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Reiseversicherungen Der beste Schutz auf Reisen ist eine Auslandsreise-Krankenversicherung

Die medizinische Versorgung im Urlaub ist meist kein Problem, wenn man eine Auslandskrankenversicherung hat. Ansonsten drohen saftige Arztrechnungen, die Sie aus eigener Tasche berappen müssen.

Stand: 13.07.2020

Pictogramme, Sonne Weltkarte | Bild: Creativ Collection

Eine Art "Grundversorgung" ist die Europäische Krankenversicherungskarte. Damit hat man Anspruch auf die medizinische Behandlung, die auch die Einwohner des betreffenden europäischen Landes bekommen. Die Kassen übernehmen die Behandlungskosten, allerdings nur im Rahmen der jeweiligen gesetzlichen Landesbestimmungen, die oft unter deutschem Niveau liegen.

Die Europäische Krankenversicherungskarte

Integriert in der Versicherungskarte

Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte hat man europaweit Anspruch auf die medizinische Behandlung, die auch die Einwohner des betreffenden europäischen Landes bekommen. Und das ist in manchen Fällen nicht gerade üppig. Zudem sind manche Behandlungen, die in Deutschland kostenlos sind, in einem anderen Land kostenpflichtig. Deshalb ist die Karte kein Ersatz für eine Reisekrankenversicherung.

In Deutschland Versicherte müssen die Europäische Krankenversicherungskarte nicht extra beantragen. Sie ist automatisch auf der Rückseite der Krankenversichertenkarte mit integriert.

Kosten

Es reicht, die Versichertenkarte im Falle eines Unfalls oder einer akuten Erkrankung vorzulegen, um medizinisch behandelt zu werden. Aber Achtung: Die Kassen übernehmen zwar die Behandlungskosten, allerdings nur im Rahmen der jeweiligen gesetzlichen Landesbestimmungen, die oft unter deutschem Niveau liegen. Zusätzlich sollte daher immer auch eine Auslandsreise-Krankenversicherung abgeschlossen werden.

Wenn Sie die Behandlung bezahlen müssen, bekommen Sie die Kosten nach der Rückkehr von Ihrer Krankenkasse erstattet. Um sicher zu sein, welche Behandlungen Ihnen im Urlaubsland ohne Kosten zustehen oder welche Auslagen unter Umständen von der Kasse erstattet werden, informieren Sie sich am besten vor Reiseantritt bei Ihrer Kasse.

Gültigkeit

Die Europäische Krankenversicherungskarte gilt in allen 27 EU-Mitgliedsländern sowie in Liechtenstein, Island und Norwegen. Mit ein paar anderen Ländern hat die Bundesrepublik Sozialversicherungsabkommen geschlossen, die auch den Krankenversicherungsschutz einschließen.

Der beste Schutz: eine Auslandsreise-Krankenversicherung

Zusätzlich sollte daher immer auch eine Auslandsreise-Krankenversicherung abgeschlossen werden. Sie ist die wichtigste Reiseversicherung. Stiftung Warentest hat Versicherungen getestet. Auslandsreise-Krankenversicherungen sind meist nicht teuer und vor allem für gesetzlich Versicherte empfehlenswert. Wir haben die wichtigsten Aspekte für Sie zusammengefasst.

Auslandskrankenversicherungen

EU

Prinzipiell sind gesetzlich Versicherte über die europäische Krankenversicherungskarte in allen 27 EU-Ländern versichert, inclusive der Schweiz, Island, Liechtenstein, Norwegen, Kroatien, Mazedonien und Serbien. Mit ein paar anderen Ländern hat Deutschland bilaterale Sozialversicherungsabkommen. Auch dort ist man gesetzlich versichert. Allerdings zahlt die Kasse dann nur die Höhe der gesetzlichen Kassenbehandlung und keine privaten Rechnungen, beziehungsweise private Rechnungen nur in Höhe des Kassensatzes. Für Laien ist es aber oft schwer zu erkennen, ob man es im Ausland mit Ärzten oder Krankenhäusern zu tun hat, die man gesetzlich abrechnen kann.

