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So weit die Pfoten tragen Der Goldschakal - Einwanderer mit Reißzähnen

Eigentlich lebt er viel lieber in warmen Gegenden wie Afrika oder Asien: der Goldschakal. Doch er erobert ständig neuen Lebensraum. Der kleine Verwandte des Wolfs ist sogar schon bis Finnland gewandert.

Stand: 28.04.2020

Goldschakal | Bild: picture alliance / blickwinkel

Dass Tierarten in ihrem Bestand zurückgehen, gehört inzwischen schon zum Alltag. Umso erstaunlicher ist es, wenn sich Arten gegen jeden Trend von alleine ausbreiten, wie der Goldschakal.

Auf Wanderschaft in den Norden

Der kleine Wildhund lebt eigentlich in Nordafrika, auf dem Balkan, auf der Arabischen Halbinsel, im Nahen und Mittleren Osten bis hin nach Indien und Südasien - warme, trockene Länder. Doch seit Jahren rückt er näher: In Bulgarien, Ungarn, Österreich und Tschechien gibt es immer wieder Nachweise. Die Tiere sind schon bis nach Finnland gewandert - ohne Hilfe durch den Menschen.

Goldschakale in Deutschland

In Deutschland gibt es seit 1997 etwa 16-18 Nachweise von Goldschakalen. Laut derer ist er inzwischen in mehreren Bundesländern unterwegs - bis hoch in den Norden in Schleswig-Holstein. Seine Spuren zu entdecken, ist jedoch schwierig, denn der Schakal ist sehr scheu und vorsichtig. Die Forschung steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen - anders in Österreich, wo der Schakal viel präsenter ist.

Die Wanderbewegungen der Goldschakale feststellen

In Österreich arbeiten Wissenschaftler in einem Goldschakal-Projekt daran, die Tiere landesweit zu monitoren, und sie mithilfe bioakustischer Stimulationen anzulocken und zu erfassen. Damit wollen die Forscher die Wanderbewegungen des Goldschakals erfassen. Die Forscher interessiert, warum sich der Schakal so ausbreitet.

Warum breitet sich der Goldschakal aus?

Der Klimawandel könnte ein Grund dafür sein, dass der Schakal inzwischen in unsere Breiten zieht. Aber auch die fehlende Konkurrenz durch den früher bei uns verbreiteten Wolf begünstigt die Ausbreitung des Goldschakals.

Ein ganz besonderer Hund

Der Schakal gehört - wie Wolf, Haushund, Kojote oder Dingo - zur Gattung Canis, den Wolfs- und Schakalartigen, die zusammen mit den Füchsen und ein paar anderen Arten die Familie der Hunde bilden.

Der Goldschakal ist mit rund neunzig Zentimetern Körperlänge und acht bis zehn Kilogramm Gewicht deutlich kleiner als ein Wolf. Sein Schwanz, die Lunte, ist zwanzig bis dreißig Zentimeter lang.

Treu und gesellig

Typisch sind seine langen Beine, mit denen er schnelle Sprints absolvieren kann und weite Strecken mühelos überwindet. Doch eigentlich ist der Goldschakal ortsansässig in einem angestammten Revier, das er mit einem festen "Ehepartner" oder in einem kleinen Rudel bewohnt. Im Rudel jagt er auch, wobei er Beutetiere vom Insekt über Nagetiere und Vögel bis hin zu kleinerem Wild erlegt.

Schakal 2012 im Bayerischen Wald gesichtet

Was da durch die Fotofalle im Bayerischen Wald tappte, sieht aus wie ein kleiner Wolf oder ein Hund. Doch erst nachdem zehn internationale Experten den Schnappschuss begutachtet haben, stand fest: Es ist ein Goldschakal - der erste, der jemals in Bayern gesichtet wurde.

In die Fotofalle im Landkreis Freyung-Grafenau tappte er am 26. April 2012. Doch im Nationalpark Bayerischer Wald wollte man erst sichergehen, was man da vor die Linse bekommen hatte, bevor der "Shooting Star" bekannt gegeben wurde.


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