3

Meere und Umweltschutz Weltmeere erholen sich mit Schutzmaßnahmen überraschend gut

Ein internationales Forscherteam hat festgestellt, dass sich die Weltmeere erstaunlich gut und relativ schnell erholen können: Wo entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen wurden, waren in Ökosystemen innerhalb von 10 bis 30 Jahren deutliche Verbesserungen zu sehen.

Stand: 07.09.2020

Diagonal Süsslippen und Rifffische in einem Korallenriff in Selayar, Südsulawesi, Indonesien - Symbolbild | Bild: picture alliance/chromorange

Ein Beispiel, das den Meeresbiologen Professor Boris Worm persönlich beeindruckt hat, ist ein Korallenriff in Indonesien. Da Forscher aufgrund des voranschreitenden Korallensterbens um Korallen sehr besorgt sind, war es für den Wissenschaftler eine besondere Freude zu sehen, dass sich das untersuchte Gebiet mit Korallenriff in Indonesien innerhalb von nur zehn Jahren deutlich erholt hat.

Meeresforschung - Korallen resilient durch Artenvielfalt

Zu Beginn des Projekts waren dort nur wenig Großfische, keine Haie und keine Meeresschildkröten mehr zu sehen. Durch die Einrichtung von Schutzzonen, der lokalen Verbesserung der Wasserqualität und Maßnahmen an Land wie zum Beispiel der Eindämmung der Abrodung von Regenwäldern, ist das Gebiet nun in sehr guter Verfassung. Sogar die Korallen haben sich erholt. Worm macht dafür die wiederbelebte große Artenvielfalt verantwortlich und spricht von "Resilienz". Das heißt, dass Biodiversität die Chancen erhöht, dass sich Ökosysteme und ihre Bewohner an den schnell voranschreitenden Klimawandel anpassen können.

"Alle Co-Autoren der Studie habe viel Zeit damit verbracht, über den Niedergang des Weltmeers zu berichten. Wir sind keine Optimisten aus Erfahrung oder von Natur aus. Aber auf Grundlage der Nachweise, können wir nicht anders als hoffnungsvoll zu sein, was erreicht werden kann."

Professor Boris Worm, Dalhousie University, Halifax, Kanada

Warum in Meere investieren?

Manch einer mag ketzerisch fragen, warum Geld in Meere kippen, wenn sich Erfolge nicht kurzfristig einstellen. Boris Worm, sagt: "Für jeden Dollar, der investiert wird, springen mindestens zehn Dollar heraus!" Und: Große ökonomische Gewinne sind auch in einem Zeitraum von fünf bis 15 Jahren möglich. Würden die Schutzmaßnahmen global durchgeführt und die Fischbestände würden sich erholen, würde das 50 Milliarden Dollar pro Jahr an zusätzlichem Gewinn durch zusätzliche Biomasse einbringen, die dann in Meeren zu finden ist. Das würde auch die Fischerei vorantreiben. Der Verlust, der bei Fischbeständen derzeit stattfindet, ist laut Worm im Moment allgemein so nicht bewusst. Ein globales Erholungsprogramm für das gesamte Ökosystem brächte insgesamt zudem 20 Milliarden Dollar ein.

Meeresschutz ist kein Selbstläufer

Derzeit finden die Schutzmaßnahmen allerdings eher auf lokaler Ebene denn auf globaler Ebene statt. Doch auch das bringt schon etwas, wie die Studienautoren mit ihrer Veröffentlichung am 1. April 2020 im Fachmagazin Nature zeigten. Die Erholung des Ökosystems Meer ist jedoch laut Worm kein Selbstläufer, sondern die Möglichkeit zur Wende. Der Hauptgegner ist allerdings mächtig, fassen die Studienautoren zusammen: der Klimawandel. In der Pressemeldung der Dalhousie-University finden sich noch deutlichere Worte:

"Der Weg zur Erholung der Meere ist stark davon abhängig, dass die Treibhausgas-Emissionen mit dem Paris Abkommen übereinstimmen."

Pressemeldung Dalhousie University


3