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Zwei eisige Gasriesen am Rand unseres Sonnensystems

Von: Tanja Fieber

Stand: 25.09.2020

Uranus (links) und Neptun (rechts) | Bild: Links: NASA/JPL-Caltech - Rechts: NASA

Mehr über Neptun und Uranus zu wissen, heißt im Idealfall, mehr von Exoplaneten zu verstehen. Bislang wurden die beiden Planeten jedoch kaum erforscht, nur die Sonde Voyager 2 hat in den 1980er-Jahren bei ihnen vorbeigeschaut. Für einen erneuten Besuch wäre die Zeit nun günstig: In den Jahren 2030 und 2031 gesellen sich Neptun, Uranus und Jupiter zu einer seltenen und vorteilhaften Konstellation.

Mit Jupiter-Schaukel zu Neptun und Uranus

Eine Sonde könnte Schwung - und Energie - bei Jupiter holen und etwa 15 Jahren nach dem Start bei Neptun und Uranus ankommen. So lange arbeiten die Bordinstrumente und die Energieversorgung einer Raumsonde gewöhnlich. Durch das Manöver würde auch der Treibstoff-Bedarf der Sonde gedrosselt, wodurch an Bord mehr Platz für wissenschaftliches Gerät bliebe. Starten müsste eine Sonde spätestens Mitte der 2030er-Jahre. Das ist für Raumfahrtplaner im Grunde übermorgen, sagte Fabio Favata, Leiter für Strategie, Planung und Gemeinschaftskoordination bei der ESA, auf einer Royal-Society-Tagung.

Reise zu Neptun und Uranus - die Zeit drängt

Die acht Planeten unseres Sonnensystems - von Merkur bis Neptun

Da die Vorbereitung einer solchen Mission Zeit braucht, ist Eile geboten. Bis zu zehn Jahre werden dafür im Schnitt veranschlagt. Dementsprechend veranstaltete die Royal Society im Januar 2020 ein zweitägiges Symposium zum Thema "Future exploration of the ice giants" (Zukünftige Erkundung von Eisriesen) und setzte sich damit öffentlich für die Erforschung von Neptun und Uranus ein. Erörtert wurden "Schlüsselfragen, Motivationen und Konzepte für künftige gemeinschaftliche Missionen zu diesen verlockenden Flugzielen."

Ob die NASA als wichtiges Raumfahrt-Unternehmen dazu bereit ist, wird sich im Jahr 2022 zeigen. Dann veröffentlicht die Organisation, in welche Raumfahrt-Projekte sie in den kommenden zehn Jahren investieren wird. Die nächste günstige Planeten-Konstellation zur Erforschung der Eisriesen wird es erst wieder Mitte der 2040er-Jahre geben.

Eisriesen

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