Hintergrund Ernährung

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Schokolade Glück zum Anbeißen

Warum macht uns der Biss in ein Stück Schokolade glücklich? Schokolade soll die Produktion des sogenannten Glückshormons Serotonin anregen. Liegt es also an den Hormonen - oder einfach nur am guten Geschmack?

Stand: 13.05.2020

Kind beisst in Schokolade | Bild: colourbox.com

Es gibt viele Gelegenheiten, Schokolade zu genießen. Der Gipfel des Schokoladenkonsums liegt allerdings im Winter: Es ist eine Zeit, in der so manch einer nicht ganz so "gut drauf" ist wie im Sommer. Dieses winterliche Stimmungstief wird (mit)verursacht durch einen erniedrigten Spiegel des Glückshormones Serotonin im Gehirn. Kann Schokolade aber tatsächlich helfen, ein Stimmunsgstief zu überwinden - gar "glücklich" machen? Oder ist das ein Mythos? Die Antwort lautet: von beidem ein bisschen.

Glücklichmacher Schokolade?

Es wird angenommen, dass Schokolade den Serotoninspiegel im Gehirn anheben kann - und so ein ebenso angenehmes wie mildes "Antidepressivum" darstellen könnte. Das liegt vermutlich an ihrem hohen Zuckergehalt. Zucker ist der Treibstoff unseres Gehirns. Er stimuliert die Umwandlung von Tryptophan, einem Bestandteil der Schokolade, in das Glückshormon Serotonin. Schokolade könnte also aufgrund ihrer Inhaltsstoffe tatsächlich "glücklich" machen. Das Problem: Die Mengen, die in der Schokolade enthalten sind, reichen dafür kaum aus - außer man verschlingt Unmengen. Gleiches gilt auch für den ähnlich wirkenden Inhaltsstoff der Schokolade, dem Theobromin, der Tieren zum Verhängnis werden kann.

Sonne täte es auch

Eigentlich hängt der Serotoninspiegel im Gehirn von der Intensität des Lichtes und von der Dauer der hellen Tagesstunden ab. Deswegen ist ein Spaziergang an der frischen Luft fürs Gemüt die bessere Alternative - und spart sogar Kalorien.

Warum macht Schokolade uns dann froh?

Zur Beruhigung für alle Schokoladen-Fans: Schokolade kann aber trotzdem glücklich machen. Das hat allerdings weniger mit ihren Inhaltsstoffen zu tun, als vielmehr mit dem Schmelzprozess im Mund. Den empfinden viele Menschen als sehr angenehm und dieses Gefühl ist mit Glückshormonen verbunden. "Schokolade hebt die Stimmung, es ist ein regelrechtes Wohlfühlessen", sagt Ingrid Acker, Ernährungsberaterin in Rödermark. Zudem verknüpfen viele den Genuss von Schokolade mit positiven Erlebnissen - zum Beispiel schönen Kindheitserinnerungen.

Glücksfall dunkle Schokolade

Einen Trost für alle Naschkatzen gibt es noch obendrauf: Weichen Sie auf Zartbitterschokolade aus. Wenn Sie die essen, können Sie sich sogar etwas Gutes tun - und zwar nicht nur der Psyche. Denn je mehr Kakao sie enthält - also mindestens 70 besser noch 80 Prozent - desto mehr wirkt sie sich positiv auf den Körper aus, so Prof. Johannes Georg Wechsler, Facharzt für Innere Medizin und Ernährungsmedizin in München.

Denn in Kakao sind Flavanole enthalten. Je dunkler die Schokolade ist, sprich, je höher der Kakaoanteil ist, desto mehr Flavanole sind enthalten. Und diese sollen dafür sorgen, dass die Blutgefäße elastisch bleiben. Zudem wird ihnen nachgesagt, den Blutdruck geringfügig zu senken. So wiesen wissenschaftliche Erkenntnisse und Studien darauf hin, dass dunkle Bitterschokolade - vor allem, wenn sie zudem Nüsse enthält - das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken könne, so Wechsler.

Inhaltsstoffe der Schokolade

Prinzipiell ist Schokolade relativ einfach aufgebaut - aus den Hauptbestandteilen Kakaomasse, Zucker und Kakaobutter. Das begründet ihren hohen Nährwert - in hundert Gramm dieser dunklen Köstlichkeit stecken viele hundert Kalorien. Auch da punktet die dunkle Schokolade: Sie enthält weniger Fett und Zucker als helle Vollmilchschokolade. Und: Man höre und staune - auch Schokolade kann Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium und Magnesium sowie Vitamine enthalten. Wie viel, hängt von der Sorte ab. Es lohnt sich also, beim Einkauf auf die Inhaltsstoffe zu schauen.

Grundsätzlich gilt: Man sollte Schokolade genießen und sie nicht tafelweise verspeisen. Denn, das kennen viele aus leidvoller Erfahrung, das schlechte Gewissen kommt spätestens dann, wenn wir die Hose nicht mehr zubekommen.

Tipp: Schokolade richtig lagern

Ideal ist es, Schokolade bei gleichbleibender Temperatur, am besten zwischen 16 und 18 Grad, zu lagern. Ein Vorratsraum ist ein guter Ort. Im Kühlschrank kann es sein, dass es der Schokolade zu kalt wird. Dann bildet sich diese hässliche weißliche Schicht aus Zuckerreif. Er entsteht, weil das Wasser auf der Schokoladenoberfläche kondensiert und so den Zucker aus der Masse herauslöst.

Wird Schokolade zu warm gelagert, bildet sich der sogenannte Fettreif. Anstatt Zucker sammelt sich hier das Fett an der Oberfläche. Die Schokolade ist aber trotz der weißen Schicht noch gut und kann verzehrt werden. Übrigens auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums. Erst, wenn die Schoggi ranzig riecht, ist sie nicht mehr genießbar. Dann ist das Fett schlecht.

  • Kakao als Medizin. aktiv und gesund, 04.12.2020 um 14:15 Uhr, BR Fernsehen
  • Die Wahrheit über… Süßes, 20.02.2019 um 21:00 Uhr, ARD-alpha

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