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Erste bemannte Hyperloop-Fahrt 15 Sekunden in die Zukunft

Das Hyperloop-Projekt von Virgin Hyperloop ist in die nächste Phase gegangen: Am 8. November 2020 saßen zum ersten Mal zwei Menschen in der Kapsel und fuhren 15 Sekunden durch eine Röhre mit Unterdruck.

Stand: 12.11.2020

Die etwa 500 Meter lange Unterdruckröhre war zum Testlauf in der Wüste von Nevada, nahe Las Vegas, aufgebaut worden. Die Passagiere waren firmeninterne Mitarbeiter, Josh Giegel und Sara Luchian. Giegel ist der Chef-Ingenieur und Mitgründer von Virgin Hyperloop. Luchian wird in Zukunft für den Fahrgast-Komfort zuständig sein. Mit 172 Stundenkilometern raste die Kapsel, auch Pod genannt, mit Magnet-Antrieb in 15 Sekunden durch die Unterdruckröhre. Vorher wurde sie rund 400 Mal unbemannt getestet.

Zukunftstraum: Kapsel mit mehr als 1.000 Stundenkilometern

Kapsel, auch Pod genannt, und Unterdruckröhre bei der ersten bemannten Hyperloop-Fahrt am 8. November 2020.

Das futuristische Transportsystem soll es in Zunkunft auf mehr als 1.000 Stundenkilometer bringen. So der Traum der Virgin Hyperloop-Betreiber. Damit würde sich die Reisezeit von Los Angeles nach San Francisco von sechs Stunden Fahrt auf 45 Minuten verkürzen. Von Washington D. C. nach New York bräuchte man nur noch 30 Minuten. Mit dem Hyperloop könnte man - theoretisch - die Straßen der 800 Kilometer langen Strecke von Chicago nach Pittsburgh in einem Zeitraum von 30 Jahren um 1,9 Milliarden Fahrten entlasten. Dadurch ließe sich der CO2-Ausstoß um 2,4 Millionen Tonnen reduzieren.

"Diese Technologie könnte der Übergang in die Zukunft sein, die wir uns alle wünschen. Heute sind wir von der Kindheit in die Pubertät gegangen."

Josh Giegel, Chef-Ingenieur und Mitgründer von Virgin Hyperloop

Problem Logistik

Noch völlig ungeklärt ist jedoch die Infrastruktur rund um den Hyperloop. Sollen die Kapsel ober- oder unterirdisch fahren? Gibt es genug Platz für die Röhren? Wo soll das Geld für Betrieb und Instandhaltung der Hyperloop-Strecken herkommen? Bislang kann der Hyperloop zudem nur sanfte Kurven fahren, wenn überhaupt.

Problem Investitionen und Konkurrenz

Ein Problem für Hyperloop-Projekte, von denen es weltweit mehrere gibt, könnte fahrende Konkurrenz werden: zum Beispiel das Autonome Fahren. Joe Biden, der im November 2020 die Präsidentschaftswahl in den USA gewonnen hat, wird sehr wahrscheinlich vor allem Elektromobilität und -autos fördern. In welchen fahrbaren Untersatz wird also in Zukunft investiert werden? Das entscheidet auch über die Zukunft des Hyperloops.

  • Hyperloop-Kapsel hat erste bemannte Testfahrt erfolgreich absolviert. IQ - Wissenschaft und Forschung, 13.11.2020 um 18:05 Uhr, Bayern 2

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