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Allergie-Ursache behandeln Hypo- bzw. Desensibilisierung bei Heuschnupfen

Die Hyposensibilisierung eignet sich nicht für jeden Allergieauslöser, doch bei Soforttyp-Allergikern ist sie zum Beispiel bei Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaaren oder Insektengift hilfreich - oder sogar lebensrettend.

Stand: 01.03.2021

Eine Frau bekommt eine Spritze in den Arm. Die Hypo- bzw. Desensibilisierung ist eine Behandlung bei Allergien - wie zum Beispiel Heuschnupfen. | Bild: Screenshot BR

Das Ziel einer Hypo- bzw. Desensibilisierung ist es, nicht nur die Symptome zu lindern, sondern das Übel bei der Wurzel zu packen. Sie bekämpft die Ursache einer Allergie. In der Behandlung wird die Überempfindlichkeit gegenüber den Allergenen allmählich abgebaut.

"Wir haben eine Therapie der Allergie. Und das ist die Hyposensibilisierung. Die Mittel haben sich revolutioniert. Wir haben heute sehr differenzierte Mittel, die wir den Patienten geben können. Wir versuchen das Immunsystem so zu drehen, dass der Pollen toleriert wird."

Prof. Dr. med. Claudia Traidl-Hoffmann, Umweltmedizinerin in der BR-Sendung Gesundheit! 2019

Das heißt: Die Abwehrzellen des Körpers, die auf die harmlosen Pollen wie auf Feinde reagieren, werden durch die permanente Konfrontation mit kleinsten Dosen eines Allergens daran gewöhnt, dieses nicht mehr als gefährlich einzustufen. Sie werden solange an das Allergen gewöhnt, bis sie es tolerieren.

Allergie bekämpfen: Den Körper an die Allergene gewöhnen

Um die Allergie gezielt bekämpfen zu können, müssen erst einmal die allergieauslösenden Pollen eindeutig via Pricktest festgestellt werden. Dann kann das Allergen hergestellt werden. Denn bei der Hyposensibilisierung wird der Körper mit kleinsten Dosen langsam wieder an das Allergen gewöhnt.

In der Regel ist das eine langwierige Prozedur, die rund drei Jahre dauert. Dabei wird das Allergen - je nach Fall - täglich beziehungsweise im vierwöchigen Abstand verabreicht. Weil die Therapie so viel Zeit in Anspruch nimmt, geben viele Patienten vorzeitig auf. Eine Hyposensibilisierung verlangt Durchhaltevermögen.

Gute Nachricht für Spritzen-Phobiker

Eine Hyposensibilisierung kann mittlerweile auch mit Tabletten oder Tropfen vorgenommen werden. Die schnelllöslichen Tabletten oder die Tropfen werden dabei unter die Zunge gelegt bzw. getropft, sodass die Allergene über die Mundschleimhaut aufgenommen werden (sublinguale Immuntherapie (SLIT)). Gerade Kinder sind für diese Variante sehr dankbar.

Bei der subkutanen Immuntherapie (SCIT) werden die Allergene vom Facharzt via Spritze verabreicht, also direkt unter die Haut gestochen.

Hyposensibilisierung eignet sich für "Soforttyp-Allergiker"

Die Hyposensibilisierung darf nur von Ärzten durchgeführt werden, die Erfahrung mit dieser Behandlungsmethode haben und im Notfall - bei allergischen Schocks - eingreifen können. Die Hyposensibilisierung eignet sich nicht für jeden Allergieauslöser, doch bei Soforttyp-Allergikern ist sie - wie zum Beispiel bei Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaaren oder Insektengift - hilfreich, wenn nicht sogar lebensrettend.

Allergie: Wann sollte man mit einer Desensibilisierung beginnen?

Idealerweise beginnt man bei einer Pollenallergie drei bis vier Monate vor Beginn der Pollenflugsaison. Sonst prasseln zu viele Allergene gleichzeitig auf den Körper ein. So ist man auch für die folgende Saison schon ein wenig gewappnet. Während der Saison wird die Therapie dann abgeschwächt fortgeführt oder ganz unterbrochen, so der Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrums München


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