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Grüner Spargel Eigenanbau im Hausgarten

Im Garten lassen die meisten von uns lieber die Finger vom Spargel. Dabei ist der Anbau gar nicht so aufwendig, wie man glauben mag, vor allem, wenn es um den Grünspargel geht.

Stand: 05.05.2020

Grüner Spargel | Bild: BR

Egal, ob weiß oder grün, es bleibt dieselbe Pflanze: Asparagus officinalis, das einzige Mitglied seiner Familie, das gemüsebaulich genutzt wird. Einziger Unterschied: Grünspargel wächst über der Erde, Bleichspargel darunter.

Grünen Spargel kann man mit etwas Hingabe auch gut im eigenen Garten anbauen.

Der Spargel ist eine ausdauernde Staude, seine Wurzeln befinden sich meist 30-70 Zentimeter tief im Boden, können aber auch bis zu zwei Meter tief ragen. Das, was wir beim Spargel für Blätter halten, sind eigentlich Kurztriebe, die sogenannten Phyllokladien.

Was das Geschlecht anbelangt, so können Spargelpflanzen männlich, weiblich oder zwittrig sein. Im Erwerbsanbau widmet man sich nur den männlichen Exemplaren, da diese schneller und mehr Ertrag bringen. Die roten Beeren, in denen die Samen liegen, sind übrigens giftig. Auf den Teller kommen die gebleichten oder grünen Sprossen. Geerntet wird bis Ende Juni, danach darf das Kraut wachsen, um nötige Nährstoffreserven für den Winter zu schaffen.

Heilwirkung schon im Altertum bekannt

Das officinalis im Namen verrät, was schon die alten Griechen, Römer und Ägypter wussten: Spargel hat eine heilende Wirkung. Verantwortlich für den typischen Spargelgeschmack sind schwefelhaltige ätherische Öle und Asparaginsäure. Spargel enthält viele Mineralstoffe und regt die Nierentätigkeit an. Der Grünspargel enthält mehr Mineralstoffe und Vitamine als der gebleichte.

Saatgutentfernung und -gewinnung

Saatgutgewinnung

Im Herbst, wenn das Laub der Stauden goldgelb ist, kann man die Beeren ernten. Aber nicht nur zur Saatgutgewinnung sollte man die Beeren entfernen. Denn wer sie an der Staude ausreifen lässt, der wird im Folgejahr sein "grünes Wunder" erleben. Die Samen überdauern den Winter nämlich problemlos. Die Folge: Die jungen Spargelpflanzen werden im Frühjahr große Teile des Gartens einnehmen.

Anbau von Grünspargel

Spargel im Feldanbau

Für eine Aussaat im Anschluss an die Ernte vorsichtig das Fruchtfleisch entfernen und das Saatgut sofort in Töpfe geben. Die Jungpflanzen kommen ein Jahr danach an einen sonnigen Platz. Da Spargel enorm tief wurzelt, sollte der Boden zuvor tiefgründig aufgelockert werden. Dann heißt es, sich in Geduld zu üben. Damit sich die Ernte lohnt und die Stangen auch eine ordentliche Größe aufweisen, sollte man den Pflanzen drei Jahre Zeit geben, sich zu entwickeln.

Während der zwei Wartejahre schneidet man das Kraut im Herbst, wie beim Bleichspargel auch, etwa eine Handbreit über dem Boden ab. Für die Entwicklung benötigen die Stauden ausreichend Platz - mindestens einen Abstand von 40 Zentimetern zueinander beim Pflanzen einplanen. Im Gegensatz zum Bleichspargel sticht man den Grünspargel nicht. Er wird einfach bodennah mit dem Messer geerntet.

Steckbrief: Spargel - Asparagus officinalis

Familie: Spargelgewächse - Asparagaceae
Herkunft: Vorderasien
Wuchs: rhizombildende Staude, essbare Sprossen, bis zu 1,8 Meter hoch
Blüte: unscheinbar, rote Beeren (giftig!) an weiblichen Blüten
Standort: lehmige, tiefgründig gelockerte Böden, gerne sandhaltig, sonnig
Pflege: Kraut im Herbst eine Hand über Boden entfernen, Beeren entfernen
Vermehrung: Aussaat in Töpfen im Herbst, Anpflanzung im April


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