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Sommerhitze Was sind Hundstage und warum heißen sie so?

Die Hundstage kommen jedes Jahr im Sommer, haben mit unseren beliebten Vierbeinern allerdings nichts zu tun. Warum die Tage trotzdem so heißen, welche Mythen sich um sie ranken und was an ihnen nicht (mehr) stimmt.

Stand: 20.07.2020

Junge mit Hund auf einem Schwimmbrett in einem See. An Hundstagen tut eine Erfrischung gut. Unser geliebter Vierbeiner hat mit der Bezeichnung der Tage aber nichts zu tun. | Bild: picture-alliance/dpa

Wann sind die Hundstage?

Die Hundstage - lateinisch dies caniculares - sind nicht, wie bei uns gemeinhin angenommen, die besonders heißen Tage des Jahres. Die Zeit der Hundstage ist klar definiert. Sie ist jedes Jahr vom 23. Juli bis zum 23. August.

Woher kommt der Name "Hundstage"?

Ihren Namen verdanken die Hundstage dem Doppelstern Sirius (A und B) und dem Sternbild "Großer Hund" - die Hundstage sind also kein meteorologisches, sondern ein astronomisches Ereignis.

Zu Beginn des Römischen Reichs, das für die Zeitansetzung der Tage verantwortlich ist, ging der Stern Sirius an den Hundstagen gemeinsam mit der Sonne auf und unter. Der Hauptstern befand sich während der 30 Tage lang andauernden Hundstage im Sternbild "Großer Hund".

Was ist an den Hundstagen nicht korrekt?

Weil sich die Stellung der Sterne zur Erde im Laufe der Zeit immer mehr verschoben hat, ist die Bezeichnung der Hundstage aus astronomischer Sicht nicht mehr ganz korrekt. Heute ist der Aufgang des Sirius in Deutschland erst etwa ab dem 30. August zu sehen.

Welche Mythen und Interpretationen ranken sich um die Hundstage?

Für die Ägypter kündigte die Zeit, in der der Stern Sirius sichtbar war, das jährliche Nilhochwasser an, das den Boden überschwemmte und besonders fruchtbar machte. Die Griechen waren der Ansicht, dass die Verschmelzung des Sonnenlichts mit dem "Feuer" des Sterns während der Hundstage die Ursache für die große Sommerhitze sei. Arabische Astronomen bezeichneten die in der Sommerhitze besonders häufig erscheinenden Fata Morganen als den "vom Himmel tropfenden Speichel des Hundssterns“. Und noch heute ist die Bedeutung der Hundstage im Wortschatz der Russen verewigt: "Kanikuly" - das russische Wort für Sommerferien - leitet sich von "dies caniculares", den Hundstagen, ab.

Ist es an den Hundstagen wirklich so heiß?

Die heißesten Tage des Jahres sind inzwischen aus meteorologischer Sicht Anfang Juli. An den Hundstagen hat das nichts geändert. Sie beginnen nach wie vor erst Ende Juli.


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