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Bayern unter Beschuss Jedes Jahr regnet es kiloweise Meteoriten

Jahr für Jahr wird Bayern um rund sieben Kilogramm schwerer, statistisch gesehen: Es regnet himmlisches Gestein! Wie jeder Fleck der Erde ist der Freistaat permanent einem Bombardement aus dem All ausgesetzt. Doch meist merken wir davon nichts.

Stand: 25.02.2021

In jeder Stunde treffen Tausende Gesteinskörper die Erde. Sie bleiben jedoch unbeachtet oder werden von uns höchstens als Sternschnuppen bestaunt, denn die meisten haben nur die Größe eines Staubkorns. Doch jährlich treffen den Erdboden rund 20.000 Meteorite, die mehr als 100 Gramm wiegen. Das macht für ganz Deutschland umgerechnet etwa zwei faustgroße Meteorite pro Jahr.

Jüngster Meteoriteneinschlag in Bayern

Der Meteor vom 6. März 2016

Der bislang letzte Einschlag eines Meteoriten in Bayern war am 6. März 2016. Auf dem Gebiet der Gemeinde Stubenberg bei Simbach am Inn entdeckte man rund zwanzig kleine Stücke des Meteoriten, der beim Einschlag zerbrochen war.
Dagegen fehlt von dem Meteor, der in der Nacht auf den 4. Februar 2016 als heller Lichtstrahl gesehen wurde, weiter jede Spur: Ein Meteorit, also ein übrig gebliebenes Bruchstück des einstigen Himmelskörpers, wurde bislang nicht gefunden. Theoretisch, also nach Berechnungen der Flugbahn, sollte zumindest ein Rest bei Thurnau in Oberfranken eingeschlagen sein.

Meteor vom November 2020

Dieser Meteor (Bild links) war am 19. November 2020 über Bayern und Österreich zu sehen. Ein vermutlich 370 Kilogramm schwerer Himmelskörper trat etwa über Regensburg in die Erdatmosphäre ein und legte dann eine Strecke von rund 290 Kilometern bis Oberösterreich zurück - in nur 24 Sekunden.

Der Meteorit von Neuschwanstein

Deutlich größer als eine Faust war der Gesteinbrocken, der am 6. April 2002 mit rund 250.000 Kilometern pro Stunde über Bayern hinweg raste. Ein Lichtblitz erhellte sekundenlang den Nachthimmel, einige Minuten später war ein Überschallknall zu hören. Der ursprüngliche Körper dürfte nach Berechnungen des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) ein Gewicht von bis zu 600 Kilogramm gehabt haben, als er in die Erdatmosphäre eintrat und zerbarst.

Zwei Bruchstücke des Neuschwanstein-Meteoriten

Doch nur ein kleiner Teil gelangte in Form von Bruchstücken bis auf die Erde. Gefunden wurden davon bislang etwa sechs Kilo: drei größere Bruchstücke in der Nähe des Schlosses Neuschwanstein.

Bayerns Brocken

Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat alle zur Verfügung stehenden historischen Unterlagen seit dem Jahr 952 nach Christus kritisch unter die Lupe genommen, um zu erfahren, wie viele größere Meteoriten Bayern in den vergangenen Jahrhunderten getroffen haben.

Einige Brocken aus vier Jahrhunderten

Der Meteorit von Untermässing als Gipsabdruck

Der erste Meteorit, der im heutigen Bayern bis heute erhaltene Bruchstücke hinterlassen hat, ging im Jahr 1785 bei Eichstätt nieder. Seither wurden Fragmente von einigen wenigen weiteren Meteoriten gefunden. Die meisten wogen nur wenige Kilogramm. Ein großer Brocken landete jedoch 1807 bei Untermässing im Landkreis Roth: ein knapp achtzig Kilogramm schwerer Eisenmeteorit, der erfreulicherweise keinen größeren Schaden anrichtete. Damit ist der Meteorit von Untermässing das größte Bruchstück in Bayern. Nur weil er über hundert Jahre eingegraben war und im Zweiten Weltkrieg verschüttet war, ist er noch in seiner vollen Größe erhalten. Denn viele Meteoriten-Bruchstücke wurden im Dienste der Wissenschaft weiter zerkleinert oder zur Eisengewinnung eingeschmolzen.

Jahrzehntelang unerkannt

Der Meteorit Machtenstein wurde lange für einen Ackerstein gehalten.

Im Oktober 2014 kam "der Machtenstein" auf die kurze Liste mit Bayerns offiziell anerkannten Meteoriten. Dabei war der Machtenstein nicht ganz neu: Er wurde schon in den 1950er-Jahren in der Nähe von Dachau entdeck. Der rund 1,4 Kilogramm schwere Brocken zierte dann aber lange nur den Garten des Finders. Erst ein halbes Jahrhundert später gelangte der Brocken in die Hände von Experten, die ihn als 4,5 Milliarden Jahre alten "Zuagroasten" identifizierten. Der Machtenstein wurde damit ein offiziell anerkannter Meteorit in Bayern.

Weitere Meteoriten ohne materiellen Beweis

Neben den wenigen bayerischen Meteoriten, von denen Bruchstücke erhalten sind, sind zwei weitere Einschläge aus dem 18. Jahrhundert glaubwürdig bezeugt. Außerdem wurden seit 1969 eine Handvoll Feuerkugeln über Bayern beobachtet, die vermutlich Meteore waren - Lichterscheinungen durch den Eintritt eines kosmischen Körpers in die Erdatmosphäre. Wirkliche Meteoriten, also Trümmer, wurden aber nach diesen Ereignissen nicht gefunden. Daher sind sie nicht offiziell als Meteoritenstürze anerkannt.

Interaktive Karte : Meteoriteneinschläge in Bayern

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Interaktive Karte : Meteoriteneinschläge in Bayern


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