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Granit Der Stein aus der Tiefe

Ob Pflastersteine, Grabsteine, Gehwegplatten oder Curlingsteine: Wir begegnen Granit oft im Alltag, ohne es zu wissen. Was ist das für ein Stein?

Stand: 08.02.2018

Blockmeer aus Granitgestein auf dem Lusengipfel im Bayerischen Wald | Bild: picture-alliance/dpa / Arco Images

Granit ist steinalt. Das Gestein im Bayerischen Wald zum Beispiel entstand vor mehr als 300 Millionen Jahren aus glutflüssigem Magma. Granit entsteht, wenn zwei Kontinente miteinander kollidieren. Unter hohem Druck und Hitze schmilzt das Gestein. Durch Spalten im Erdreich versucht es aufzusteigen, schafft es nicht an die Erdoberfläche, kühlt aus, erstarrt und kristallisiert zu fein- oder grobkörnigem Granit, je nach Dauer des Vorgangs.

"Hart wie Granit"

Pflastersteine aus Granit - das harte Baumaterial eignet sich gut für den Straßenbau.

Für Wissenschaftler ist Granit deswegen interessant, weil er aus einer Tiefe von drei Kilometern und mehr stammt und Einblicke in das Erdinnere gewährt. Denn durch die ständigen Bewegungen der Erde wird das Gestein in Millionen von Jahren an die Erdoberfläche geschaufelt. 'Hart wie Granit', sagt man, wenn etwas besonders robust ist. 'Auf Granit beißt der', der keine Aussicht auf Erfolg hat. Beides Indizien für die hohe Widerstandskraft und Wetterfestigkeit, die Granit zu einem begehrten Baumaterial machen.

Kein Granitstein gleicht dem anderen

Amerikanische Präsidenten am Mount Rushmore in South Dakota aus Granitfelsen gemeißelt.

Beim Abkühlen des Granits bekommt das Gestein Risse und es entsteht ein bestimmtes Muster im Granit, das mehr oder weniger rechtwinklig aufeinander steht. Die spezielle Färbung von Granitgestein kommt von seinen Hauptbestandteilen, nämlich den drei Mineralen: grauer Quarz, weißer Feldspat und schwarzer Glimmer. Leicht zu merken mit dem Spruch "Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess' ich nimmer". Außerdem beinhalten Granite kleinere Mengen von Erz-Mineralen wie Apatit, Titanit oder Magnetit. Deshalb sieht kein Granitstein aus wie der andere.

Durch Verwitterung entstehen runde Formen

Devils Marbles in Australien - nahezu perfekt kreisrunde Felskugeln aus rotem Granit

Wenn sich Erdplatten auf- und untereinanderschieben, hebt sich die Erdkruste und der Granit gelangt an die Oberfläche. Dort setzen dem Gestein Wind, Wetter und vor allem Wasser zu. Die Verwitterung setzt ein und verformt den Jahrmillionen alten Stein. So gehen dann Tausende, Millionen Jahre ins Land, die den Granit langsam zerlegen und zersetzen. In diesen langen Zeiträumen blättert die Haut des Granitfelsens ab, Ecken und Kanten werden förmlich abgefeilt. Daraus resultieren die typischen runden oder ovalen Formen des Granits, die etwa in Wüsten oder an Küsten recht bizarre Figuren darstellen können.

Granit kommt überall auf der Welt vor

Curlingsteine sind ebenfalls aus Granit gemacht.

Ob Pflastersteine, Grabsteine, Gehwegplatten oder auch Curlingsteine, der grobkörnige, von hellgrau über bläulich bis hin zu gelblich und rötlich reichende Granit findet sich praktisch überall. Er kommt auf allen Kontinenten vor, in Bayern unter anderem im Bayerischen Wald, Oberpfälzer Wald und Fichtelgebirge.

Museum Steinwelten

Wie sich Granit verarbeiten lässt und wie vielfältig die Anwendungsmöglichkeiten sind, zeigt das Granitzentrum "Steinwelten" in Hauzenberg im Passauer Land: ein Museum in einem aufgelassenen Steinbruch.

  • "Granit - Der Stein aus der Tiefe": radioWissen, 09.02.2018, 9.05 Uhr und und 01.03.2018, 15:05 Uhr, Bayern 2

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