Deshalb ist es besser, eine Auslandskrankenversicherung abschließen. Im Notfall immer mit der Krankenkasse (gesetzlich und Auslandskrankenversicherung) Kontakt aufnehmen. Das erspart viel Ärger und böse Überraschungen.

Tipp für Privatversicherte:
Schauen Sie Ihren Vertrag an, in welchen Ländern Ihre Versicherung gültig ist. Denn hier gilt keine europäische Versicherungskarte, privat Versicherte sind nicht in allen EU-Ländern automatisch versichert!

Weltweit

Für Länder außerhalb der EU beziehungsweise Staaten, mit denen Deutschland kein entsprechendes Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat, müssen sich gesetzlich Versicherte von Haus aus selbst absichern - oder sämtliche Kosten selbst übernehmen. Faktisch betrifft das alle Reiseziele außerhalb Europas. Privat Versicherte sollten in jedem Fall die Konditionen ihres Versicherers erfragen.

Abschluss

Schließen Sie Versicherungen niemals im Reisebüro ab. Diese vertreten in der Regel nur eine bestimmte Versicherung. Besser: Beim Versicherungsmakler anrufen, selber Tests lesen und nochmal mit der Verbraucherzentrale gegenchecken, ob auch wirklich die Leistungen, die man braucht, gewährleistet sind.

Laufzeit

Die meisten Reisekrankenversicherungen sind mindestens 42 Tage im Jahr gültig. Wer zum Beispiel dreimal im Jahr für insgesamt fünf Wochen verreist, ist mit dieser Kondition in allen drei Fällen abgesichert. Inzwischen gibt es aber auch Dienstleister, die einen längeren Zeitraum absichern - sei es, weil man besonders oft im Ausland ist, oder, weil man im Extremfall mehrere Monate im Krankenhaus verbringen muss.

Aktualisierung

Sie besitzen schon eine Reisekrankenversicherung? Dann überprüfen Sie regelmäßig die Konditionen. Viele Versicherer bieten inzwischen kundenfreundlichere Verträge an. Scheuen Sie sich nicht, im Extremfall eine zweite Versicherungspolice abzuschließen. Wichtig ist dann, dass ein Versicherungsfall beiden Versicherern gemeldet wird.

Risikogruppen

Senioren müssen mit höheren Beitragskosten rechnen. Für Neueinsteiger gibt es möglicherweise Altersgrenzen, die im Extremfall schon bei 55 Jahren liegen.

Schwangere Frauen sollten sich vom Versicherer die schriftliche Bescheinigung einholen, dass im Fall der Fälle Kosten für Frühgeburten sowie Folgekosten abgedeckt sind.

Reisende mit chronischen Erkrankungen
sollten darauf achten, dass keine Leistungseinschränkungen bestehen.

Extrem teuer: Rücktransporte

Wer auf unbestimmte Zeit in einem ausländisches Krankenhaus liegen muss, der möchte meist nur eines: auf dem schnellsten Weg nach Hause. Doch ein Rücktransport aus dem Urlaub kann für den Patienten sehr teuer werden. Bei der Wahl einer vorsorglichen Auslandsreiseversicherung sollten Sie auf Folgendes achten:

Rücktransporte: Das sollten Sie wissen

Kostenrisiko

Die Transportkosten einer Rückführung aus dem Ausland liegen im fünfstelligen Bereich, die gesetzlichen Kassen zahlen ausnahmslos nichts. Gerade dann ist eine Auslandsversicherung Gold wert - wenn das Kleingedruckte stimmt.

Klauseln

Nehmen Sie die Konditionen der Versicherer genau unter die Lupe! Der Anbieter sollte gewährleisten, dass der Rücktransport übernommen wird, wenn er "sinnvoll" oder "vertretbar" ist, nicht nur im Fall einer "medizinischen Notwendigkeit". Manche Versicherer übernehmen die Rückführungskosten dann, wenn die stationäre Behandlung voraussichtlich länger als 14 Tage dauert.

Wer entscheidet

Das letzte Wort sollten auf jeden Fall die Ärzte haben, nicht die Versicherer. Bevor Sie also zwischen einem mehrwöchigen tropischen Krankenhausaufenthalt oder Rücktransportkosten im fünfstelligen Bereich wählen müssen, sollten sie lieber ein paar Euro mehr in die Versicherung investieren.

