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Lawinen verstehen und vermeiden

Von: Yvonne Maier und Peter Stenz

Stand: 03.12.2020

Die Lawinengefahr - wie hier die Schneelawine im Bild - ist laut Lawinenforschung abseits der Pisten und Wanderwege am höchsten. | Bild: colourbox.com

Traditionelle Wintersportarten wie Tourengehen, Schneeschuhgehen und Variantenfahren erleben seit einigen Jahren einen enormen Zulauf. Die Wintersportler suchen die große Freiheit, wollen weg von Wanderwegen und Pisten, ab ins "freie Gelände". Doch dort ist das Lawinenrisiko am höchsten.

Statistik: Lawinenunfälle in Zahlen

Die Zahl der tödlichen Lawinenunfälle schwanken stark von Saison zu Saison. Im langjährigen Mittel jedoch sind etwa 100 Lawinentote pro Jahr in den Alpen zu beklagen, gab der Deutsche Alpenverein (DAV) im März 2017 bekannt. Der Mittelwert der Lawinentoten in Österreich lag nach Aussage des österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit in den vergangenen zehn Jahren bei 21, der der tödlichen Lawinenunfälle in der Schweiz von 1996/97 bis 2015/16 bei 23.

Schneeschuhgehen wird immer beliebter, aber abseits von Wanderwegen und Pisten ist die Lawinengefahr besonders hoch ...

In Bayern wurden 2019 laut Statistik des Lawinenwarndienstes Bayern fünf Menschen von Lawinen erfasst, drei davon starben. Die Mehrzahl der Opfer waren Tourengeher, dicht gefolgt von Freeridern bzw. Variantenfahrern.

DAV-Bergunfallstatistik 2018/2019

Beim Skitourengehen waren Lawinen zu 50 Prozent die Ursache von tödlichen Unfällen. 60 Prozent der Lawinenunfälle, und damit die meisten, ereigneten sich laut DAV-Bergunfallstatistik in der Saison 2018/2019 bei Lawinengefahrenstufe 3. Ausgewertet wurde die Unfallstatistik der rund 1,35 Millionen DAV-Mitglieder.

Hier finden Sie Infos, wie Lawinen entstehen, was man tun kann, um dieses Risiko gering zu halten, und wie man im Notfall am besten reagiert.

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