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Impfen Standard-Impfungen für eine Grundimmunisierung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt für die ersten zwei Lebensjahre Impfungen gegen ein Dutzend Krankheiten - meist sind es Mehrfachimpfungen.

Stand: 16.09.2019

Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission sehen viele Impfungen im Kindesalter vor. Im Bild: Kind im Hintergrund, Spritze im Vordergrund  | Bild: picture-alliance/dpa

In aller Regel wird für die erste Grundimmunisierung im Säuglingsalter ein Sechsfach-Impfstoff verwendet: Er immunisiert gegen Diphtherie, Hepatitis B, Hib (Haemophilus influenzae), Keuchhusten, Kinderlähmung (Polio) und Wundstarrkrampf (Tetanus).

Impfkalender der STIKO

STIKO

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission

Die empfohlenen Standardimpfungen der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) sind im Impfkalender zusammengefasst. Die nachfolgenden Angaben entsprechen dem empfohlenen Zeitrahmen für Grundimmunisierungen und Auffrischungen, gestaffelt nach Lebensalter in Monaten bzw. Jahren.

Das vorgeschlagene Alter für die Impfungen ist nicht zwingend. Sollte das Kind krank sein, kann die Impfung verschoben werden, ohne dass dadurch der Impfschutz leidet. Wichtig ist nur, dass alle Auffrisch-Impfungen absolviert werden, damit voller Impfschutz besteht.

2 - 14 Monate

Grundimmunisierung im 1. Lebensjahr

Laut Impfkommission sollten Kinder im ersten Lebensjahr gegen Diphterie (D/d), Keuchhusten (Pertussis, aP/ap), Tetanus (T), Haemophilus influenza Typ b (Hib), Hepatitis B (HB), Kinderlähmung (Poliomyelitis, IPV), Pneumokokken und gegen Rotaviren geimpft werden. Die Grundimmunisierung sollte ab dem 2. Lebensmonat beginnen und spätestens bei Erreichen des 14. Lebensmonats abgeschlossen sein.

Eine Impfung gegen Grippe (Influenza) empfiehlt die STIKO trotz der zahlreichen Debatten in jüngster Zeit als Standard-Impfung bislang nur für Personen über 60 Jahre.

15 - 23 Monate

Immunisierungen im 2. Lebensjahr

Ab dem ersten Lebensjahr empfiehlt die STIKO Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR), Meningokokken sowie Windpocken (Varizellen). Da Masern meistens erst im Erwachsenenalter Komplikationen verursachen, raten impfkritische Ärzte, Kinder erst im Schulalter impfen zu lassen. Am Ende des 2. Lebensjahres wird eine vollständige Überprüfung des Impfstatus unbedingt empfohlen.

5 - 6 Jahre

Auffrischungen im Vorschulalter

Die Impfungen gegen Diphterie (D/d), Keuchhusten (Pertussis, aP/ap) und Tetanus (T) müssen zweimal aufgefrischt werden: das erste Mal im Alter von 5 - 6 Jahren, das zweite Mal im Alter zwischen 9 und 16 Jahren.

9 - 16 Jahre

Hepatitis B, weitere Auffrischungen

Kinderlähmung (Poliomyelitis, IPV) wird zum ersten Mal, Diphterie (D/d), Keuchhusten (Pertussis, aP/ap) und Tetanus (T) zum zweiten Mal aufgefrischt.

Erwachsenen empfiehlt die STIKO alle 10 Jahre die Auffrischung der Tetanus- und Diphterieimpfung. Die erste dieser Auffrischungen sollte zusätzlich mit einer Auffrischung der Immunisierung gegen Keuchhusten (Pertussis, aP/ap) verbunden sein. Außerdem sollte bei allen nach 1970 Geborenen mit unklarem Impfschutz, keiner Impfung oder nur einer Impfung in der Kindheit ab 18 Jahren zusätzlich eine Masern-Impfung erfolgen.

Ältere Menschen über 60 Jahre sollten sich zudem gegen Pneumokokken, Grippe (Influenza) und Gürtelrose (Herpes zoster) immunisieren lassen. Ist im Säuglingsstadium keine Grundimmunisierung gegen Hepatitis B (HB) vorgenommen worden, kann diese nun ebenfalls erfolgen. Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren sollten gegen Humane Papilloma-Viren (HPV können Krebs verursachen) immunisiert werden. Auch die Immunisierung gegen Windpocken (Varizellen) sollte überprüft werden.

ab 18 Jahre

Auffrischungen und Impfungen für Erwachsene

Erwachsenen empfiehlt die STIKO alle 10 Jahre die Auffrischung der Tetanus- und Diphterieimpfung. Die erste dieser Auffrischungen sollte zusätzlich mit einer Auffrischung der Immunisierung gegen Keuchhusten (Pertussis, aP/ap) verbunden sein. Außerdem sollte bei allen nach 1970 Geborenen mit unklarem Impfschutz, keiner Impfung oder nur einer Impfung in der Kindheit ab 18 Jahren zusätzlich eine Masern-Impfung erfolgen.

