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Schutz vor Einbrechern Keine Chance für Langfinger

In Deutschland wird alle zwei Minuten eingebrochen: Vor allem die frühe Dämmerung zwischen Oktober und März bietet Einbrechern ideale Bedingungen, zwei Drittel aller Einbrüche passieren in dieser Zeit. Doch Sie können sich schützen.

Stand: 04.11.2019

Illustration zum Thema Einbruch, Blitz und Mietrecht | Bild: BR, Angela Smets

Die Mehrzahl der Einbrüche wird laut Polizei nicht von Profis mit Spezialwerkzeugen begangen, sondern von Gelegenheitstätern, die schlecht gesicherte Türen und Fenster mit einem Schraubenzieher aufbrechen.

Und: Einbrecher arbeiten unter Zeitdruck. Alles, was den Zugang erschwert und Lärm verursacht, macht das Unterfangen gefährlich und damit unattraktiv. Laut Polizeiangaben geben die meisten Einbrecher schon nach fünf Minuten auf. Bereits einfache Vorkehrmaßnahmen können daher schon viel bewirken.

Effektiven Schutz bieten Panzerriegel oder elektronische Beschläge an der Haustür sowie die Ausrüstung von Fenstern mit absperrbaren Fenstergriffen oder einer Mehrfachverriegelung. Solche Fenster sind schwerer zu öffnen, lassen sich nicht leicht aushebeln und erzeugen dadurch Lärm beim Einbruch.

Allgemeine Tipps:

  • Haus-, Wohnungs- oder Ersatzschlüssel nie draußen, zum Beispiel unter der Fußmatte oder in einem Blumentopf verstecken. Einbrecher kennen die einschlägigen Verstecke.
  • Bei Türen mit Glasfüllungen oder absperrbaren Fenstergriffen nie den Schlüssel im Schloss stecken lassen.
  • Achten Sie in Ihrer Nachbarschaft auf Verdächtiges, zum Beispiel auf Fahrzeuge, die mehrmals sehr langsam vorbeifahren, oder auf auffällige Personen. Notieren Sie gegebenenfalls das Kfz-Zeichen verdächtiger Fahrzeuge und verständigen Sie die Polizei.
  • Zögern Sie bei verdächtigen Geräuschen (Bohrgeräusche, Klirren, etc.) nicht, die Polizei anzurufen. Die kommen lieber einmal umsonst als zu spät.
  • Wertsachen nicht offen herumliegen lassen. Sparbücher, Schmuck und Bargeld in einem einbruchsicheren Tresor aufbewahren. Besonders wichtige Dokumente und Schmuck in einem Schließfach bei Ihrer Bank deponieren.
  • Markieren Sie Ihre Wertgegenstände, erfassen Sie sie in einer Liste, am besten mit Foto.
  • Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, der sollte die Anschaffung einer Alarmanlage in Erwägung ziehen.

Hilfreich: Bewegungsmelder

Gerade in der Dämmerung macht sich ein Bewegungsmelder bezahlt - er lässt den "Arbeitsplatz" des Einbrechers in hellstem Licht erstrahlen. Installieren sollte man den Melder idealerweise so, dass er nur per Leiter erreichbar ist und nicht "im Vorbeigehen" manipuliert werden kann. Lassen Sie sich beim Kauf beraten, denn es gibt Modelle, die bereits durch Katzen ausgelöst werden - und das kann mit der Zeit nerven.

Beratung, Information und Zuschüsse:

Die Kriminalpolizei berät Sie kostenlos und individuell zum Einbruchschutz, bei Anfrage auch vor Ort. Informationen erhalten Sie in allen Polizeidienststellen. Kümmern Sie sich rechtzeitig darum. Im folgenden finden Sie Tipps zum Einbruchschutz, Beratungsstellen der Kriminalpolizei und eine Liste von amtlich zertifizierten Firmen für Sicherheitstechnik. Außerdem: Welche baulichen Maßnahmen fördert der Staat?

Terrassentür und Erdgeschossfenster als Einfalltür

Fast jeder dritte Einbruch erfolgt über Terrassentüren oder Erdgeschossfenster.

Am häufigsten dringen Einbrecher in Einfamilien- oder Reihenhäusern über Terrassentüren oder Erdgeschossfenster ein. Leicht erreichbar und schlecht einsehbar durch Bepflanzung sind Terrassentüren, besonders auf der Hausrückseite, ein guter Angriffspunkt. Herkömmliche Fenster mit Rollzapfenverschlüssen sind besonders leicht aufzuhebeln. Spezielle Fenster der Widerstandsklasse 2 halten Einbrecher zurück.

Fensterscheiben und Rollläden

Scheiben hingegen werden, wenn überhaupt, in der Regel nicht großflächig eingeschlagen, sondern nur in Griffnähe, damit das Fenster leicht geöffnet werden kann. Die meisten Einbrecher versuchen jedoch, Lärm zu vermeiden, wozu auch das Zertrümmern von Glas gehört. Abhilfe bieten auch abschließbare Fenstergriffe.

Da viele Wohnungseinbrüche tagsüber zwischen 6.00 und 21.00 Uhr verübt werden, spielen Rollläden meist nur eine untergeordnete Rolle beim Schutz: Sie sind zur Tatzeit meist oben. Sind die Rollläden tagsüber unten, ermuntert das Einbrecher womöglich sogar zur Tat. Nichtsdestotrotz gilt: Wer Rollläden hat, sollte sie nachts auch zur Gänze herablassen - erschwert wird ein nächtlicher Einbruch dadurch allemal.

Urlaubszeit ist Einbruchzeit

Besonders zur Urlaubszeit - aber nicht nur dann - sollten auch die nachfolgenden Tipps beherzigt werden:

  • Anrufbeantworter ausschalten oder eine neutrale Ansage aufsprechen.
  • Urlaubszeit nicht in sozialen Netzwerken verkünden.
  • Blicksichere Adress-Anhänger für Koffer anschaffen.
  • Sämtliche Fenster und Türen schließen und absperren - auch Keller- und Hintereingänge.
  • Leitern, Mülltonnen und sonstige Einstiegshilfen wegsperren oder anketten.
  • Zeitschaltuhren einsetzen: Mit ihnen können Licht, Rollos und Radios zeitgesteuert werden. Das täuscht Anwesenheit vor.
  • Zeitungen und Post abbestellen. Der Aufkleber "keine Werbung" schützt vor übervollen Briefkästen.
  • Wenn die Reise länger dauert: Bitten Sie Nachbarn, Freunde oder Verwandte, hin und wieder nach dem Rechten zu sehen.
  • Lassen Sie den Rasen ab und an mähen - ein ungemähter Rasen im Garten deutet auf längere Abwesenheit hin.

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