6

Jubiläum Der Kugelschreiber wird 75

Er ist unser ständiger Begleiter im Büro, Schule, Uni oder Freizeit. Trotz digitaler Technik verschwindet er nicht aus dem Alltag. Im Englischen heißt er "biro" nach seinem Erfinder László Jósef Bíró. Am 10. Juni vor 75 Jahren hat er das Patent für den Kugelschreiber angemeldet.

Stand: 08.06.2018 | Archiv

Mit Kugelschreiber auf Papier schreiben | Bild: picture-alliance/dpa

Wie funktioniert ein Kugelschreiber? Entscheidende Rolle spielt eine drehende Kugel, die mit Tinte bedeckt wird. Diese Flüssigkeit befindet sich im Inneren der Mine in einem Metallröhrchen und gelangt auf die Kugel, wenn man auf das Papier drückt. Bewegt man die Kugel, dreht sie sich weiter, so dass die innere Seite mit der schnell trocknenden Flüssigkeit auf das Papier gelangt. Ein einfaches und geniales Prinzip, das bis heute immer noch so funktioniert. Auf diese Idee kam László Jósef Biró, als er Kinder bei ihrem Murmelspiel beobachtete. Denn wenn ein Murmel durch eine Pfütze rollt, dann hinterlässt sie Spuren. Genau dieses physikalische Prinzip, durch Druck und Bewegung, brachte Biró auf die Funktionsweise eines Kugelschreibers.

Der Kugelschreiber und sein Erfinder László Jósef Bíró

László Jósef Bíró, der Erfinder des Kugelschreibers

László Jósef Biró, geboren am 29. September 1899 in Budapest, studierte zunächst Zahnmedizin wie sein Vater, arbeitete dann als Journalist und Rennfahrer. Er suchte nach einer Lösung für seine tägliche Schreibarbeit, denn er war genervt, ständig einen Füller mit Tinte zu befüllen. Er suchte nach einem Stift, der nicht kleckst und schmiert. Nach vielen Experimenten mit Kugeln und Flüssigkeiten bekam er im April 1938 das erste Patent für seine Erfindung. Doch kurz darauf musste der ungarische Jude mit seiner Familie vor den Nationalsozialisten fliehen. Er lebte zunächst in Frankreich und danach in Argentinien. Dort verbesserte er sein Patent und meldete es am 10. Juni 1943 zum zweiten Mal an. Damit begann die Karriere des Kugelschreibers. László Jósef Bíró wurde Direktor einer Kugelschreiberfabrik, erfand noch einen Blutdruckmesser für das Handgelenk und einen der ersten Deo-Roller. Bíró starb im November 1985 in Buenos Aires.

Der Kugelschreiber wird zum Alltagsgegenstand

75 Jahre nach der Erfindung sind Kugelschreiber immer noch im Einsatz

Der Erfolg des Kugelschreibers ist selbst nach 75 Jahre immer noch ungebrochen. Der eigentliche Druchbruch kam, als sein Erfinder das Patent an einen anderen Unternehmer verkaufte. Der Brite Henry George Martin erkannte das Potenzial und sah ihn als idealen Stift für Piloten, da herkömmliche Füller durch den niedrigen Luftdruck in der Höhe nicht funktionieren. Die Rechnung ging auf und der Kugelschreiber entwickelte sich zunächst vom Pilotenstift zum Alltagsgegenstand. Trotz seines schlechten Rufs, er würde die Handschrift von Kindern verunstalten, wird er zunehmend als Schreibgerät in der Schule zugelassen.

Kugelschreiber sind vielfältig und werden immer weiter entwickelt. Neben Luxusartikeln oder billigen Werbegeschenken, gibt es Kugelschreiber inzwischen als digitales Schreibgerät, als einen sogenannten "Smart-Pen". Umweltbewusste Schreiber können zu nachfüllbaren Minen und einem Gehäuse aus Bio-Kunststoffen greifen.

  • Vom Pilotenstift zum Allerweltsartikel - 75 Jahre Kugelschreiber: IQ Wissenschaft und Forschung am 11.06.2018, Bayern 2


6