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Schmuggel durch den Zoll Tiere sind keine Souvenirs

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht: Wer bedrohte Tier- oder Pflanzenarten als Souvenir nach Hause bringt, muss mit hohen Geldbußen rechnen. Lassen Sie am besten die Hände von tierischen Reiseandenken!

Stand: 13.07.2020

Pictogramme: Weltkarte, Flugzeug, Elefant, Schlange | Bild: Creativ Collection

Dass man sich als Urlauber besser nicht mit Gelegenheits-Schmuggel abgibt, wissen inzwischen die meisten. Ebenfalls bekannt ist, dass man bei Tabak und Alkohol ganz genau aufpassen sollte. Aber ein paar harmlose Mitbringsel, dagegen kann man nichts einwenden. Doch was ist harmlos? Hätten Sie zum Beispiel gewusst, dass man Kartoffeln nicht mit nach Deutschland bringen darf? Wobei sich die Frage stellt, ob Kartoffeln ein geeignetes Souvenir sind ...

Schmuggel kann teuer werden

Wer geschützte Tiere oder Pflanzen ohne Genehmigung aus dem Urlaub mit nach Hause bringt, den erwartet - wenn er erwischt wird - erst einmal eine peinliche Szene am Flughafen. Die Mitbringsel werden vom Zoll beschlagnahmt und man hat ein Straf- oder Ordnungswidrigkeiten-Verfahren am Hals. Die Geldstrafen sind hoch: Wenn Sie zum Beispiel Stiefel aus dem Leder streng geschützter Schlangenarten nach Deutschland einführen, kann es sein, dass Sie mit einem Bußgeld im drei- bis vierstelligen Bereich bestraft werden. Ihr Souvenir bekommen Sie nicht wieder zurück.

Riesenspinnen im Koffer

Einen ganzen Koffer voller lebender Spinnen wollte ein Brite aus Brasilien schmuggeln - der Zoll vereitelte das am Flughafen.

Heute wird nur noch selten versucht, Elfenbein und Produkte aus Schildpatt, also aus dem Panzer von Schildkröten hergestellte Ware, oder Raubkatzenfelle nach Deutschland zu schmuggeln. Dafür werden deutlich mehr Vogelspinnen, Schildkröten, Kakteen und Pfleilgiftfrösche beschlagnahmt.

Einfache Artensuche

Ein Artenschutz-Spürhund im Einsatz

Wenn Sie eine Fernreise planen, können Sie sich bei der Reisevorbereitung auf den Seiten des Zolls informieren, welche Arten in Ihrem Urlaubsland absolut tabu sind. Eine Weltkarte zur Auswahl Ihres Ziels finden Sie bei Zoll online, den Souvenirratgeber zum Donwload gibt es beim WWF.

Geschützte Arten: Nur mit doppelter Genehmigung

Je strenger ein Tier oder eine Pflanze durch das europäische Artenschutzrecht geschützt ist, desto beschränkter ist der Handel mit der Art. Bei Tieren und Pflanzenarten, die vom Aussterben bedroht sind, ist der Handel strafbar. Darunter zählen zum Beispiel Menschenaffen, viele Raubkatzen oder seltene Orchideen- und Kaktusarten.

Wer Pflanzen oder Tiere nach Deutschland einführen will, die nicht unter die strengste Schutzkategorie fallen, braucht immer zwei Genehmigungen: eine Ausfuhrgenehmigung von der Naturschutzbehörde des Urlaubslandes und eine Einfuhrgenehmigung vom Bundesamt für Naturschutz. Die Tierschutzorganisation WWF hat für Touristen eine Broschüre zum Thema herausgegeben. Darin werden alle illegalen Souvenirs aufgelistet. Die Broschüre passt leicht ins Handgepäck und liegt beim Zoll an den Flughäfen aus.


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