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Erste Hilfe für Tiere Sonstige Notfälle

Stand: 16.07.2019

Hund mit Stock im Maul | Bild: picture-alliance/dpa

Fremdkörper

Tipp:

Geben Sie Hunden keine Holzstöcke zum Zerbeißen. Holzstücke können leicht in den Rachen geraten und zu Erstickungsanfällen führen. Außerdem können sich Holzsplitter ins Zahnfleisch bohren.

Fremdkörper im Rachen können lebensbedrohlich sein. Entfernen Sie Fremdkörper, indem Sie Tieren in den Rachen greifen - bei großen mit der Hand, bei kleinen mithilfe einer stumpfen Pinzette. Hilfreich ist es, wenn ein zweiter Helfer Sie dabei unterstützt und das Maul aufhält. Bei Fremdkörpern im Auge, die Sie nicht leicht selbst entfernen können, gehen Sie schnellstmöglich zum Tierarzt. Je nach Situation kann ein Augenverband sinnvoll sein, damit das Tier sich nicht am Auge kratzen kann.

Hitzschlag

Lassen Sie Tiere bei warmem Wetter nicht im Auto! Sie können leicht einen Hitzschlag bekommen - selbst wenn die Fenster einen Spalt weit geöffnet sind. Habe Hunde einen Hitzschlag, hecheln sie stark, schwanken und haben gerötete Schleimhäute. Sie sollten sofort mit kaltem Wasser gekühlt werden - vor allem der Kopf. Massieren Sie zusätzlich die Gliedmaßen, um den Kreislauf anzuregen. Wenn das Tier erbricht oder bereits bewusstlos ist, bringen Sie es sofort zum Tierarzt.

Krampfanfälle

Wie Menschen können auch Tiere unter epileptischen Anfällen leiden. Ein Krampfanfall sieht meist sehr dramatisch und beängstigend aus, dauert in der Regel aber nur wenige Minuten. Hat Ihr Tier einen Anfall, fassen Sie es nicht an. Gerät Ihre Hand in das Maul eines krampfenden Hundes, kann das Tier Ihnen einen Finger abbeißen. Schaffen Sie Platz rund um das Tier, damit es sich während des Anfalls nicht verletzen kann. Auch wenn sich betroffene Tiere schnell wieder erholen, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen.

Magendrehung

Wenn Hunde, insbesondere große, mit vollem Magen umhertollen, können Sie schnell in eine lebensbedrohliche Situation geraten: Ihr Magen kann sich um die eigene Achse drehen. Dadurch wird sowohl der Zugang zur Speiseröhre als auch zum Darm abgeschnürt. Im Magen entstehen Gase, die nicht mehr entweichen können. Der Magen bläht sich auf und drückt auf Blutgefäße und Nervenstränge. Das kann zu Organversagen und zum Tod führen. Ein Hund mit einer Magendrehung muss sofort operiert werden.

Unterkühlung

Obwohl Tiere durch ihr Fell in der Regel gut vor Kälte geschützt sind, kann es zu Erfrierungen oder Unterkühlungen kommen. Besonders gefährlich ist es, wenn ein Tier ein nicht ganz zugefrorenes Gewässer betritt und einbricht. Selbst wenn man es sofort heraus zieht, wird es durch das nasse Fell stark abkühlen. Eine Unterkühlung erkennt man an Zittern, Muskelschwäche und Krämpfen. Begleitet wird sie oft von einem Schockzustand. Wickeln Sie das Tier warm ein, legen Sie eine nicht zu heiße Wärmflasche auf. Fahren Sie sofort zum Tierarzt.


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