über zehn Millionen Tieren (2019). Während der Stubentiger bekannt für seine Extravaganzen ist, gilt der Hund als bester Freund des Menschen, als Beschützer, Helfer und Spielgefährte.

Alte Hunde, andere Bedürfnisse

Wenn der treue Begleiter dann irgendwann in die Jahre kommt, hat er auch andere Bedürfnisse. Ob Ernährung oder Bewegung - ein Senior braucht anderes als ein junger oder erwachsener Hund. Da geht es den Hunden nicht anders als den Menschen.

Beachten Sie das Alter ihres Hundes!

Doch gerade den Eintritt ins Alter verpassen Hundebesitzer mitunter. Das liegt daran, dass viele oft nicht wissen, wie hoch die Lebenserwartung ihres Hundes ist. Manche können womöglich auch nicht fassen, dass ihr Hund - in Menschenzeit berechnet - so schnell altert und deuten die Anzeichen nicht richtig.

Sieben Menschenjahre entsprechen einem Hundejahr? Veraltet!

Sieben Menschenjahre sind ein Hundejahr - so lautet die gängige Regel, die allerdings längst überholt ist, wie jetzt auch US-Forscher bestätigen. Sie haben eine präzisere Formel entwickelt, um Hunde- in Menschenjahre umzurechnen. Das Ergebnis der Studie ist eine Graphik, an der sich das Alter von Hunden auf das Alter von Menschen übertragen lässt. Demnach altern Hunde besonders schnell, wenn sie jung an Jahren sind. Ein einjähriger Hund entspricht etwa einem 30-jährigem Menschen. Ein vierjähriger Hund ist etwa so alt wie ein 52-Jähriger. Im Alter von sieben Jahren verlangsamt sich der Alterungsprozess bei Hunden jedoch. Auf der Seite von Sciencemag.org, findet sich unten ein Rechner, der das Alter des Hundes auf Menschenjahre umrechnet. Daneben spielen aber noch andere Faktoren eine Rolle - wie zum Beispiel Größe oder Rasse des Hundes.  

Wichtige Begleiter im Alter: der Tierarzt oder die Tierärztin

Kommt ein Hund in die Jahre, setzen vermehrt die Zipperlein ein - bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Der Hund verändert sich. Darauf sollten Herrchen und Frauchen unbedingt achten, um den wechselnden Bedürfnissen ihres Seniors gerecht zu werden. Viele Krankheiten sind typisch für die ältere Hundegeneration - zum Beispiel Zahnerkrankungen, Herz- und Nierenprobleme, Diabetes, Arthrose, Krebs und geistige Aussetzer. Ein wichtiger Begleiter in dieser Zeit ist der Tierarzt oder die Tierärztin. Als Profi sieht er oder sie einfach mehr als der Besitzer. Er kann Ihnen helfen, Tipps geben, Medikamente verabreichen und so ihrem Hund die letzten Jahre oder Monate erleichtern. Dies sind nur einige Symptome, bei denen Sie unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen sollten:

  • Hat ihr Hund übermäßigen Durst oder pinkelt er oft und viel?
  • Stinkt er aus dem Maul?
  • Tut er sich schwer, Hindernisse wie zum Beispiel Treppen zu überwinden?
  • Geht er steif oder humpelt er gar?
  • Ist er verwirrt und/oder orientierungslos?
  • Ist er inkontinent und verliert Urin und/oder Stuhl?

Wenn die Gelenke schmerzen

Achten Sie darauf, ob ihr Hund Probleme hat, sich zu bewegen. Nimmt er Schonhaltungen ein? Meidet er bestimmt Bewegungen? Denn auch Hunde können an schmerzenden Gelenken, steifen Gliedern oder Arthrose leiden. Wenn das so ist, erleichtern Sie ihrem Tier das Leben. Neben Medikamenten von einem Tierarzt oder einer Tierärztin können Sie ihrem Hund den Alltag mit ein paar Hilfen schmerzfreier gestalten. Wenn er nicht mehr mit einem Satz in den Kofferraum hüpfen oder Treppen erklimmen kann, bauen Sie ihm zu Beispiel eine Rampe. Mithilfe eines Brustgeschirrs können Sie ihn bei solchen Anstrengungen auch unterstützen - auch beim Aufstehen. Auch Trink- und Futternäpfe, zu denen sich der Hund nicht mehr ganz so tief hinunterbeugen muss, entlasten ihn. Und ein spezielles Hundebett kann schmerzende Körperstellen entlasten.

