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Heilender Honig Süßes aus Wald und Wiese

Seit Jahrtausenden versüßt Honig unser Leben, der "Nektar der Götter" erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Längst kann das heimische Angebot die Nachfrage nicht mehr bedienen, sodass große Mengen importiert werden. Hintergründe und Tipps zum flüssigen Gold.

Stand: 11.05.2020

Mit über einem Kilo pro Kopf und Jahr gehören die Deutschen weltweit zu den Spitzenreitern in Sachen Honigverbrauch. Honig besteht zu rund 80 Prozent aus Zucker. Er hat mit 306 Kalorien pro 100 Gramm entsprechend weniger Kalorien als Kristallzucker (405 Kalorien), süßt aber ähnlich intensiv. Ob Honig für Zähne gesünder ist als herkömmlicher Zucker, ist umstritten. In der Naturheilkunde empfiehlt man Honig gegen Infekte, denn er enthält Benzoe- und Ameisensäure.

Honig: fast nur aus Übersee

Das Warenzeichen des Deutschen Imkerbundes ist ein sogenanntes kombiniertes Warenzeichen.

Honig ist im Supermarkt vergleichsweise billig: 80 Prozent der Produktion stammt aus dem Ausland, oft aus Übersee. Vor allem chinesischer Honig erobert die heimischen Märkte. Solche importierten Honige haben zum einen weite Transportstrecken hinter sich, zum anderen können sie mit Pestiziden belastet sein. Beachten Sie das Kleingedruckte: Vorsicht ist bei Mischungen geboten, vor allem, wenn Begriffe wie "Honig aus Nicht-EU-Gebiet" auftauchen. Bei Honig in Supermärkten und in weiterverarbeiteten Lebensmitteln handelt es sich nahezu zu 100 Prozent um importierten Honig. Deutscher Honig wird von den Imkern zum Großteil direkt vermarktet, auch auf Wochen- und Bauernmärkten können Sie fündig werden.

Die Sache mit der Mindesthaltbarkeit

Seit 2004 müssen Lebensmittel in Deutschland ausnahmslos mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen sein. Das gilt auch für Produkte, die, richtig gelagert, nahezu unbegrenzt haltbar sind, sogar Wasser. Auch Honig gehört dazu. In aller Regel können Sie also getrost weiternaschen, selbst dann, wenn der Honig ein paar Jahre "drüber" ist. Idealerweise lagert man Honig dunkel, kühl und trocken.

Wald- und Blütenhonig

Waldhonig ist meist flüssiger und wesentlich dunkler als klassischer Blütenhonig, das Aroma zudem würziger, zum Teil ins Malzige gehend. Die Sortenvielfalt von Honig ist beeindruckend, hier ein Überblick der gängigsten Honige: 

Honigsorten im Überblick (1)

Rapshonig

Merkmale: Hell, fast weiß, dezentes Aroma, vergleichsweise feste Konsistenz. Kristallisiert wegen des hohen Glukoseanteils besonders schnell.

Kleehonig

Merkmale: Hellbeige bis weiß, mild-süßes Aroma, weiche Konsistenz. Kristallisiert schnell und homogen.

Obstblütenhonig

Merkmale: Zartgelb, dezentes Aroma, anfangs dünnflüssig. Langsame Kristallisierung.

Löwenzahnhonig

Merkmale: Intensiv goldgelb, kräftiges, teilweise scharfes Aroma, harte Konsistenz. Schnelle Kristallisierung.

Lindenhonig

Merkmale: Grauweiß, zartgelb bis zartgrün, kräftiges ausgeprägtes, an ätherische Öle erinnerndes Aroma.

Heidehonig

Merkmale: Rötlich-braun bis dunkelgelb, herbes, einzigartiges Aroma, fein- bis grobkörnige Konsistenz. Zögerliche Kristallierung.

Quelle: Deutscher Imkerbund e.V.

Honigsorten im Überblick (2)

Akazienhonig

Merkmale: Klar bis blaßgelb, mitunter leicht grün, mild-süßes Aroma, flüssige Konsistenz. Extrem langsame Kristallisierung.

Sonnenblumenhonig

Merkmale: Dottergelb, kräftiges Aroma, flüssige Konsistenz. Kristalliert schnell und fein.

Edelkastanienhonig

Merkmale: Braun bis rot- oder dunkelbraun, herbes, kräftiges, mitunter penetrantes Aroma, flüssige Konsistenz.

Tannenhonig

Merkmale: Mittel- bis tiefbraun, würziges, harziges Aroma, weiche Konsistenz. Kristalliert sehr spät, bleibt lange flüssig.

Fichtenhonig

Merkmale: Ähnlich Tannenhonig, malzig-würziges Aroma.

Quelle: Deutscher Imkerbund e.V.

Honig als Heilmittel

Honig kann bei Halsschmerzen helfen.

Honig hat den Ruf, ein wirksames Haus- und Naturheilmittel zu sein, das gegen Halsschmerzen, Nasennebenhöhlenentzündung, Lippenbläschen und bei der Wundheilung hilft. Es gibt wenig gesicherte Studien zur Heilkraft des Honigs, wissen sollten Sie jedoch, dass man keinen normalen Honig auf Wunden reiben darf, sondern nur gereinigten Medizinalhonig. Honig sollte man zudem nicht in kochend heiße Getränke geben, da seine Nährstoffe sonst kaputt gehen. Kinder im ersten Lebensjahr sollten keinen Honig bekommen: Ihre Darmflora kann das "süße Gift" noch nicht verarbeiten.


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