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Zwischen Schutz und Ekel

Von: Ortrun Huber und Maike Brzoska

Stand: 23.06.2022

Glitschig, wabbelig, eklig: Viele Menschen mögen Schleim nicht wirklich - von Kindern einmal abgesehen. Im Kino gruseln wir uns vor außerirdischen, schleimig triefenden Monstern.  Und an den Fingern fühlt er sich schmierig an. Schleim hat keinen guten Ruf – völlig zu Unrecht.  | Bild: colourbox.de

Schlickerig, wabbelig, uaaah: Viele Menschen mögen Schleim nicht wirklich - von Kindern einmal abgesehen. Im Kino gruseln wir uns vor glitschig triefenden außerirdischen Monstern. Und an den Fingern fühlt sich der Glibber schmierig an. Schleim hat keinen guten Ruf – und das völlig zu Unrecht.

Es gibt kaum ein Lebewesen, das ohne Wabbeliges bestehen kann. Bei Würmern, Schnecken und anderen glitschigen Tieren scheint das offensichtlich, auch noch bei manchen Pilzen und Pflanzen. Bei uns Menschen tritt Schleim hingegen meist in weniger angenehmen Situationen in Erscheinung - etwa in der Schnupfennase.  

Vor Schleim weichen wir reflexhaft zurück. Der Ekel soll uns schützen, vor potentiellen Mikroben, also Viren, Bakterien oder Pilzen, die im Schleim enthalten sein könnten. Im fremden Schleim. Denn wir selbst sind ja auch schleimige Wesen - das ist paradox. Wir ekeln uns vor Schleim und könnten doch nicht ohne ihn leben.

Dabei kommt Schleim überall dort vor, wo das eine in das andere übergeht. Er ist ein sogenanntes Grenzflächenmaterial und für Mensch und Natur ausgesprochen wichtig. Kein Grund also, sich zu ekeln!

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