Wenn der Hund vergesslich wird

Auch Hunde können dement werden.

Ihr alter Hund muss nicht plötzlich ungehorsam sein, wenn er nicht auf ihr Kommando hört. Er kann schlichtweg vergessen haben, was es bedeutet. Auch wenn er bekannte Wege nicht mehr kennt, sich gar in der Wohnung verirrt, ist das keine böse Absicht, sondern sein nachlassendes Gedächtnis. In so einem Fall ist viel Liebe, Geduld und Verständnis nötig.

Wenn die Sinne nachlassen

Wenn ihr Hund vermeintlich ungehorsam ist, kann es aber auch daran liegen, dass er einfach nicht mehr gut hört oder schlecht sieht. Wenn er ein Kommando akustisch nicht wahrnimmt, kann er auch nicht reagieren. Wichtig ist, dem Hund keine Umgewöhnungen zuzumuten. Alles sollte am angestammten Platz sein - vom Futternapf über die Lieblingsdecke bis hin zu seinem Körbchen. Rituale helfen ihm, sich zu orientieren, und geben Sicherheit.

Wenn der Hund inkontinent wird

Nicht schimpfen, wenn mal etwas danebengeht und der Hund in der Wohnung etwas Urin oder gar Stuhl verliert. Auch das kann eine Begleiterscheinung des Alters sein. Das ist zwar ärgerlich und mit Arbeit verbunden, aber auch dem Hund kann das unangenehm sein.

Auslauf: liebe mehrere, aber kleine Gassirunden

Lieber kürzere Gassirunden mit dem Hund und dafür öfter.

Im Alter sind auch Hunde nicht mehr so aktiv wie in jungen Jahren. Sie haben einfach weniger Energie. Deshalb sollten Sie auf auslaugende Mammutspaziergänge verzichten und lieber mehrere kleine Gassirunden gehen. Ihr Hund zeigt Ihnen schon, was er möchte - wenn Sie genau hinschauen. Damit er trotzdem nach draußen kommt, kann auch eine Art "Hundewagen" nützlich sein, wenn der Senior nicht mehr so gut zu Fuß ist. Dann kann er, wenn die Gassirunde zu viel wird, umsteigen.

Das Futter anpassen

Durch die reduzierte Bewegung legen manche alten Hunde an Gewicht zu. Auch der Stoffwechsel verändert sich, sodass sie schneller zunehmen, denn der Appetit wird nicht unbedingt weniger. Bei machen Hunden schlägt das Seniorenalter allerdings auch auf den Magen. Sie mögen nicht mehr so viel essen. Mit einem Leckerchen kann man sie stimulieren, mehr zu essen. Hochwertiges Futter ist in jedem Fall wichtiger denn je. Besonders ein alter Hund muss alle Nährstoffe bekommen, die er in dieser Zeit braucht. Auch hier kann der Tierarzt oder die Tierärztin eine Anlaufstelle sein. Leckerchen sind auch bei den verfressenen Hunden kein Tabu, aber es muss ja nicht die fette Leberwurst sein, sondern ein fettarmer Leckerbissen.

Sorgfältige Körperpflege

Auch das Fell, die Haut und die Krallen brauchen jetzt mehr Pflege. Das Fell wird spröde, die Haut dünner, die Krallen brüchig. Sanfte Körperpflege vermittelt dem Hund auch ein Gefühl von Nähe und Vertrautheit.

Der Mensch als Fels in der Brandung

Wenn aus einem kleinen Raufbold ein alter unsicherer Hund geworden ist, der von Vergesslichkeit und Schmerzen geplagt wird, braucht er mehr denn je ihre Hilfe und Unterstützung. Er bleibt dann auch nicht mehr so gerne alleine. Sie sind sein Fels in der Brandung, seine Sicherheit, die er früher in dem Maße vielleicht gar nicht gebraucht hat. Geben Sie ihm die Nähe und Verlässlichkeit - bis zu seiner letzten Stunde. Und gerade in der!  


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