Ältere Menschen über 60 Jahre sollten sich zudem gegen Pneumokokken, Grippe (Influenza) und Gürtelrose (Herpes zoster) immunisieren lassen.

Tipps

Impfbuch

Bewahren Sie Ihr Impfbuch sorgfältig auf: In ihm werden alle durchgeführten Impfungen, ob offiziell empfohlen oder nicht, dokumentiert. Das Impfbuch gehört auch ins Reisegepäck.

Kombinieren von Impfungen

Wer sich für Impfungen entscheidet, kann Kombinationspräparate wählen, bei denen mehrere Impfstoffe gleichzeitig enthalten sind. Denn Impfreaktionen können auch durch Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel ausgelöst werden. Impft man gegen jede Krankheit einzeln, würde sich die verabreichte Dosis an Zusatzstoffen vervielfachen.

Quelle: Robert-Koch-Institut

Eine Impfung, sechsfache Wirkung

Die STIKO empfiehlt bis zum Alter von 14 Monaten vier Sechsfachimpfungen.

Der Sechsfach-Impfstoff wird bis zum spätestens 15. Lebensmonat insgesamt viermal verabreicht. Die Termine dafür werden bei der Vorsorgeuntersuchung U 3 festgelegt. Danach wird zwischen dem neunten und dem vollendeten 16. Lebensjahr eine Auffrisch-Impfung empfohlen. Außerdem sollte der Impfstatus im Vorschulalter (5.-6. Jahr) überprüft werden. Eine Alternative stellt die Fünffach-Impfung dar: Die Immunisierung gegen Hepatitis B findet in diesem Fall zu einem späteren Zeitpunkt statt, da eine Infektion bei Säuglingen extrem selten ist. Sie würde jedoch derart schwerwiegende Folgen nach sich ziehen, dass mittlerweile viele Kinderärzte die Sechsfachimpfung favorisieren. Auch das RKI empfiehlt seit 1995 die Sechsfach-Impfung. Für eine Sechsfach-Impfung im Säuglingsalter spricht auch, dass Jugendliche von der Notwendigkeit einer Impfung schwer zu überzeugen sind.

Kosten

Zurzeit sind alle von der STIKO empfohlenen Impfungen (altersspezifische Standardimpfungen oder Indikationsimpfungen im Fall einer chronischen Vorerkrankung) Pflichtleistungen, die Kosten tragen die Krankenkassen. Viele Kassen belohnen zudem Vorsorgeuntersuchungen und umfassende Impfmaßnahmen mit Geld- bzw. Sachprämien oder einer Beitragsermäßigung. Ausführlichere Informationen erhalten Sie unter:

Wie verträglich ist der Sechsfachimpfstoff?

Link-Tipp

Hier finden Sie alle Informationen der STIKO zum Thema Impfen

Laut Ständiger Impfkommission (STIKO) kommt es bei dem für die Grundimmunisierung verwendeten Sechsfach-Impfstoff an der Einstichstelle innerhalb der ersten drei Tage häufig zu lokalen Reaktionen, wie Schmerzen, Rötung und Anschwellen. Mitunter sind auch die benachbarten Lymphknoten beteiligt. Ebenfalls in den ersten drei Tagen möglich sind mäßige Temperatur, grippeähnliche Symptome (Frösteln, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit, Kreislaufbeschwerden) und Magen-Darm-Beschwerden. Selten ist hohes Fieber bis 39,5 Grad und länger anhaltendes schrilles Schreien.

Komplikationen im Rahmen der Sechsfach-Impfung

Komplikationen wie Fieberkrämpfe sind Einzelfälle. Keine wissenschaftlichen Fakten gibt es laut STIKO für Zusammenhänge der Hepatitis B - Komponente mit Multipler Sklerose. Das gilt auch für Berichte über Zusammenhänge des Sechsfach-Impfstoffes mit der Entstehung von Diabetes mellitus (Hib-Komponente) und dem plötzlichen Kindstod.

Weitere Standardimpfungen

Die Sechsfachimpfung deckt nicht sämtliche von der STIKO empfohlenen Standardimpfungen ab. Weitere Impfungen werden im Kindes- bzw. Jugendalter empfohlen: Gegen Pneumokokken und Meningokokken, sowie gegen Windpocken, Mumps, Masern und Röteln (MMR), wobei für MMR in aller Regel ebenfalls ein Kombinationsimpfstoff zum Einsatz kommt. Außerdem wird eine Immunisierung gegen Humane Papillomaviren (HPV) nicht mehr nur für Mädchen, sondern auch für Jungen angeraten, weil die HP-Viren mittlerweile nicht nur als mögliche Verursacher des Gebärmutterhalskrebses gelten, sondern eventuell auch andere Krebsarten hervorrufen können. Ab dem 60. Lebensjahr wird zudem empfohlen, sich gegen Pneumokokken, Grippe (Influenza) und Gürtelrose (Herpes zoster) impfen zu lassen.


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