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Hülsenfrüchte gegen Armut Linsen als Rezept gegen den Welthunger

Linsen sind Hülsenfrüchte, die auch in trockenen und heißen Gegenden der Welt wachsen. Sie enthalten viel Eiweiß, Ballaststoffe, Mineralien und Spurenelemente, sind sättigend und haltbar. Linsen könnten ein Rezept gegen Hunger und Mangelernährung sein.

Stand: 12.05.2021

Hülsenfrüchte als Rezept gegen die Weltarmut | Bild: picture alliance/dpa

Linsen stammen ursprünglich aus Kleinasien und wurden schon vor 8.000 Jahren angebaut. Sie gehören zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Heute werden die meisten Linsen in Kanada und Indien produziert. Experten empfehlen im Kampf gegen Unterernährung und Hunger, Linsen und andere Hülsenfrüchte wieder verstärkt in armen Ländern anzubauen.

Linsen enthalten viel Eiweiß

Kein anderes pflanzliches Lebensmittel enthält so viel Eiweiß wie Hülsenfrüchte. Bei Linsen ist der Anteil bei 25 Prozent. Eiweiße sind für den Muskelaufbau wichtig, fördern aber auch ein robustes Immunsystem. Pflanzliche Eiweiße haben den Vorteil, dass sie - anders als Fleisch oder Milchprodukte - keine schädlichen Purine oder Cholesterol enthalten. Außerdem enthalten Linsen viele Nahrungsfasern und damit Ballaststoffe. Sie machen schnell satt und könnten in armen Ländern - neben Getreide und Reis - wieder zu einem Grundnahrungsmittel werden.

Linsen enthalten Vitamine und Mineralstoffe

Linsen liefern verschiedene Vitamine wie B-Vitamine, Vitamin C, sowie Folsäure, Magnesium und Calcium. Neue Sorten werden so gezüchtet, dass sie einen besonders hohen Anteil an Eisen und Zink enthalten. Forschende züchten besonders robuste und auch schnell reifende Sorten, die in die Fruchtfolge der Kleinbauern in armen Ländern hineinpassen.

Linsen sind für Diabetiker geeignet

Anders als Sojabohnen oder Erdnüsse enthalten Linsen wenig Fett, nur 1,5 Gramm pro 100 Gramm essbaren Anteil. Hülsenfrüchte sind für Diabetiker gut geeignet, weil die Kohlenhydrate nur langsam ins Blut aufgenommen werden.

Linsen gibt es in vielen Varianten

Linsen gibt es in vielen Farben und Varianten. Generell könnten Hülsenfrüchte in armen Ländern die Ernährung sichern.

Als Konserve werden meist ungeschälte braune Tellerlinsen verkauft. Berglinsen sind etwas kleiner, fester und aromatischer als Tellerlinsen. Es gibt auch gelbe und rote Linsen, die es geschält zu kaufen gibt. Sie werden beim Kochen schnell weich und dienen als Püree oder in Suppen. Beluga-Linsen sind sehr klein und schwarz. Sie bleiben beim Kochen bissfest - genauso wie grüne Linsen, die vor allem in Frankreich angebaut werden.

Hülsenfrüchte können zu Blähungen führen

Wer größere Mengen an Hülsenfrüchten verzehrt, leidet oft an Blähungen. Die lassen sich verhindern, wenn die Menge anfangs klein gehalten wird und der Darm sich nach und nach an dieses Nahrungsmittel gewöhnen kann. Hilfreich ist auch, die Linsen am Abend vorher gründlich zu waschen und mit Wasser und etwas Natron einzuweichen. Das Einweichwasser sollte man am nächsten Tag wegschütten. Hülsenfrüchte müssen je nach Sorte relativ lang gekocht werden, damit sie weich und bekömmlich sind.

Hülsenfrüchte reichern den Boden mit Stickstoff an

Linsenpflanzen haben die Fähigkeit, Stickstoff aus der Luft in ihren Wurzelknollen zu speichern. So düngt ihr Anbau auf natürliche Weise den Boden. Der Stickstoff steht dann anderen Pflanzen zur Verfügung.  

Linsen 20 Mal emissionsärmer als Rindfleisch

Laut Berechnungen zum CO2-Fußabdruck nach dem Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung fallen etwa bei einem Kilo Butter 9,2 Kilogramm CO2-Äquivalent an Treibhausgasemissionen an, bei einem Kilo Margarine sind es dagegen 1,8 kg: also gut vier Mal weniger. Getrocknete Linsen (0,6 kg) haben im Vergleich zu Rindfleisch (12,3 kg) sogar eine rund 20 Mal bessere Klimabilanz.

Hülsenfrüchte mögen es warm

Linsenpflanzen werden für arme Länder mit vielen gesunden Inhaltsstoffen gezüchtet.

Linsenpflanzen sind anspruchslos und gedeihen besonders gut in trockenen und warmen Regionen. Sie bevorzugen leichte Kalkmergel-Böden, Kalkschotter oder kalkhaltigen Sand, um optimal wachsen zu können. Dort, wo andere Formen der Landwirtschaft nicht mehr möglich sind, finden Hülsenfrüchte oft ideale Verhältnisse vor.

Eigene Linsensorten für Nordamerika

Kanada gilt als "Linsenkammer der Welt" mit den größten Erträgen. Das geht, weil die Pflanzen in Nordamerika so weiterentwickelt wurden, dass sie mit Maschinen zu ernten und zugleich resistent gegen Unkrautvernichtungsmittel sind.

Auch Europäer bauen Linsen an

In Europa stehen Frankreich und Spanien an der Spitze der Anbauländer. In Deutschland gibt es auf den kargen Böden der schwäbischen Alb Linsenanbau, außerdem in Hessen und Nordbayern.

Linsen für die armen Länder

Experten halten den Anbau von Hülsenfrüchten in armen Ländern für wichtig, damit sich die Menschen mit nahrhaften und gesunden Lebensmitteln versorgen können. Das ist insbesondere dort von Bedeutung, wo die Bevölkerung schnell wächst, wo Menschen vom Klimawandel stark betroffen sind und an Armut und Hunger leiden.


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