Inlandstransporte

Sie sind aus München und verunglücken in Rostock? Sie wollen nicht drei Monate in einem Krankenhaus an der Ostsee liegen, sondern in einer Münchner Klinik? Auch Rücktransporte innerhalb Deutschlands werden von den gesetzlichen Versicherern nur übernommen, wenn medizinische Notwendigkeit besteht. In solch einem Fall sind Sie mit einer Auslandsreisekrankenversicherung übrigens nicht abgesichert!

Was zahlen die Versicherungen?

Auslandskrankenversicherungen zahlen grundsätzlich nur für Krankheiten und Verletzungen, die während der Reise auftreten. Die Versicherer übernehmen die Kosten für den Transport ins örtliche Krankenhaus, den ärztlich angeordneten und medizinisch notwendigen Rücktransport zum Wohnort, Arztkosten - auch im Krankenhaus - sowie die Auslagen für Medikamente und Verbandsmittel. Außerdem stehen im Leistungskatalog schmerzstillende Zahnbehandlungen und Füllungen sowie teilweise Reparaturen von Zahnersatz. Bei akut auftretenden Komplikationen sowie für Früh- oder Fehlgeburten kommt die Auslandskrankenversicherung ebenfalls auf.

Die beste Versicherung nützt jedoch nichts, wenn Sie im Urlaub nicht die entsprechenden Unterlagen parat haben: Zumindest die Telefonnummer des Versicherers gehört auf jeden Fall ins Reisegepäck.

Reiserücktrittsversicherungen

Bevor man überhaupt in den Urlaub fährt, sollte man den Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung überdenken. Sie deckt anfallende Stornierungskosten ab, wenn Sie die Reise kurzfristig nicht antreten können, sei es wegen Krankheit, einem Todesfall oder aus beruflichen Gründen. Bei vielen Pauschalreisen ist eine solche Versicherung bereits im Preis inbegriffen.

Oft rechnen sich Reiserücktrittsversicherungen nur bei teuren Reisen.

Vergleichen Sie bei der Reise-Buchung die Versicherungskosten mit eventuell anfallenden Stornogebühren. Oft rechnet sich eine Rücktrittsversicherung nur bei teuren Reisen. Bedenken Sie außerdem, dass eine Reiserücktrittsversicherung nicht in Fällen höherer Gewalt greift: Bei Bürgerkriegen, Naturkatastrophen oder Terrorakten müssen Sie selbst für die Storno-Kosten aufkommen - oder auf die Kulanz des Anbieters hoffen. Es sei denn, das Auswärtige Amt gibt eine Reisewarnung heraus.

Unfallversicherungen

Eine spezielle Auslandsunfallversicherung ist unnötig, da normale Unfallversicherungen auch im Urlaub greifen - sofern Sie überhaupt versichert sind. Fragen Sie in Zweifelsfällen bei Ihrem Versicherer nach. Ähnlich verhält es sich mit Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherungen: Auch diese greifen im Ausland.

Reisegepäcksversicherung oder Hausratsversicherung?

Viele Reisebüros werben mit sogenannten Rundum-sorglos-Paketen, die auch unnötige Versicherungen enthalten können. Ein Beispiel hierfür wäre die Reisegepäckversicherung: Sie ist - zumindest für bestimmte Fälle - von der normalen Hausratversicherung gedeckt. Dazu zählt, wenn das Gepäck aus dem Hotelzimmer oder der Ferienwohnung gestohlen wird. Wenn Sie auf der Straße, im Restaurant oder im Wohnmobil bestohlen werden, wird der Umgang mit den Versicherern schon schwieriger. Wichtig: Melden Sie den Schaden sofort ihrer Versicherung, empfiehlt die Verbraucherzentrale.

Schließt man die tatsächlich benötigten Versicherungen einzeln ab, ist dies unterm Strich meist günstiger - man hat aber auch mehr Arbeitsaufwand. Der Vorteil eines Rundum-Pakets liegt oft darin, dass Sie im Idealfall einen Ansprechpartner für alle Eventualitäten haben.


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