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Gefährliche Parasiten Zecken übertragen Krankheiten wie Borreliose und FSME

Zecken übertragen Krankheitserreger - Viren, Bakterien und Einzeller. Zwei Krankheiten können dem Menschen besonders gefährlich werden: Lyme-Borreliose und eine Form der Hirnhautentzündung, die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Diese Erkrankungen können zu Langzeitschäden wie Veränderungen der Psyche, Anfallsleiden, Hirnerkrankungen und Lähmungen führen.

Stand: 04.05.2020

Zecke sitzt auf Haut | Bild: picture-alliance/dpa

Lyme-Borreliose

Borreliose ist die am häufigsten von Zecken übertragene Krankheit in Europa. Nur 20 bis 30 Prozent der von einer befallenen Zecke gestochenen Menschen werden mit den Bakterien infiziert. Noch weniger erkranken daran. Im Gegensatz zur FSME wird die Borreliose nicht sofort beim Stich übertragen. Man vermutet, dass nach etwa zwölf bis 24 Stunden Saugzeit die Zecke so vollgesogen ist, dass sie einen Teil des bereits aufgesogenen Blutes wieder in die Wunde abgibt. Dabei können Borrelien in den menschlichen Blutkreislauf gelangen. Deshalb ist es generell wichtig, Zecken sobald wie möglich zu entfernen.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine virale Form der Hirnhaut- entzündung, bei der auch das Gehirn betroffen ist. Sie kann zu schweren neurologischen Schäden führen, in etwa zwei Prozent der Fälle verläuft sie tödlich. Eine medikamentöse Behandlung ist nicht möglich. Experten schätzen, dass selbst in Risikogebieten nur wenige Zecken infiziert sind - im Schnitt 0,1 bis 5 Prozent. Es gibt zudem Schätzungen, wonach etwa jede dritte Infektion beim Menschen zur Erkrankung führt.

Krankheitsübertragung durch andere Erreger

Doch auch andere, von Zecken übertragbare Erreger können für den Menschen relevant sein: Dies betrifft die Ehrlichiose und die Babesiose: Beide Erreger schwächen das menschliche Immunsystem und können die Symptome von Borreliose und FSME verstärken.

Ehrlichiose

Die sogenannte Ehrlichiose wird von Bakterien, den Ehrlichien, verursacht. Die Krankheit wurde erstmals 1986 bei Menschen in den USA festgestellt. Dort verlief sie in einigen Fällen tödlich. Die Betroffenen litten aber gleichzeitig auch an einem geschwächten Immunsystem. Auch in Europa kommen Ehrlichiose-Infektionen vor. In Deutschland allerdings ist bisher kein Fall bei Menschen bekannt. Hierzulande scheinen die Erreger harmloser zu sein als ihre amerikanischen Verwandten. Ehrlichiose-Bakterien befallen ganz ähnlich wie das HI-Virus die Abwehrzellen des Bluts und vermehren sich dort. Meist verläuft eine Ehrlichiose symptomlos. Es kann jedoch auch zu Fieber, Kopf-, Rücken- und Muskelschmerzen, zu Übelkeit oder zu Komplikationen durch Zusatzinfektionen mit anderen Bakterien kommen.

Babesiose

Die sogenannte Babesiose tritt vor allem im Mittelmeergebiet auf. Diese durch Zecken übertragene Erkrankung ist jedoch sehr selten. Babesien ähneln Malaria-Erregern und können Gliederschmerzen, Fieber, Blutarmut, blutigen Urin und Gelbsucht hervorrufen. Sie reagieren unter anderem auf Malaria-Medikamente. Die sogenannte Auwald-Zecke, die ursprünglich unter anderem im Mittelmeerraum beheimatet war, verbreitet sich nun auch in Deutschland. Sie überträgt die Babesien.

Hyalomma-Zecke kann gefährliche Krankheiten übertragen

Die tropische Zeckengattung Hyalomma, die auch schon in Deutschland gefunden wurde, gilt auch als Überträgerin einiger Krankheitserreger. Dazu gehören die Erreger des sogenannten Krim-Kongo Hämorrhagischen Fiebers, des Arabisch Hämorrhagischen Fiebers und einer Form des Zecken-Fleckfiebers.


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